Zusammenfassung

  • AWS Savings Plans tauscht eine ein- oder dreijährige stündliche Geldverpflichtung gegen niedrigere Preise für berechtigte Compute-Nutzung. AWS sagt ausdrücklich, dass dadurch keine Kapazität reserviert wird und der Plan während der Laufzeit nicht kündbar ist.
  • Eine EC2 On-Demand Capacity Reservation hält attributgleiche Kapazität in einer bestimmten Availability Zone. Der On-Demand-Gegenwert fällt an, ob der Platz belegt ist oder leer bleibt.
  • Beide Rechte lassen sich stapeln. Ein Savings Plan oder regionaler RI-Rabatt kann auf eine Capacity Reservation wirken. Preis und Platz sind dann getrennt abgesichert, nicht aber Anwendungsgesundheit oder Wiederanlauf.
  • Auslastung, Abdeckung, Belegung, Startvorgang und Dienstverfügbarkeit sind fünf verschiedene Belege.

Die Bindung ist in Geld gemessen

AWS definiert Savings Plans als Verpflichtung zu einem gleichmäßigen Betrag an Compute-Nutzung pro Stunde über ein oder drei Jahre. Der Kunde wählt vollständige Vorauszahlung, teilweise Vorauszahlung oder keine Vorauszahlung. Berechtigte Nutzung wird während der Laufzeit zum niedrigeren Preis abgerechnet.

Compute Savings Plans kann über EC2-Instanzfamilien, Größen, Betriebssysteme, Tenancy und Regionen hinweg gelten und zudem berechtigte Fargate- und Lambda-Nutzung erfassen. EC2 Instance Savings Plans beschränkt sich auf eine Familie in einer Region. Die beworbenen Höchstrabatte betragen bis zu 66 beziehungsweise 72 Prozent gegenüber On-Demand. Die tatsächliche Ersparnis hängt von Angebot, Laufzeit, Zahlungsoption und Nutzung ab.

„No Upfront“ beschreibt nur den Zahlungsbeginn. AWS stellt klar, dass Savings Plans innerhalb der Laufzeit nicht gekündigt werden kann. Sinkt die Nachfrage, läuft die Stundenverpflichtung weiter. Ungenutzter Betrag wird nicht zu einem physischen Serverplatz.

Der passende Messwert ist die Auslastung. AWS rechnet in seinem Beispiel 9,80 US-Dollar Nutzung zu Savings-Plans-Preisen gegen eine Verpflichtung von 10 US-Dollar pro Stunde und erhält 98 Prozent. Das zeigt, dass fast der ganze Preisvertrag berechtigte Nutzung gefunden hat. Es zeigt keine freie Instanz in der gewünschten Zone.

Kapazität wird auch im Leerlauf bezahlt

Eine On-Demand Capacity Reservation hält EC2-Kapazität in einer bestimmten Availability Zone für definierte Instanztypen, Plattform und Tenancy. Aktive ungenutzte Reservierungen zählen zugleich gegen die On-Demand-Instanzgrenzen des Kontos.

Solange sie bereitgestellt ist, berechnet AWS den On-Demand-Gegenwert. Bei zwanzig Plätzen und fünfzehn passenden laufenden Instanzen zahlt der Kunde für die fünfzehn Instanzen und für fünf ungenutzte Plätze. Ein belegter Platz wird nicht doppelt belastet, doch der freigehaltene Rest bleibt kostenpflichtig.

Leerlauf ist nicht automatisch Verschwendung. Eine Lastspitze, eine regulatorische Vorgabe oder ein Wiederanlauf kann Kapazität verlangen, die im Normalbetrieb schweigt. Ihr Wert liegt in dem vermiedenen Ausfall. Die Begründung wird schwach, wenn Attribute veralten, der Start nie getestet wird oder eine neue Architektur den Platz nicht mehr braucht.

Auf dieses Kapazitätsrecht kann ein Preisrecht gelegt werden. AWS lässt anwendbare Savings-Plans- und regionale RI-Rabatte auf Capacity Reservations wirken. Der Käufer kann also Rabatt ohne Platz, Platz ohne Rabatt oder beides halten. Keine dieser Kombinationen ersetzt die laufende Anwendung.

Nur ein passender Start beansprucht den Platz

Die Startregeln verlangen Übereinstimmung bei Instanztyp, Plattform, Availability Zone und Tenancy. Außerdem muss die Reservierung aktiv sein und freie Anzahl besitzen.

Eine offene Reservierung kann passende Starts automatisch aufnehmen. Ohne Treffer kann die Startpräferenz auf normale On-Demand-Kapazität ausweichen. Bei einer gezielt adressierten Reservierung ist der Pfad enger: Fehlt dort geeignete Anzahl, kann der Start scheitern. Ein falscher Zonen- oder Plattformwert kann somit gleichzeitig eine leere Reservierung und eine außerhalb suchende Anfrage erzeugen.

Savings Plans verbessert die Platzierungspriorität nicht. AWS dokumentiert InsufficientInstanceCapacity, wenn aktuell zu wenig On-Demand-Kapazität für einen Antrag vorhanden ist. Der Rabatt kann über Monate korrekt funktioniert haben und beim nächsten Start dennoch keine Hilfe sein.

Auch eine belegte Reservierung belegt nur den Infrastrukturzustand. Health Checks, Datenstand, Netzwerk, abhängige Dienste und zonenübergreifender Failover bleiben offen. Ein gestarteter Prozess ist noch kein verfügbarer Kundendienst.

Derselbe RI-Preis kann ein anderes Recht kaufen

Bei regionalen und zonalen Reserved Instances ist die Namenslücke besonders deutlich. Eine regionale RI reserviert keine Kapazität. Ihr Rabatt kann zwischen Availability Zones der Region und unter bestimmten Bedingungen zwischen Größen wandern. Eine zonale RI reserviert Kapazität in der ausgewählten Zone, verliert aber Zonen- und entsprechende Größenflexibilität.

AWS sagt, dass der Scope den RI-Preis nicht verändert. Gleich benannte und gleich bepreiste Verträge können deshalb verschiedene Kapazitätsrechte liefern. Eine Einkaufsliste mit Preis und Laufzeit, aber ohne Scope, lässt die operative Hauptfrage unbeantwortet.

Die Entscheidung braucht drei Achsen: Dauer und Härte der Geldbindung, Beweglichkeit des Rabatts sowie technische und geografische Präzision des Kapazitätsrechts. Ein mobiler Workload kann von einem breiten Rabatt profitieren. Ein Wiederanlauf, der an genau einem Ort starten muss, braucht womöglich den zonalen Platz. Der niedrigste Preis und das stärkste Kapazitätsrecht sind getrennte Ziele.

Der Rabatt folgt nicht dauerhaft seinem Kaufgrund

AWS ordnet die Vorteile automatisch zu. Reserved Instances gelten zuerst, danach EC2 Instance Savings Plans und anschließend Compute Savings Plans. Berechtigte Nutzung mit dem höchsten Sparprozentsatz erhält die Verpflichtung zuerst, bis der Stundenbetrag verbraucht ist. Der Rest wird On-Demand berechnet.

In einer konsolidierten Abrechnungsfamilie wird zunächst die Nutzung des Eigentümerkonto betrachtet; bei aktiviertem Sharing können andere Konten profitieren. Ein Plan, der wegen Dienst A gekauft wurde, kann später Dienst B rabattieren. Hohe Gesamt-Auslastung beweist dann effiziente Portfolionutzung, nicht fortbestehende Nachfrage bei A.

Der Abdeckungsbericht betrachtet die andere Seite: Welcher Anteil der anwendbaren Nutzungskosten ist durch Savings Plans gedeckt? Auslastung misst die gekaufte Verpflichtung, Abdeckung die entstandene Nutzungsbasis. Beide haben andere Nenner und beide ignorieren freie Kapazität.

Quellen