Zusammenfassung

  • Ein Steam-App-Transfer erhält die Spieleseite, Bewertungen, Käuferrechte und Wunschlistenhistorie. Frühere monatliche Zahlungsberichte bleiben beim bisherigen Partner.
  • Gemeinsame App-Verwaltung ändert den Zahlungsempfänger nicht. Finanzdaten erfordern eine gesonderte Freigabe und passende Rechte des jeweiligen Nutzers.
  • Wirksamkeitsdatum, Plattformfreigabe, technische Schlüssel und bestehende Rabattfristen bilden verschiedene Teile der Übergabe.

Der neue Publisher darf das Schaufenster putzen

Ein neuer Publisher hat Zugriff auf ein Spiel. Er kann Bilder austauschen und die Beschreibung bearbeiten. Für die Übernahmefeier plant er einen Rabatt. Dann stellt sich heraus: Die Verwaltung wurde geteilt, die Zahlungsberechtigung aber noch nicht übertragen. Den Preis darf weiterhin nur der bisher zahlungsberechtigte Partner festlegen.

Das ist ein erfundenes Beispiel für eine ausdrücklich dokumentierte Trennung. Steam erlaubt mehreren Partnern, eine Anwendung gemeinsam zu verwalten. Die Zahlungsregeln bleiben dabei unverändert. Für Preise und Rabatte ist der Partner zuständig, dem die Zahlungen zustehen; der ausführende Nutzer braucht zusätzlich die entsprechende Berechtigung.

Ein funktionierender Zugang zum Schaufenster ist also ein ziemlich schlechter Beleg dafür, dass die Kasse schon mitgekommen ist. Wer ein Spiel übernimmt, erhält verschiedene Fähigkeiten zu verschiedenen Bedingungen. Am auffälligsten wird das bei den Unterlagen, die erklären sollen, was die Kasse früher tatsächlich eingebracht hat.

Die Wunschliste reist leichter als die Monatsabrechnung

Nach einem App-Transfer bekommt der neue Partner die gesamte historische Wunschlistenauswertung des Spiels. Die Follower bleiben ebenfalls erhalten. Kunden verlieren durch den Transfer ihre erworbenen Spielrechte nicht. Bewertungen, Foren und andere Community-Inhalte bleiben beim Spiel.

Für einen Käufer ist das wertvoll. Er kann an vorhandenes Interesse anknüpfen, statt die Öffentlichkeit auf eine neue Produktseite zu locken und um neue Bewertungen zu bitten. Die Anwendung behält ihre Kennung. Nach der Übernahme kann der neue Verwalter die Seite und den Publisher-Eintrag ändern, neue Dateien hochladen und das Spiel weiterentwickeln.

Die Finanzhistorie folgt einer anderen Zuordnung. Standardmäßig sehen Partner Finanzinformationen für jene Zeiträume, in denen ihnen die Zahlungen für das Spiel zustanden. Der neue Partner beginnt mit dem Transfer. Der alte kann ihm die Sicht auf die vollständige Verkaufshistorie freigeben. Seine monatlichen Zahlungsberichte und die Zahlungshistorie werden jedoch nicht automatisch mit der Anwendung übertragen.

Ein Käufer kann deshalb die vollständige Geschichte der Kaufwünsche sehen und trotzdem auf die Abrechnungen warten, mit denen sich frühere Einnahmen prüfen lassen. Das Spiel ist angekommen. Der Anhang zur wirtschaftlichen Geschichte steht noch auf einer anderen Aufgabenliste.

Nicht jede Umsatzanzeige beantwortet dieselbe Frage

Die Steam-Dokumentation unterscheidet zwischen der nahezu in Echtzeit verfügbaren Verkaufs- und Aktivierungsauswertung und dem monatlichen Bericht. Die erste zeigt unter anderem Umsatz und Stückzahlen. Die dortigen Umsatzbeträge enthalten keine Abzüge für Erstattungen, Rückbelastungen und Steuern.

Der Monatsbericht enthält diese detaillierteren Abzüge und spiegelt den tatsächlich auszuzahlenden Betrag wider. Er lässt sich als CSV herunterladen. Wer frühere Zahlungsflüsse eines übernommenen Spiels nachvollziehen will, braucht deshalb mehr als eine eindrucksvolle Umsatzkurve.

Die Parteien können historische Verkaufssicht und die Übergabe früherer Abrechnungsdateien vereinbaren. Das sind ergänzende Aufgaben. Eine Freigabe in Steam ersetzt nicht die Lieferung bestimmter Monatsunterlagen durch den bisherigen Empfänger.

Auch die Freigabe selbst hat zwei Ebenen. Beim Teilen einer Anwendung kann der Partner den Zugriff auf Finanzdaten zusätzlich erlauben. Einzelne Nutzer des empfangenden Partners benötigen weiterhin die Berechtigung View Financials. Dass die beiden Unternehmen den Zugang geklärt haben, bedeutet noch nicht, dass die Person mit dem Abstimmungsblatt ihn tatsächlich besitzt.

Die öffentlichen Unterlagen beziffern weder dadurch verursachte Verzögerungen noch Abschläge bei Kaufpreisen. Dafür wären verknüpfte Transfer-, Support- und Abrechnungsdaten nötig. Die dokumentierte Trennung reicht aber aus, um die Reihenfolge zu bestimmen: erst klären, welche historischen Nachweise gebraucht werden, dann darauf vertrauen, dass die Übernahme wirtschaftlich vollständig dokumentiert ist.

Zwei Bestätigungen und ein Dritter

Eine App-Übertragung läuft über mehr als die Annahme einer Einladung. Der bisherige Partner gibt Empfänger, gewünschtes Wirksamkeitsdatum und Grund an. Der Empfänger nimmt an, der Absender bestätigt erneut, anschließend prüft Valve.

Auf beiden Seiten ist die Steamworks-Berechtigung Actual Authority erforderlich. Der empfangende Partner muss vollständig eingerichtet und verifiziert sein. Die gewöhnliche gemeinsame App-Verwaltung wird zwischen den Parteien bestätigt und braucht keine Valve-Freigabe; der Wechsel des Partners, der Zahlungen erhält, dagegen schon.

Valve nennt üblicherweise zwei bis sieben Geschäftstage für die Prüfung, nachdem beide Seiten vollständig zugestimmt haben. Daraus lässt sich kein fester Termin für den gesamten Vorgang machen. Die Zeit, in der eine Partei ihre Bestätigung noch sucht, liegt davor.

Das System schlägt als Wirksamkeitsdatum sieben Tage nach dem Start vor. An diesem Datum wechseln die Verwaltungsrechte; kommt die Freigabe erst später, wechseln sie unmittelbar nach der Freigabe. Wer vorab zusammenarbeiten will, kann Verwaltungszugriff teilen. Der Zeitpunkt, an dem die Oberfläche bedienbar wird, muss damit nicht schon der Wechsel des Zahlungsempfängers sein.

Der Zahlungsempfänger wechselt nicht mit einer Sofortüberweisung

Das Wirksamkeitsdatum legt fest, ab wann Zahlungen dem neuen Partner zukommen. Es ist keine Zusage, dass an diesem Morgen Bargeld auf dessen Bankkonto liegt. Steams Zahlungsdokumentation nennt als Beispiel Verkäufe im Februar, deren Zahlung Ende März erfolgt.

Für die Liquiditätsplanung sind daher der zugeordnete Verkaufszeitraum und der tatsächliche Zahlungszyklus getrennt zu betrachten. Ein Team kann den Betrieb bereits übernommen haben, während die erste dazugehörige Auszahlung noch bevorsteht. Die Bestätigung des Transfers ist keine Bankquittung.

Diese Unterscheidung schützt auch die Abstimmung zwischen Käufer und Verkäufer. Wenn beide von einem Übergang zum Monatsende sprechen, sollten sie dieselbe Sache meinen: den Plattformtermin, den betroffenen Umsatzzeitraum oder eine erwartete Zahlung. Drei verschiedene Kalender passen schlecht in ein einziges unpräzises Datum.

Die Vergangenheit behält noch andere Schlüssel

Manche Verbindungen bleiben außerhalb der neuen App-Verwaltung. Die Kontrolle über bestehende Bundles wird nicht zusammen mit dem Spiel übertragen. Falls nötig, kann der bisherige Partner das Spiel vorher herausnehmen oder ein Bundle in eine gemeinschaftliche Form überführen. Für eine Entfernung nach dem Transfer beschreibt Steam außerdem den Weg über den Support.

Bestehende Rabattfristen bleiben ebenfalls bestehen. Der Transfer setzt sie weder zurück noch verkürzt er sie. Die normale 30-Tage-Frist zwischen Rabatten kennt Ausnahmen für die vier saisonalen Steam-Aktionen; die 30-Tage-Fristen nach Veröffentlichung oder Preiserhöhung gelten auch dort. Ein neuer Firmenname macht aus einem gerade rabattierten Spiel kein unbeschriebenes Kalenderblatt.

Sogar die Sichtbarkeit hat eine gesonderte Grenze. Beim Start eines Transfers wird das Spiel von bisherigen Entwickler- oder Publisher-Homepages entfernt. Nach Abschluss kann es auf der neuen Homepage gelistet werden. Die unveränderte Spieleseite garantiert also nicht, dass jede bisherige Präsentationsfläche unverändert bleibt.

Verwendet das Backend Publisher-API-Schlüssel, etwa für Mikrotransaktionen oder Berechtigungsprüfungen, braucht der Empfänger neue eigene Schlüssel. Die alten werden nicht mitübertragen. Valve beschreibt eine Übergangsphase mit fortbestehendem Verwaltungszugriff, neuen Schlüsseln, Umstellung und Funktionsprüfung, bevor die frühere Freigabe endet. Finanzsicht muss dafür nicht zusätzlich erteilt werden.

Für Spieler darf diese Arbeit unsichtbar bleiben. Für den Käufer wäre Unsichtbarkeit eine schlechte Übergabemethode. Das Spiel kann weiterlaufen, während Abrechnungen fehlen, Rabattpläne warten und eine technische Freigabe noch offen ist. Die Wunschliste ist erfreulich mobil. Die wirtschaftliche Vergangenheit braucht einen benannten Umzugshelfer.

Originalquellen

Steam-Dokumentation zur App-Übertragung, gemeinsame App-Verwaltung und Finanzsicht, Berichte und Zahlungen, Rabattberechtigungen und Fristen.