Zusammenfassung

  • RFC 2105 beschrieb eine informative Cisco-Architektur, in der ein kurzes Tag die Tag Information Base exakt adressierte, pro Hop ersetzt wurde und eine Ausgangsschnittstelle wählte.
  • Routingprotokolle sowie Bindungs- und Verteilungsverfahren erzeugten den Zustand zuvor; bei Zielrouten konnte die Topologie statt des ersten Datenpakets die Zuweisung auslösen.
  • Ein unveränderter Weiterleitungsmechanismus diente Unicast, Multicast, Hierarchie, expliziten Routen, ATM und QoS, doch ein Tag belegte nur eine lokale Bindung.

Der kurze Treffer hatte eine lange Vorgeschichte

Ein Tag-Switch behandelte das eingehende Tag als exakten Index in seine TIB. Der Eintrag enthielt ein oder mehrere Tupel aus ausgehendem Tag, Schnittstelle und Link-Information. Der Switch ersetzte Tag und Link-Felder und sendete. Anders als die längste Präfixübereinstimmung war diese feste kurze Suche gut für Hardware geeignet und konnte eine Unicast- oder mehrere Multicast-Ausgaben liefern.

Der Treffer erklärte nicht, welche Route den nächsten Hop gewählt hatte, welcher Nachbar die Bindung geliefert hatte oder ob eine explizite Route den üblichen Zielpfad überstimmte. Das Tag war ein lokaler Ausführungsgriff. Es transportierte weder die Autorität noch den Verlauf, der seinen aktuellen Sinn erzeugt hatte.

Stabile Ausführung, austauschbare Kontrolle

RFC 2105 trennte Weiterleitung und Kontrolle. Die Weiterleitung wiederholte dieselbe Operation; Kontrollmodule banden Tags an unterschiedliche Routingobjekte und verbreiteten sie. Ein neues Modul konnte eine neue Funktion ergänzen, ohne den schnellen Datenpfad umzubauen.

Damit blieb teure Hardware wiederverwendbar. Zugleich entstand eine klare Beweisgrenze. Ein korrekt getauschtes Tag zeigte, dass ein lokaler Eintrag ausführbar war. Es zeigte nicht, ob die Eingangsdaten des Kontrollmoduls frisch waren, die Verteilung konvergiert hatte oder die zugrunde liegende Richtlinie genehmigt war.

Zuerst kam die Route, dann ihre Kennung

Für zielbasiertes Weiterleiten bauten OSPF, BGP oder andere Netzprotokolle weiterhin die FIB. Die Architektur erlaubte Downstream-Zuweisung, Downstream on Demand und Upstream-Zuweisung. Im üblichen Downstream-Modell erzeugte eine erreichbare Route eine lokale Bindung; der Switch kündigte sie an, und sein Nachbar verwendete das vom nächsten Hop empfangene Tag als Ausgangswert.

Bindungen konnten an Routingnachrichten angehängt oder über das vorgeschlagene Tag Distribution Protocol übertragen werden. TDP war nicht einfach ein früher Name für LDP. RFC 5036 legte später einen eigenständigen Standard mit Discovery-, Sitzungs-, Mapping- und Fehlerverfahren fest.

Routingzustand statt Verkehrsbeobachtung

Die Zuweisung für Zielrouten war laut RFC topology driven. Ein FIB-Eintrag konnte Tag-Zustand erzeugen, bevor irgendein Nutzpaket eintraf. Damit hing die Zustandsmenge von Routen und nicht von der Zahl flüchtiger Datenströme ab; ein Tag konnte einen Präfix oder eine Routengruppe vertreten.

Vorberechnung beseitigte den Zeitbezug nicht. Eine Änderung von Route, nächstem Hop oder Verteilung begann eine neue Beweisepoche. Blieb der alte Eintrag zurück, lieferte der schnelle Pfad weiterhin eine effiziente Antwort auf eine überholte Frage.

Die Netzwerkschicht blieb unverzichtbar

Ein ungetaggtes Paket brauchte zunächst einen normalen Netzwerklayer-Lookup. Auch Aggregation hatte eine Grenze: Führten unter einem Tag zusammengefasste Routen zu unterschiedlichen nächsten Hops, musste der Aggregationspunkt die Zieladresse auswerten.

Diese Ausnahmen zeigen, was beschleunigt wurde. Das System verwendete eine bereits getroffene Interpretation erneut. Wo noch kein Kontext vorhanden war oder die Zusammenfassung notwendige Unterschiede verschluckte, musste es die ursprüngliche Entscheidung wieder herstellen.

Ein Stack verlagerte Wissen an den Rand

An einer Domänengrenze konnte ein Router über ein äußeres Tag ein inneres Tag legen. Im Kern wurde nur das oberste Tag verarbeitet, bis die Ausgangsgrenze es entfernte. Das darunterliegende Tag blieb für den nächsten Kontext erhalten. So mussten interne Router nicht die vollständige externe Routingtabelle tragen.

Der Stack war trotzdem kein Pfadprotokoll. Seine Ebenen waren lokal bedeutend und verrieten weder sämtliche Kontrollnachrichten noch verworfene Alternativen oder Übergangszustände. Er bewahrte ausführbaren Kontext, nicht die prüfbare Geschichte der Reise.

Ein Datenpfad, mehrere Kontrollansprüche

Beim Multicast baute Routing zuerst einen Baum; danach installierte das Modul mehrere Ausgangstupel in der TIB. Bei explizitem Routing konnte Kontrolle einen vom Zielrouting abweichenden Pfad einrichten. ATM konnte VPI und VCI als Tags nutzen, verlangte aber weiterhin Routingteilnahme und Tag-Switching-Kontrolle; klassische ATM-Kontrolle konnte daneben mit getrennten Ressourcen bestehen.

Bei QoS klassifizierte der Eingang ein Paket und gab ihm ein Klassentag. Nachfolgende Switches fanden damit Planungszustand, ohne erneut zu klassifizieren. Das Tag belegte jedoch weder reservierte Kapazität noch Warteschlange, Verlust, Latenz oder Zustellung. Klassifizierung und Dienstwirkung blieben getrennt.

Informativ war kein Standardisierungsbeleg

RFC 2105 entstand nicht in einer IETF-Arbeitsgruppe, lag nicht auf dem Standards Track und definierte keinen Internetstandard. Der Datatracker kennzeichnet ihn heute als Legacy ohne formale Stellung im Standardisierungsprozess. Sicherheitsfragen wurden nicht erörtert; außerdem wurde eine mögliche Cisco-IP-Position vermerkt.

Die Standards-Track-MPLS-Architektur in RFC 3031 nutzte später lokal bedeutsame Labels, FECs, Stacks und Ersetzung pro Hop. Die strukturelle Nähe ist sichtbar. RFC 3031 zitiert RFC 2105 jedoch weder nach Nummer noch nach Titel. Tag Switching war ein historischer Weg zur labelbasierten Architektur; das Dokument allein beweist keine direkte Kausalität, Implementierungslinie oder allgemeine Einführung.

Lu Hengs Texte liefern dafür eine passende Trennung: Veröffentlichung ist nicht Ausführung, eine gemeinsame Spezifikation darf nicht die Autorität einer nicht übernommenen Änderung beanspruchen, und symbolische Beschreibung ist keine operative Realität. Dokument, Route, Bindung, TIB-Eintrag und beobachtete Zustellung sind verschiedene Belege.

Quellen