Zusammenfassung

  • RFC 5065 erlaubt einer Verwaltung, eine große BGP-Domäne in Member-ASes zu teilen, während externe Peers nur einen Confederation Identifier sehen.
  • Die Abstraktion entscheidet keine Richtlinie: Alle Mitglieder müssen die Erweiterung beherrschen, und fehlerhafte Topologie-, MED- oder Auswahlregeln können Routen verdoppeln, Konvergenz verzögern oder Oszillation erhalten.

Eine äußere Identität, mehrere innere Grenzen

Eine AS Confederation ist eine Gruppe autonomer Systeme, die Nichtmitgliedern als ein AS angekündigt wird. Die sichtbare Nummer ist der Confederation Identifier. Im Inneren verwendet jeder Bereich eine Member-AS Number, die nur innerhalb der Konföderation sichtbar sein soll.

Mit externen Peers muss ein Mitglied die gemeinsame Kennung verwenden, intern seine Member-AS-Nummer. AS_CONFED_SEQUENCE hält die Reihenfolge durchlaufener Mitglieder fest. Vor der externen Ankündigung werden alle Konföderationssegmente entfernt und die gemeinsame Kennung in den normalen AS_PATH eingefügt.

Der äußere Peer erhält die Identität des verwalteten Ganzen, nicht dessen internes Routing-Organigramm. Verborgene Struktur ist weder delegierte Verantwortung noch Vertraulichkeit oder kryptografische Sicherheit. Die Organisation hinter dem einen AS bleibt für das Ergebnis verantwortlich.

Schleifenprüfung folgt beiden Identitäten

Ein Router behandelt seinen eigenen Confederation Identifier im AS_PATH wie seine eigene AS-Nummer. Innerhalb der Konföderation gilt dasselbe, wenn seine Member-AS Number in einem Konföderationssegment steht. Damit bleibt Schleifenschutz auf beiden Seiten der Abstraktion erhalten.

AS_CONFED_SEQUENCE und AS_CONFED_SET dürfen nicht an Nichtmitglieder gesendet werden. Jeder interne BGP-Speaker muss die Erweiterung verstehen; externe Speaker müssen es nicht. Der äußere Kompatibilitätsgewinn verlangt daher vollständige innere Koordination. Eine BGP-Sitzung allein erteilt keine Mitgliedschaft.

Der aktuelle Standard entfernt den ungeordneten Zweig

RFC 5065 definierte AS_CONFED_SEQUENCE als geordneten Weg und AS_CONFED_SET als ungeordnete Menge aus Aggregation. RFC 9774 änderte 2025 die Vorgabe. Ohne ausdrücklich konfigurierte Übergangsausnahme darf ein Speaker AS_CONFED_SET nicht ankündigen und muss bei Empfang in AS_PATH oder AS4_PATH treat-as-withdraw anwenden.

Die Konföderation und AS_CONFED_SEQUENCE bleiben bestehen. Nur die ungeordnete Menge ist für den Normalbetrieb verworfen. RFC 6793 verbietet außerdem Konföderationssegmente im AS4_PATH. Eine heutige Planung muss RFC 5065 mit diesen Aktualisierungen lesen.

Attributfreiheit verlagert Risiko in den Entwurf

Zwischen benachbarten Member-ASes dürfen NEXT_HOP und MED unverändert bleiben; auch LOCAL_PREF darf die interne Grenze überqueren. RFC 5065 legt besondere Vergleiche für MED, Pfadlänge sowie interne und externe Routen fest.

Diese Freiheit bewahrt administrative Absicht, bindet aber Topologie und Richtlinie zusammen. Fehlkonfiguration kann Informationen duplizieren, Ressourcen verschwenden, Flaps auslösen und Konvergenz verzögern. Unterschiedliche Kandidatenmengen können zusammen mit MED oder Tie-Breakern dauerhafte Oszillation verursachen.

Das ist ein dokumentiertes Risiko, keine Aussage über ein bestimmtes Netz. Dauerhafte Kontrolle macht die internen Abhängigkeiten sichtbar, bevor die gemeinsame äußere Kennung ihre Ursache verdeckt.

Belege und Grenzen

RFC 5065 definiert Identitäten, Pfadänderungen, Schleifenregeln, Kompatibilität und Risiken. RFC 9774 bestimmt den heutigen Umgang mit AS_CONFED_SET. RFC 6793 begrenzt AS4_PATH, RFC 4456 beschreibt Route Reflection, RFC 3345 dauerhafte Oszillation.

Die Quellen nennen keinen universellen Größenschwellenwert, keine aktuelle Verbreitung und keine garantierte Ersparnis. Aussagen zu Hoheit, Nutznießern und Verantwortung sind aus den Standards abgeleitete Analyse.

Quellen