Summary
- Das Satellitennetz für Verwaltungsnachrichten sollte die Provinz verbinden; seine Erbauer berichten jedoch von nur 35 angeschlossenen Kommunen unter 124.
- Das Team wechselte von Mainframe-Terminals zu IP über X.25 und setzte Linux für Mail-Relay und Proxy ein. Für TCP/IP nennt die Rückschau 35 Kommunen 1994 und 102 im Jahr 1995.
Der Geltungsbereich des Erlasses war größer als die damalige Reichweite
Der Provinzerlass 2272/92 schuf einen einheitlichen Dienst für den Nachrichtenversand und -empfang in der öffentlichen Verwaltung. Sandra D’Agostino und Rodolfo Cozzi, Beteiligte am Projekt, schrieben 2020, dass die damals gemieteten Satellitenverbindungen 35 der 124 Kommunen sowie zwei Finanzämter und die Casa de la Provincia erreichten.
IBM-3278-Terminals waren über 3276/3274-Cluster und VSAT-Anlagen mit dem Mainframe des Regierungsministeriums verbunden. Die Autoren beschreiben einen terminalgebundenen Nachrichtendienst, eher wie Fernschreiben als interaktives Surfen. Eine administrative Vorschrift, die einen Dienst vorsah, belegt weder aktive Anschlüsse in jeder Kommune noch einen öffentlichen Internetzugang.
IP fuhr zunächst auf dem alten Träger
Die Provinz richtete 1991 eine Generaldirektion für Informatik ein. Laut Rückblick wurde die Planung von Software, Hardware und IT 1993 stärker koordiniert. Ein Team mit Fachleuten der Nationalen Universität La Plata entwarf daraufhin ein provinzweites IP-Netz.
Der Umbau begann nicht mit neuen Satellitenstrecken für alle Standorte. Die Beteiligten berichten, dass sie die gemieteten Links von SDLC auf X.25 umstellten und IP darüber mit Cisco-2501-Routern transportierten. An den Zugangspunkten liefen Linux-Server als Mail-Relay und Proxy. Die VSAT-Verbindungen boten nach ihrer Darstellung 9.600 oder 19.200 bit/s. Der Satellitenträger blieb bestehen; verändert wurden die Protokolle und die Verarbeitung am Rand des Netzes.
Dazu kam ein eigener Adress- und Namensplan. Das Team registrierte gba.gov.ar, beantragte am 30. Mai 1994 ein Klasse-B-Netz und erhielt laut Bericht am 3. Juni die Nummer 170.155. Die Studie zeigt Abbildungen, die als Antrag und Zuteilung beschriftet sind. Sie sagt außerdem, das Team habe im Juni 1994 privaten 10/8-Adressraum auf Bereiche wie Regierung, Wirtschaft und Bildung verteilt. RFC 1597 beschreibt den Rahmen für private Adressen, bestätigt aber nicht die Installation in Buenos Aires.
Zwei gleiche Zahlen, zwei verschiedene Ausbauphasen
D’Agostino und Cozzi beziffern die TCP/IP-Anbindung 1994 auf 35 Kommunen und 1995 auf 102. Auch für das ältere Satelliten-Nachrichtennetz nennen sie 35 Kommunen, doch die Zahl bezieht sich auf eine andere Architektur und einen früheren Zustand. Die Angaben messen weder Einwohner noch aktive Nutzer, Datenverkehr, Verfügbarkeit oder gleiche Qualität an jedem Standort.
Als Beispiel für 1995 führt die Studie eine Landschule in Bolívar an: Sie war über die Kommune mit dem Provinznetz verbunden, über eine 800-MHz-Spread-Spectrum-Strecke, die die Autoren mit 2 Mbit/s angeben. Das belegt einen einzelnen lokalen Zugang, keine flächendeckende Versorgung ländlicher Schulen. Ein Erlass von 2003 führte später ein einheitliches Datennetz für die Provinzverwaltung ein und hob die Regelung von 1992 auf. Auch das beweist nicht rückwirkend, welche Anschlüsse in den 1990er-Jahren aktiv waren.
Die historische Leistung war kein einzelner Moment, in dem die ganze Provinz „online ging“. Das Team entwickelte schrittweise IP-Dienste über ein schmales gemietetes Satellitennetz und platzierte Relay und Proxy nahe an den Zugängen. Die Zahlen und technischen Einzelheiten stammen aus einer Rückschau der Beteiligten, nicht aus unabhängiger Netztelemetrie. Sie belegen einen konkreten Migrationspfad und zwei berichtete Ausbaustände. Offen bleiben Aktivierungsdaten je Kommune, Störungen und betriebliche Ausweichwege.
Die Hauptquelle ist die Netzgeschichte von D’Agostino und Cozzi. Der Provinzerlass von 2003 liefert späteren Rechtskontext. RFC 1597 und RFC 877 erläutern private Adressen und IP über X.25, dokumentieren aber nicht den lokalen Netzausbau.
Quellen
Die Rückschau des Projektteams ist als Repository-Eintrag und Volltext verfügbar; die genannten Ausbauzahlen und technischen Details werden den Autoren zugeschrieben. Der Beitrag verweist auf die Provinzdekrete 21/91, 2272/92 und 4015/93. Die Links erhalten diese Rechtsverweise. Die alte Seite zu 2272/92 lief bei der Recherche in einen Zeitfehler; ihr Inhalt wird deshalb der Rückschau zugeschrieben und nicht als unabhängig geprüft dargestellt. Das spätere Dekret 1204/2003, RFC 1597 und RFC 877 liefern rechtlichen und technischen Kontext, aber keinen unabhängigen Nachweis des Ausbaus.
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