Zusammenfassung
- Ein neuer individueller GROW-Entwurf führt eine Meldung zur Registrierung eines BGP-Pfadattributsatzes und eine zweite für die Zahl der zugehörigen Präfixe ein. Die beiden BMP-Nachrichtentypen sind in IANAs Verzeichnis noch nicht vergeben.
- Implementierungen sollen Ereignis- oder Intervallmeldungen anbieten. Im periodischen Betrieb muss das Absinken eines Satzes auf null Präfixe sofort als
ZERO_REFgemeldet werden.
Die Routine hat einen Termin. Das Ende nicht.
RFC 7854 beschreibt BMP als Weg, BGP-Zustand und Aktualisierungen eines Routers an eine Überwachungsstation zu schicken. In einer Routenüberwachungsmeldung stehen Erreichbarkeitsangaben neben Pfadattributen. Werden viele Präfixe durch dieselben Attribute beschrieben, fährt diese Beschreibung immer wieder mit. Der neue Entwurf behandelt die Beschreibung wie einen Eintrag im Katalog und die Zahl der zugehörigen Präfixe wie einen eigenen Bericht.
Bei einer neuen Attributkombination muss der Router sofort eine Kennung vergeben und sie beim Empfänger registrieren. Die lokale, von null verschiedene 32-Bit-Kennung heißt AS-ID; AS meint hier Attribute Set, nicht die Nummer eines autonomen Systems. Spätere Meldungen mit dieser Kennung enthalten eine absolute Zahl, einen Zugang, einen Abgang oder den Wert null. Eine Abmeldung lässt den Empfänger einen alten Satz löschen oder stilllegen. Die dafür vorgeschlagenen Nachrichtentypen stehen im Entwurf noch als TBD1 und TBD2.
Dann entscheidet die lokale Einstellung über die Beobachtung. Im Ereignisbetrieb folgen Zählmeldungen auf das Hinzufügen oder Zurückziehen von Präfixen. Im Intervallbetrieb unterdrückt der Router laufende Einzelroutenmeldungen und übermittelt absolute Zahlen zu einem konfigurierten Zeitpunkt. Die im Entwurf genannten 30 Sekunden sind ein Beispiel, kein vorgeschriebener Takt. Zwischen zwei Meldungen können Routen kommen und gehen, ohne dass die Endsumme ihre Reihenfolge verrät.
Für einen Fall soll es keine Wartezeit geben: Sobald die Referenzzahl eines AS-ID vor der nächsten Runde auf null fällt, muss der Router sofort ZERO_REF senden. Verschwindet der ganze Satz, darf der Timer ihn nicht verstecken. Nach dem Wiederaufbau einer abgebrochenen BMP-Sitzung muss der Router außerdem alle aktiven Attributsätze erneut anmelden und sollte anschließend Anfangszahlen senden. Ohne diese neue Legende könnte ein Sammler eine Zahl mit einem alten Eintrag verwechseln.
Der IETF-Datatracker führt die Fassung 00 als individuellen Entwurf. Messungen zu Bandbreitenersparnis, interoperablen Implementierungen und tatsächlicher Alarmverzögerung liefert sie nicht. Genau solche Werte würden eine Betriebsentscheidung tragen. Der Vorschlag legt schon heute die Verteilung fest: weniger Wiederholungen auf der Leitung, ein lokal gewählter Abstand und ein Vorrecht für die Null.
Quellen: BMP-Entwurf; IETF-Status; RFC 7854; IANA-Verzeichnis.
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