Zusammenfassung

  • AWS verlangt beim Weiterverkauf einer EC2 Standard Reserved Instance zwölf Prozent des einmaligen Verkaufspreises. Der laufende Tarif des ursprünglichen Vertrags bleibt bestehen.
  • Ein Verkaufsangebot beendet die Verpflichtung nicht. Bis zum Verkauf hält der bisherige Kunde die Reservierung; auch Teilverkäufe sind möglich.
  • Die Bank des Verkäufers muss eine US-Adresse haben. Kunden von AWS India dürfen selbst mit einem US-Bankkonto nicht auf diesem Markt verkaufen.

Der Rabatt hat noch Dienst

Ein Cloudprojekt kann früher fertig werden als geplant. Die dazu gekaufte Langfristvergünstigung hält sich trotzdem an ihren Kalender. Für den Einkauf war der günstige Stundensatz ein Erfolg. Ohne passende Arbeit wird jede weitere Stunde zur Erinnerung daran, dass auch ein Rabatt Geld kosten kann.

Eine Reserved Instance ist ein Abrechnungsvorteil für Nutzung mit passenden Merkmalen. AWS bietet Laufzeiten von einem oder drei Jahren an. Nach dem Kauf lässt sich die Bestellung nicht stornieren. Bei teilweiser oder fehlender Vorauszahlung fallen die vereinbarten Stundengebühren während der Laufzeit auch ohne Nutzung an. So beschreibt es die AWS-Produktdokumentation.

Für bestimmte überflüssige Verträge gibt es einen Zweitmarkt. Ein anderer Kunde kann die verbleibende Laufzeit einer EC2-Standardreservierung übernehmen. Das ist ein sinnvoller Ausweg: Ein beim ersten Kunden nutzlos gewordener Vorteil findet beim nächsten wieder Arbeit. Nur muss dieser nächste Kunde erst einmal kaufen wollen. Der Verkäufer kann seinen Bedarf beenden, aber keine Nachfrage bestellen.

Zwölf Prozent wovon?

Der Verkäufer bestimmt den einmaligen Preis für die Übernahme. Die ursprünglichen Nutzungsgebühren beziehungsweise laufenden Gebühren bleiben unverändert, erklärt die Kaufanleitung von AWS. Der Käufer bekommt also einen neu ausgehandelten Einstiegspreis und den alten laufenden Tarif.

Auf diesen Einstiegspreis erhebt AWS zwölf Prozent Gebühr. Ein angenommener Verkauf für 1.000 US-Dollar kostet damit 120 Dollar; vor Steuern oder anderen Anpassungen bleiben 880 Dollar. Das ist ein Rechenbeispiel zur veröffentlichten Regel. Weder der frühere Kaufpreis noch die Summe aller verbleibenden Stundengebühren ist die Bemessungsgrundlage.

Die Plattform sortiert Angebote nach Restlaufzeit und Stundenpreis. Innerhalb der passenden Gruppe bedient AWS Kaufaufträge zuerst mit dem niedrigsten Einmalpreis und arbeitet sich dann weiter. Wer einst teuer eingekauft hat, erhält dafür keinen Trostplatz vorn in der Schlange.

Verkäufer können unterschiedliche Einmalpreise für unterschiedliche verbleibende Monate festlegen. Sie handeln damit gegen einen Kalender: Warten erhält die Hoffnung auf einen höheren Erlös, verkürzt aber die Zeit, die noch verkauft werden kann. Eine Preissenkung verbessert die Stellung gegenüber anderen Angeboten. Sie schafft noch keinen Käufer für genau diesen Vertrag.

Die Gebühr lässt sich deshalb leichter kalkulieren als der gesamte Ausstieg. Der unsichere Teil liegt vor dem Verkauf und heißt ungenutzte Verpflichtung plus Wartezeit.

Die Bankadresse gehört zur Produktprüfung

Der Verkäuferleitfaden lässt regionale und zonale EC2 Standard Reserved Instances zu. Convertible-Reservierungen sowie Reservierungen für RDS und ElastiCache sind ausgeschlossen. Dasselbe gilt für Käufe mit Mengenrabatt und Reservierungen in standardmäßig deaktivierten Regionen.

Ein zulässiger Vertrag muss mindestens dreißig Tage im Konto aktiv gewesen sein. Eine fällige Vorauszahlung muss AWS erhalten haben; zudem gelten Anforderungen an die Restlaufzeit. Bereits auf Produktebene ist der Zweitmarkt also enger als die allgemeine Zusage, ungenutzte Cloudkosten später loszuwerden.

Hinzu kommt die Verkäuferregistrierung. Sie erfolgt durch den Root-Benutzer des Kontos und umfasst ein Steuerinterview. Die angegebene Bank muss eine Adresse in den USA haben. Kunden von Amazon Web Services India Private Limited können sich nicht als Verkäufer registrieren und keine Reservierungen anbieten oder verkaufen, selbst wenn sie ein US-Bankkonto besitzen.

Wechselt der vertragliche Verkäufer der AWS-Leistung zu AWS India, wird die Registrierung aufgehoben und aktive Angebote werden entfernt. Diese Regeln betreffen Konto und Vertragsbeziehung, nicht die Staatsangehörigkeit. Ihr wirtschaftlicher Effekt ist dennoch eindeutig: Vergleichbare Rabatte können mit unterschiedlichen Ausstiegsmöglichkeiten verbunden sein.

Die Vertriebsfolie zeigt den günstigen Satz. Die Bank- und Kontoprüfung zeigt, ob die angenommene Wiederverkaufsmöglichkeit für diesen Kunden überhaupt existiert. Beides gehört vor die Unterschrift.

Ein Angebot ist noch kein Geld

Bis zum Verkauf bleibt die Reservierung beim bisherigen Inhaber. Bei den Varianten mit laufenden Zahlungen läuft auch die Zahlungspflicht weiter. Wer vollständig vorausgezahlt hat, sieht stattdessen den bereits bezahlten Zeitraum schrumpfen, den er noch zu Geld machen könnte. Das Inserat hält keine dieser Uhren an.

Ein größeres Angebot kann nur teilweise verkauft werden. Der Rest bleibt aktiv. Aktive Angebote lassen sich stornieren; bereits zugeordnete oder in Verkaufsabwicklung befindliche Teile nicht. Für die Finanzplanung zählt deshalb die verkaufte Menge und nicht die Größe des ursprünglich eingestellten Pakets.

Ein erfolgreicher Verkauf kann außerdem eine neue Rechnung erzeugen. Mit der Reservierung gehen die zugehörigen Vorteile verloren. Läuft die eigene Instanz weiter, beschreibt AWS den Wechsel zum On-Demand-Preis; andere möglicherweise anwendbare Rabatte im Konto sind gesondert zu prüfen. Eine gut genutzte Vergünstigung für einen schnellen Geldzufluss abzugeben, kann den Betrieb anschließend verteuern.

Auszahlungen erfolgen üblicherweise ein bis drei Tage nach dem Verkauf, nachdem AWS das Geld des Käufers erhalten hat und die Bank bestätigt ist. Die Prüfung einer neuen Bank kann zwei Wochen dauern. Das ist die Abwicklung eines bereits gefundenen Geschäfts, keine Zusage über die Dauer der Käufersuche. Tatsächliche Verkaufspreise, Verkaufsdauern und unverkaufte Bestände nach Vertragsgruppe fehlen in diesen Unterlagen; erst sie würden die reale Liquidität zeigen.

Der Markt schafft eine zusätzliche Chance zur Verwertung. Wer diese Chance schon beim Kauf wie verfügbares Bargeld behandelt, macht aus einer nützlichen Option eine Bilanzfantasie. Den Umfang des langfristigen Versprechens kann der Kunde vorher bestimmen. Hinterher bestimmt der Markt mit, wie viel davon wieder verschwindet.