Zusammenfassung

  • Auf ARIN X im Oktober 2002 moderierte Bill Darte drei Vorschläge zu kleineren IPv4-Mindestblöcken mit. Eine allgemeine Änderung erhielt 33 Ja- und 38 Nein-Stimmen; die getrennten Fragen nach Endnutzer-Zuweisungen und Provider-Zuteilungen zeigten andere Mehrheiten.
  • Darte arbeitete anschließend an einer Regel für begründete direkte /22-Blöcke für Multihoming. Vor /23 und /24 wollte er in zwei aufeinanderfolgenden Halbjahresabschnitten Anträge und Auswirkungen auf die Routing-Tabelle prüfen. ARIN führte /22 im Mai 2004 ein, ohne diese Messfolge in den endgültigen Regeltext aufzunehmen.

Ein kleines Netz mit zwei Upstreams kann trotzdem am Adressraum eines Providers hängen. Der zweite Anschluss beendet diese Abhängigkeit nicht, wenn beim Wechsel die Nummerierung neu gebaut werden muss. Bei ARIN X im Jahr 2002 moderierten Bill Darte und Alec Peterson drei Vorschläge für kleinere IPv4-Blöcke. Mehr Unabhängigkeit für kleine Betreiber stand gegen mehr spezifische Präfixe in der globalen Routing-Tabelle.

Die Abstimmungen passen nicht in einen einzigen Satz über „Konsens“. Die allgemeine Frage nach einer Änderung der Mindestgrößen endete 33 zu 38. Bei der Mindestgröße für Endnutzer-Zuweisungen befürworteten 39 eine Änderung, 23 waren dagegen. Bei Provider-Zuteilungen standen 13 Ja-Stimmen 48 Nein-Stimmen gegenüber. Ein /24 als Provider-Mindestgröße befürwortete genau eine Person, ein /24 als Endnutzer-Mindestgröße in der konkreten Frage niemand. Die 39 Stimmen galten einer Änderung, nicht einem beschlossenen /24.

Der ursprüngliche Entwurf 2002-3 sah für bestimmte Multihoming-Netze begründete /21- bis /24-Blöcke vor und verlangte die Rückgabe nicht portabler Adressen innerhalb von drei Monaten. Im Protokoll des Advisory Council vom Juli 2003 steht, dass Darte an einer neuen Fassung arbeitete. Sie setzte zunächst auf /22 aus einem reservierten Bereich für multihomed Endnutzer mit ARIN-ASN; für andere Endnutzer blieb /20 der Ausgangspunkt. Andere Ratsmitglieder verlangten stärkere Begründungen als zwei Anschlüsse und eine ASN allein. Der Text ging erneut in die öffentliche Beratung.

Darte wollte den nächsten Schritt an Beobachtung binden. Zwei Halbjahre lang sollten Antragzahlen und Routing-Auswirkungen erfasst werden. Nur bei tragbarem Ergebnis sollte ein neuer Vorschlag für /23 folgen; danach könnte derselbe Weg zu /24 führen. Nach zwölf Monaten wollte er zudem prüfen, ob Empfänger noch multihomed waren. Im Protokoll ist das seine Empfehlung, keine bereits geltende Messpflicht.

Der Vorstand verabschiedete 2002-3 im Dezember 2003 einstimmig. Die offizielle Policy-Historie nennt den 18. Mai 2004 als Umsetzungstag. Qualifizierte Multihoming-Organisationen konnten direkt bei ARIN einen begründeten Block bis /22 erhalten; Präfixe länger als /20 kamen aus reserviertem Raum. Der veröffentlichte Endtext enthält weder Dartes zwei Halbjahresmessungen noch eine automatische Freigabe von /23 oder /24.

Das erste Versprechen wurde zu einem nutzbaren Zugang. Für die nächsten Stufen blieb ein weiteres Verfahren nötig. In den hier ausgewerteten Quellen fehlen nachträgliche Antragszahlen und Messreihen der Routen. Sie würden zeigen, ob der erste Schritt die Abhängigkeit kleiner Netze löste und welche Last er anderswo auslöste.