- Sparkle und Hellas Sat haben eine rund 72.000 km lange GEO-Satellitenverbindung zwischen Griechenland und Zypern mit quantensicherem IPsec-Schutz ausgestattet
- Die Implementierung erweitert einen früheren terrestrischen QSI-Test, während eine kommerzielle Einführung auf weiteren Strecken und bei weiteren Kunden noch nicht belegt ist
Die Fakten
Sparkle und Hellas Sat teilten am 2. September mit, dass sie eine quantensichere Satellitenverbindung zwischen Griechenland und Zypern eingerichtet haben. Die Verbindung verknüpft Sparkles Rechenzentrum in Metamorfosis, Athen, über einen geostationären Satelliten mit der Infrastruktur von Hellas Sat auf Zypern. Nach Angaben der Unternehmen beträgt die gesamte Satellitenstrecke einschließlich Aufwärts- und Abwärtsverbindung rund 72.000 km.
Die Implementierung nutzt Sparkles Quantum Safe Interconnect, kurz QSI. Der Dienst ermöglicht die quantensichere Bereitstellung von Schlüsseln und einen automatisierten Schlüsselwechsel über eine IPsec-Verbindung. Sie folgt auf einen im März abgeschlossenen Machbarkeitsnachweis zwischen zwei Rechenzentren in Griechenland.
Die jüngste Implementierung zeigt, dass derselbe QSI-Ansatz sowohl über eine Satellitenstrecke als auch über eine terrestrische Verbindung funktionieren kann. Hellas Sat erklärte, die Arbeiten schafften eine Grundlage für die Bewertung kommerzieller quantensicherer Satellitendienste. Die Unternehmen haben jedoch weder eine breitere Einführung angekündigt noch einen kommerziellen Kunden genannt.
Die Einordnung
Sparkle hatte QSI bereits zwischen Rechenzentren getestet. Die Verbindung zwischen Griechenland und Zypern zeigt, dass dasselbe System den Datenverkehr auch schützen kann, wenn ein Teil der Strecke über einen geostationären Satelliten führt. Damit kann Sparkle den Dienst in einem breiteren Spektrum von Netzen einsetzen.
Dies könnte für Kunden relevant sein, die an einigen Standorten auf Glasfaser und an anderen auf Satellitenverbindungen angewiesen sind. Grundsätzlich könnten sie für beide Verbindungsarten denselben Ansatz für Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung nutzen, anstatt getrennte Sicherheitssysteme zu betreiben. Bislang haben Sparkle und Hellas Sat dies jedoch nur auf einer einzigen Satellitenstrecke demonstriert.
Für die Leserinnen und Leser von BTW stellt sich als Nächstes die Frage, ob daraus ein wiederholbar einsetzbarer Dienst werden kann oder ob es bei einer technischen Demonstration bleibt. Die Implementierung bei einem namentlich genannten Kunden und anschließend weitere Strecken mit derselben Konfiguration würden zeigen, ob Sparkle und Hellas Sat den Schritt vom Test zum kommerziellen Einsatz schaffen.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten sind der erste kommerzielle Kunde, der QSI über Satellit nutzt, sowie weitere Strecken oder Standorte außerhalb Griechenlands und Zyperns. Angaben zur Implementierungsdauer, zum Schlüsselwechsel und zur Integration in bestehende Sicherheitssysteme würden zeigen, ob sich der Ansatz als Standarddienst wiederholen lässt oder für jede Verbindung separat eingerichtet werden muss.
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