- TVA hat einen separaten Stromtarif für Rechenzentren eingeführt, der die durchschnittlichen Rechnungen voraussichtlich um etwa 10 % erhöhen wird; bestehende Kunden wechseln über drei Geschäftsjahre zum neuen Tarif
- Neue und wachsende Rechenzentrumslasten von mehr als 5 MW werden außerdem mit Entgelten für die Kapazität belastet, die TVA für ihre Versorgung bereitstellt
Die Fakten
Die Tennessee Valley Authority hat einen separaten Stromtarif für Rechenzentren genehmigt und bereitet sich damit auf den Anstieg großer Stromlasten in ihrem Versorgungsgebiet vor. Rechenzentrumskunden wechseln aus der Tarifklasse für das verarbeitende Gewerbe; ihre durchschnittlichen Gesamtstromrechnungen dürften dadurch um etwa 10 % steigen. Bestehende Kunden werden über drei Geschäftsjahre zum neuen Tarif wechseln.
Für neue oder wachsende Rechenzentrumslasten von mehr als 5 MW führt TVA außerdem Kapazitätsbindungsentgelte ein. Damit sollen die Kosten der für diese Projekte bereitgestellten Erzeugungs- und Netzkapazität gedeckt werden. Rechenzentrum Dynamics bezifferte die Verpflichtung für neue Projekte auf etwa 1,5 Millionen US-Dollar je MW über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. TVA hat zudem eine Regelung für Stromunterbrechungen genehmigt, die es einigen Projekten ermöglichen kann, bereits vor der Verfügbarkeit ausreichender dauerhafter Systemkapazität Strom zu beziehen, sofern der Kunde das Unterbrechungsrisiko akzeptiert.
Die Einschätzung
Mit der neuen Struktur von TVA ist eine Stromanfrage mehr als nur ein Platz in der Warteschlange. Bei neuen und wachsenden Lasten von mehr als 5 MW müssen Entwickler die Kapazität, deren Bereitstellung sie von TVA verlangen, finanziell absichern. Damit wird die von einem Projekt reservierte Strommenge bereits während der Planung zu einer Entscheidung und nicht erst dann, wenn der Standort kurz vor der Inbetriebnahme steht.
Ein Entwickler, der genügend Strom für den gesamten Campus reserviert, kann Kapazität für spätere Phasen sichern, bindet jedoch bereits Kapital, bevor diese Phasen gebaut werden. Wird nur der Bedarf der ersten Phase reserviert, bleibt die anfängliche Verpflichtung geringer; die spätere Erweiterung hängt dann allerdings davon ab, ob zusätzliche Kapazität verfügbar ist. Falls die dauerhafte Kapazität noch nicht bereitsteht, bietet eine unterbrechbare Versorgung eine weitere Möglichkeit: Das Projekt kann früher Strom beziehen, TVA darf diese Versorgung bei Bedarf jedoch drosseln.
Für die Leser von BTW bedeutet dies: TVA verpflichtet Entwickler dazu, sich früher auf Stromkapazitäten festzulegen. Projekte müssen nun entscheiden, wie viel Kapazität sie benötigen, wann sie dafür bezahlen und ob sie Unterbrechungen akzeptieren können, bevor die dauerhafte Versorgung bereitsteht.
Worauf zu achten ist
Bei den ersten Versorgungsvereinbarungen für Rechenzentren wird entscheidend sein, wann die Kapazitätszahlungen beginnen, wie viel Strom die Entwickler reservieren und welche Bedingungen für eine unterbrechbare Versorgung gelten. Diese Einzelheiten werden zeigen, ob Projekte zunächst weniger Strom anfordern, in kleineren Phasen bauen oder vorübergehende Unterbrechungsrisiken akzeptieren, während die dauerhafte Kapazität fertiggestellt wird.
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