Zusammenfassung

  • Geplant sind zwei Gebäude mit je 80 MW, die jeweils acht IT-Räume mit 10 MW enthalten, für insgesamt 160 MW, wenn der Campus vollständig ausgebaut ist
  • Der Vorschlag ist Vapats erster Schritt ins Rechenzentrumsgeschäft; der Standort liegt neben seinen Windparks und nahe der Umspannstation La Mudarra

Der Sachverhalt

Der spanische Windkraftentwickler Vapat hat einen Rechenzentrums-Campus in Torrelobatón (Valladolid) mit bis zu 160 MW IT-Kapazität vorgeschlagen. Das Projekt wird über DC Mudarra entwickelt, befindet sich in der Umweltprüfung und ist noch nicht in die Bauphase übergegangen.

Geplant sind zwei Rechenzentrumsgebäude mit je 80 MW, die jeweils acht IT-Räume mit 10 MW umfassen. Die gesamte Entwicklung könnte einschließlich der unterstützenden Infrastruktur knapp 250 Hektar umfassen. Der Standort liegt neben Vapats Windparks San Lorenzo und nahe der Umspannstation La Mudarra.

Medienberichte schätzen die Investition auf 1,6 bis 2 Milliarden Euro, wenngleich Vapat keine endgültige Summe bekannt gegeben hat. Der Betrag hinge von den späteren Projektphasen und Spezifikationen ab. Vor Baubeginn ist weiterhin eine Umweltgenehmigung erforderlich.

Die Bewertung

Vapat wechselt von der Entwicklung von Stromerzeugungsanlagen zur Entwicklung eines großen stromverbrauchenden Standorts. Die bestehenden Windaktivitäten verschaffen ihm eine etablierte Position rund um Torrelobatón, doch das bedeutet nicht, dass der Strom für den geplanten 160-MW-Campus bereits gesichert ist. Ein nahegelegener Windpark ist kein Liefervertrag, und die Nähe zu einer Umspannstation reserviert für sich genommen keine Kapazität für das Rechenzentrum.

Die praktische Aufgabe besteht darin, diesen Standort in eine Stromvereinbarung zu überführen, die die geplante IT-Last tragen kann, und sie dann mit Genehmigung, Bau und Kundennachfrage in Einklang zu bringen. Das Projekt befindet sich noch in der Umweltprüfung, daher sind diese späteren Phasen noch nicht belegt.

Für BTW-Leser:Der entscheidende Test ist, ob Vapat seine Position als Energieentwickler in einen genehmigten und vertraglich gesicherten Strombezug für das Rechenzentrum überführen kann. Bis dahin stärken seine Windanlagen und die Netzanbindung das Standortangebot, machen den 160-MW-Campus aber noch nicht baureif.

Was zu beobachten ist

Beobachten Sie die Umweltentscheidung sowie verbindliche Strom- oder Netzvereinbarungen für die geplante 160-MW-Last. Eine endgültige Investitionsentscheidung, ein Bauzeitplan und ein benannter Kunde oder Betriebspartner würden zeigen, ob Vapat von der Standortentwicklung zur Umsetzung übergeht und wie viel vom Campus zuerst gebaut werden dürfte.

Quellen