Zusammenfassung

  • Alain Durand verfasste ARIN Policy 2008-5: Ein zusammenhängender IPv4-Block der Größe /10 sollte für den unmittelbaren IPv6-Ausbau bereitstehen. ARIN nennt den 5. Januar 2009 für den Vorstandsschritt und den 1. April 2009 für die Umsetzung.
  • Der Entwurf sah einzelne Zuteilungen von /28 bis /24 vor. Heute gibt ARIN je berechtigtem Antrag /24 aus; zwischen zwei Zuteilungen nach dieser Regel müssen sechs Monate liegen.

Wer IPv6 einführen wollte, musste IPv4 manchmal noch einmal um einen Gefallen bitten. Ein dual angebundener DNS-Server oder ein Übersetzer konnte eine alte Adresse brauchen, damit die neue Verbindung überhaupt benutzbar wurde. Alain Durand schlug in ARIN Policy 2008-5 vor, dafür einen zusammenhängenden /10-Block abseits des allgemeinen Bedarfs zu halten. Seine 4.194.304 Adressen sind die Größe der gesamten Reserve, keines einzelnen Zuschlags.

Der Entwurf verteilte auch keine Eintrittskarten ohne Kontrolle. Antragsteller sollten nachweisen, dass andere Zuteilungen ihren Bedarf nicht deckten, frühere Zuteilungen weiter dem Zweck dienten und seit der letzten Vergabe sechs Monate vergangen waren. Einzelne Pakete durften zwischen /28 und /24 liegen. Durand wollte späteren IPv6-Neulingen noch eine Chance lassen. Das ARIN-Archiv vermerkt den Vorstandsschritt vom 5. Januar 2009 und die Umsetzung vom 1. April. Den letzten von IANA kommenden /8 erwähnt der Text als naheliegende Quelle, stellt die genaue Wahl des /10 jedoch ausdrücklich in das Ermessen der ARIN-Mitarbeiter.

Bei ARIN 35 im Jahr 2015 geriet die Portionsgröße erneut ins Zentrum. Viele Netze filtern Routen für kleinere Präfixe als /24. Ein /24 wäre daher leichter erreichbar als /28, verbraucht aber bei jedem Antrag mehr vom festen Vorrat. Im Protokoll denkt Durand an Organisationen, die erst in späteren Jahren auf IPv6 setzen. Sein Punkt hatte wenig mit Nostalgie für IPv4 zu tun und viel mit der Frage, ob für die Nachzügler noch Wechselgeld da ist.

Der aktuelle ARIN-Leitfaden führt die /10-Reserve für unmittelbare IPv6-Anforderungen weiter. Ein genehmigter Antrag erhält /24, die Sechsmonatsfrist bleibt. Die erste Regel und die heutige Fassung unterscheiden sich bei der Portion; beide stellen einem realen Übergangsdienst knappe Adressen zur Verfügung.