Zusammenfassung
- Laut dem Projektleiter und späteren Darstellungen beschädigte Hurrikan Andrew die Empfangsantennen in Homestead und verzögerte Costa Ricas geplanten Internetanschluss um mehrere Monate.
- Am 26. Januar 1993 verband die UCR etwa ein Dutzend Hochschulknoten über den NSF-PoP in Homestead. Eine zeitgenössische Meldung zählt 10; keine der Zahlen belegt landesweiten oder privaten Zugang.
Costa Ricas erste Internetstrecke war von einem anfälligen entfernten Ende abhängig. Eine 64-kbit/s-Satellitenverbindung sollte die Universität von Costa Rica (UCR) mit einem PoP in Homestead, Florida, und dem US-Forschungsnetz verbinden. Am 24. August 1992 zog Hurrikan Andrew über Südflorida und beschädigte die Empfangsantennen in Homestead. Die Anschlusspläne verzögerten sich um mehrere Monate.
Guy de Téramond, der das UCR-Projekt leitete, berichtet über die Schäden; spätere historische Arbeiten von Ignacio Siles greifen sie ebenfalls auf. Die Abfolge der Daten verlangt Vorsicht: De Téramond zufolge war sein Team im Oktober 1992 bereit, die 64-kbit/s-Strecke einzurichten – nach dem Sturm. Die Quellen nennen weder den Reparaturtag der Antennen noch jeden Schritt bis zum Betrieb. Sie belegen die Verzögerung und den Anschluss im Januar, aber keinen genauen Wiederherstellungsplan. Ein eigener Bericht über internationale NSF-Anschlüsse erwähnt eine Sprint-T-1-Leitung zwischen Homestead und Washington, die kurz vor Andrew geplant war.
Das war eine andere Leitung als Costa Ricas Satellitenweg.
Vor dem Internet nutzte die UCR BITNET, ein separates akademisches Netz, und ein Gateway für internationale E-Mail. Das war noch nicht der erste Internetanschluss des Landes. Am 26. Januar 1993 wurden etwa ein Dutzend Knoten der Netzwerkabteilung, des Rechenzentrums und der Geologie- und Physikfakultäten mit 64 kbit/s verbunden. Die Strecke führte über den NSF-PoP in Homestead und einen von der University of Wisconsin–Madison geliehenen Cisco-IGS-Router. Eine zeitgenössische Meldung vom 1. Februar zählt 10 Knoten. Beide Angaben sollten ihrer jeweiligen Quelle zugeschrieben bleiben.
Das nationale Forschungsnetz CRNet wurde parallel geplant. Die Quellen zeigen weder, dass am ersten Tag alle vorgesehenen Einrichtungen online waren, noch dass Haushalte den Dienst buchen konnten. Hier geht es um eine konkrete Betriebsabhängigkeit: Das Vorhaben konnte lokal bereit sein, während eine beschädigte Empfangsstation Tausende Kilometer entfernt die nutzbare Strecke verzögerte. Das belegt weder einen landesweiten Ausfall noch öffentlichen Zugang, gemessenen Durchsatz über der Nennrate oder die genaue Reparaturdauer.
Quellen
- Guy de Téramond, „Historia y perspectivas de la Internet en Costa Rica“
- Anschlussmeldung vom 1. Februar 1993, NSRC-Archiv
- Ignacio Siles, Por un sueño en.red.ado (Auszug)
- MICITT, Internetgeschichte Costa Ricas
- US National Hurricane Center, Andrew-Bericht
- STAR-TAP-Interview zur separaten T-1-Leitung Homestead–Washington
- Ignacio Siles, „Establishing the Internet in Costa Rica“ (Forschungszusammenfassung)
- Universität Costa Rica, Jubiläumsausgabe zu 50 Jahren Centro de Informática
- Vollständiger Artikel von Guy de Téramond aus dem Jahr 2021 (PDF)
- NOAA, technischer Bericht zu Andrew (PDF)
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