Zusammenfassung

  • Ein ungenutztes Kontingent hält eine bedingte Auswahlmöglichkeit offen. Eine erworbene Lizenz gilt für ein bestimmtes Motiv und kann das Abonnement überleben.
  • Übertragbare Kontingente haben Obergrenzen und Ablaufdaten. Dienstende, Wechsel in einen günstigeren Tarif und Kreditpakete sind getrennt zu betrachten.
  • Ein leerer Zähler beweist keinen nützlichen Bilderbestand. Die hastige Auswahl kann ungenutzte Ansprüche gegen ungenutzte Dateien und zusätzliche Arbeitsstunden tauschen.

Ein Sparprogramm mit Einkaufszettel

Stellen wir uns ein kleines Gestaltungsstudio vor. Der Inhaber prüft die laufenden Ausgaben und will Adobe Stock beenden, weil es zuletzt selten gebraucht wurde. Die Designerin schaut ins Konto: Dort sind noch ungenutzte Bezugsmöglichkeiten. Der Chef ergänzt seine Anweisung. Sie solle vorher eben ein paar Bilder auswählen, die später nützlich sein könnten.

Das Studio wollte weniger kaufen. Nun soll es schneller auswählen.

Die Szene ist erfunden, die Verschiebung der Prioritäten klar. Üblicherweise verlangt ein Auftrag nach einem Bild. Jetzt verlangt eine Frist nach denkbaren Aufträgen. Ein Berg passt irgendwann zu Ehrgeiz, eine Kaffeetasse zu Nahbarkeit, ein Händedruck zu einer Präsentation für einen Kunden, dessen Namen noch niemand kennt.

Mögliche Verwendungen lassen sich leicht erfinden. Tatsächliche Bestellungen kommen schwerer zustande. Die Designerin soll die Zukunft erraten, damit ein vergangener Einkauf vernünftig aussieht.

Im Konto liegen noch keine Bilder

Adobe Stock trennt ungenutztes Abokontingent von bereits erworbenen Lizenzen. Das Kontingent lässt sich während eines aktiven Abonnements verwenden und geht bei dessen Ende verloren. Die Lizenz für ein erworbenes Motiv ist dagegen unbefristet, sofern der Kaufvertrag nichts anderes vorsieht, und bleibt innerhalb ihrer Nutzungsgrenzen verwendbar.

Ein ordentlich lizenziertes Bild kann folglich nach dem Abonnement weiterarbeiten. Was endet, ist die Möglichkeit, das restliche Kontingent für eine andere Auswahl einzusetzen. Der Bezug eines Bildes macht aus dieser offenen Möglichkeit ein bestimmtes Nutzungsrecht.

Das kann wirtschaftlich sinnvoll sein. Ein feststehender Auftrag mit bekanntem Kunden und klarer Anwendung gibt einer vorgezogenen Auswahl einen Zweck. Das Studio beschafft etwas, das es tatsächlich benötigt.

Soll dagegen nur der Zähler verschwinden, wird der Tausch fragwürdiger. Die spätere Wahlfreiheit wird durch konkrete Dateien ersetzt, für die sich hoffentlich irgendwann eine Aufgabe findet. Verschwendung kann vom Konto auf die Festplatte umziehen, ohne dabei kleiner zu werden.

Eine gespeicherte Vorschau vollzieht diesen Tausch noch nicht. Adobe unterscheidet die Vorschau mit Wasserzeichen vom lizenzierten Inhalt, der ohne Wasserzeichen in der höchsten verfügbaren Auflösung bereitsteht. Ein Favorit oder ein Ordner voller Vorschaudateien ist kein Bestand bereits erworbener Rechte.

Die nützliche Frage des Chefs lautet deshalb, für welchen Auftrag das Motiv gebraucht wird. Die Frage, warum noch etwas übrig ist, lässt sich schon mit einem leergeräumten Zähler beantworten.

Übertragen heißt nicht verjüngen

Die Plan-FAQ nennt Übertragungsmöglichkeiten bei den Tarifen mit drei, zehn und vierzig Inhalten pro Monat. Die Obergrenze liegt beim Zwölffachen des Monatskontingents; als Beispiel stehen hundertzwanzig Inhalte beim Zehnerplan. Größere Tarife einschließlich des Plans mit siebenhundertfünfzig Inhalten bieten diesen Übertrag nicht.

Die aktuellen Bedingungen fügen dem Kontingent ein Alter hinzu. Beim hier betrachteten monatlichen Tarif mit Übertrag beträgt die Grenze zwölf Monatskontingente; ungenutzte Zuteilungen laufen jeweils zwölf Monate nach ihrer Vergabe ab, wenn Inhalte dieselbe Kontingentmenge kosten oder der Kunde außerhalb Japans wohnt. Für in Japan wohnende Kunden mit unterschiedlichen Kontingentkosten je Inhalt gelten sechs Monatskontingente und sechs Monate.

Beim monatlichen Tarif ohne Übertrag verfällt die ungenutzte Zuteilung nach einem Abrechnungszyklus.

Eine angezeigte Summe kann also unterschiedlich alte Bezugsmöglichkeiten zusammenfassen. Weiterzuzahlen verjüngt nicht alle. Wer noch einen Monat zum ruhigen Auswählen vorschlägt, muss wissen, wie viel Zeit gerade den ältesten Teilen bleibt.

Bei unterschiedlichen Kontingentkosten ist die Zahl außerdem keine allgemeingültige Bildanzahl. Ändert sich das gesuchte Material, ändert sich auch, was derselbe Bestand kaufen kann.

Der Kündigungsklick ist kein Kalender

Der Verlust beim Ende des Abonnements sollte nicht mit einem behaupteten sofortigen Löschen beim Klick verwechselt werden. Entscheidend ist das tatsächliche Dienstende des konkreten Vertrags.

Die zitierten Bedingungen für den monatlichen Tarif mit Übertrag sehen innerhalb von vierzehn Tagen nach der Erstbestellung eine vollständige Erstattung vor. Danach ist die Zahlung nicht erstattbar, und der Dienst läuft bis zum Ende des monatlichen Abrechnungszeitraums weiter. Kündigungsantrag und Leistungsende können damit auf verschiedene Tage fallen. Jahresverträge, Vorauszahlungen, Tests und regionale Regelungen haben eigene Bedingungen.

Dieselbe Übertragsklausel sieht den Verlust ungenutzter Kontingente auch beim Wechsel zu einem Abonnement mit geringerem Wert vor. Ein günstigerer Tarif ist deshalb nicht automatisch ein Parkplatz für den alten Bestand.

Der offizielle Ablauf lässt Kunden den Tarif behalten, wechseln oder mit der Kündigung fortfahren und verschickt nach Abschluss eine Bestätigung per E-Mail. Bei einem Kauf über einen Händler verweist Adobe an diesen Händler. Den letzten Bildauswahltermin aus dem Namen einer Schaltfläche abzuleiten, ist unnötig gewagt.

Kreditpakete zählen ab dem Kauf

Adobe verkauft zusätzlich Kreditpakete, die sich mit oder ohne Abonnement halten lassen. Verschiedene Inhalte kosten unterschiedliche Mengen. Ungenutzte Credits verfallen gewöhnlich ein Jahr nach dem Paketkauf, in Japan nach sechs Monaten.

Diese Uhr beginnt beim Kauf. Die Uhr eines Abokontingents kann bei dessen Zuteilung beginnen; das Ende des Dienstes setzt eine weitere Grenze. Ähnliche Bezeichnungen machen daraus keine einzige Geldbörse. Ebenso wenig gibt es einen Grund, beim Ausstieg eine automatische Übertragung des alten Abokontingents in ein Paket zu unterstellen.

Ein Studio mit unregelmäßigen Aufträgen muss deshalb zuerst auf Zeitpunkt und Art seines Bedarfs schauen. Rabatte zwischen unterschiedlichen Einheiten zu vergleichen, kann einen hübschen Preisvergleich und einen schlechten Einkauf ergeben.

Für die konkrete Rechnung unseres erfundenen Studios fehlen Tarif, Alter des Bestands, Dienstende, nächste Zahlung und tatsächliche Aufträge; diese Angaben können die Entscheidung verändern.

Ein Bild kauft nicht alle künftigen Kunden

Auch eine rechtzeitige Auswahl erzeugt keinen universell verwendbaren Fundus. Adobe überträgt Nutzungsrechte, kein Bildeigentum, und bietet keine Exklusivität. Die FAQ schließt die Verwendung von Katalogbildern als Firmenlogo aus.

Der Kunde bleibt ebenfalls eine Grenze. Ein Studio kann Inhalte im Auftrag eines Kunden lizenzieren. Für die Nutzung desselben Motivs bei verschiedenen Kunden verlangt Adobe jeweils eine eigene Lizenz. Ein gemeinsamer Ordner stellt keinen Freifahrtschein für sämtliche später gewonnenen Kunden aus.

Nur redaktionell nutzbare Inhalte dürfen nicht für Werbung, Verkaufsförderung oder Waren eingesetzt werden, auch nicht mit einer erweiterten Lizenzstufe. Ein in Eile gefundenes schönes Bild kann dem Studio deshalb weitere Sortierarbeit bescheren, statt das nächste Plakat zu lösen.

Auswahl ist Arbeit. Inhalt, Kunde, Anwendung und Auftrag müssen zusammenpassen; anschließend muss die Datei wiederzufinden sein. Zeit für imaginäre Bestellungen kann bei den bereits eingegangenen Bestellungen fehlen.

Einen Rest verfallen zu lassen, kann vernünftig sein

Weiterzahlen erhält für eine Weile die Auswahlmöglichkeit, kostet zusätzlich und stoppt nicht sämtliche Verfallsfristen. Jetzt auszuwählen erhält Rechte an bestimmten Inhalten, gibt dafür aber die Möglichkeit auf, dasselbe Kontingent später besser einzusetzen. Mit einem Rest zu gehen heißt anzuerkennen, dass mehr Optionen gekauft wurden als benötigt.

Alle drei Entscheidungen können sinnvoll sein. Unsichtbare Verschwendung auf dem Kontobildschirm ist ein schwaches Auswahlkriterium.

Das Studio muss keinen Ordner füllen, um sein altes Budget freizusprechen. Vor dem letzten Einkauf kann der Chef nach der Liste wirklicher Aufträge fragen. Berge, Kaffeetassen und Händedruck dürfen warten, bis ein Auftrag ihnen eine Aufgabe gibt.

Originalquellen: Tarife und Übertrag, Abonnement- und Kündigungsbedingungen, Kreditpakete, Nutzung und Lizenzen, Kündigungsablauf.