Summary
- Ein W3C-Arbeitsentwurf vom Januar 2010 warnte, dass
:visited, Selektorabfragen undgetComputedStyle()den Browserverlauf preisgeben können. Mozilla bereitete eine Firefox-Lösung vor, die besuchte Farben für Menschen zeigte, Skripten aber unbesuchte Stilwerte lieferte. - Chrome 136 teilte den Besuchsstatus 2025 nach Ziel-URL, oberster Website und Frame-Ursprung auf. Eine dritte Website übernimmt den violetten Zustand eines anderswo geklickten Links nicht; für Links zu eigenen Seiten gibt es eine begrenzte Ausnahme.
Das Violett eines Links erinnert den Leser an einen früheren Besuch. Eine Seite kann jedoch eine Liste möglicher Ziele auslegen und prüfen, welche davon das Violett tragen. Der W3C-Arbeitsentwurf zu Selectors API Level 2 vom 19. Januar 2010 beschrieb diesen Abfluss des Verlaufs. Er nannte Selektorabfragen, getComputedStyle() und zeigte sogar eine Schleife über querySelectorAll(":visited"). Der Entwurf warnte vor einem Mechanismus; er war keine Bestandsaufnahme aller Browser.
Den Farbumschlag abzuschaffen hätte auch dem Leser die Orientierung genommen. Mozilla erklärte im März 2010 einen anderen Weg, der sich damals im Firefox-Entwicklungszweig näherte. Besuchte Links sollten sich nur noch in Farben unterscheiden; Unterschiede in Größe, Position oder geladenen Ressourcen würden eingeschränkt. Die Layoutpfade beider Zustände sollten ähnlicher werden. Bei einer Nachfrage von JavaScript über getComputedStyle() lieferte Firefox unbesuchte Werte. Vor dem Leser lag der violette Wegweiser, vor dem Skript eine neutrale Akte.
Damit wurde das Auslesen schwieriger, während der Browser den besuchten Zustand weiterhin über Webseiten hinweg trug. Die Chrome-Erklärung von April 2025 schilderte die alte Situation: Wer auf Seite A einen Link nach B anklickte, konnte denselben Link auf einer unbeteiligten Seite C als besucht sehen. C hatte den Klick nie beobachtet. Die Markierung des persönlichen Wegs war trotzdem in C angekommen.
Die Versionshinweise für Chrome 136 nennen den 29. April 2025 als Veröffentlichung der stabilen Version. Seit dieser Version wird für :visited auch festgehalten, auf welcher obersten Website und in welchem Frame-Ursprung der Klick begann; die Ziel-URL gehört ebenfalls zum Schlüssel. A kann seine eigenen Ausgangswege markieren. C bekommt A's Violett nicht. Für Verweise auf Seiten der eigenen Website besteht eine beschränkte Ausnahme: Besuche auf eigenen Seiten kann die Website ohnehin beobachten.
Der W3C-Arbeitsentwurf Selectors Level 4 vom Januar 2026 zeigt die verschiedenen Antworten auf dasselbe Problem. Browser können :visited nie zuordnen, Stilinformationen vor Skripten verbergen oder die Markierung auf Besuche beschränken, die ein Ursprung selbst hätte sehen können. Ein Anhang skizziert einen Datensatz aus Ziel, Ausgangsursprung und oberster Website. Der Text bleibt ein Entwurf. Die darin sichtbare Grenzfrage ist sehr praktisch: Wessen Erinnerung darf hier eine Farbe auslösen?
Der violette Link blieb als Lesehilfe erhalten. Mozilla hielt das Zeichen für Menschen sichtbar und entzog Skripten den Messwert. Chrome 136 gab jeder Website nur den Teil der Erinnerung, zu dem sie eine Beziehung hatte. Der Wegweiser arbeitet weiter, jetzt ohne Klatsch über den Spaziergang beim Nachbarn.
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