- Amazon LEO for Government, Lockheed Martin, Northrop Grumman, Rocket Lab und York Space Systems erhalten jeweils ein Vertragspaket im Wert von 12 Mio. US-Dollar
- Jedes Paket kombiniert eine mit 10 Mio. US-Dollar dotierte anbieterübergreifende Demonstration des Datentransports mit Arbeiten im Wert von 2 Mio. US-Dollar an Space Exchange Point-Satelliten, die als Orbitalrouter dienen
Die Fakten
Das Space Systems Command der US Space Force hat fünf Unternehmen einander ergänzende Vertragspakete im Wert von jeweils 12 Mio. US-Dollar beziehungsweise insgesamt 60 Mio. US-Dollar für Integrationsarbeiten am Space Data Network erteilt. Die Auftragnehmer sind Amazon LEO for Government, Lockheed Martin, Northrop Grumman, Rocket Lab und York Space Systems.
Jedes Paket umfasst einen Festpreisvertrag über 10 Mio. US-Dollar mit einer Laufzeit von sechs bis neun Monaten. Damit soll der Datentransport zwischen den Systemen der Anbieter und dem SDN Backbone demonstriert werden – sowohl vom Boden ins All als auch zwischen Systemen im All. Eine separate Vereinbarung über 2 Mio. US-Dollar im Rahmen der Other Transaction Authority mit einer Laufzeit von sechs Monaten unterstützt die Entwicklung und Bereitstellung von Space Exchange Point-Satelliten, die als Orbitalrouter zwischen verschiedenen Netzen und dem Backbone fungieren.
Die Arbeiten betreffen die Integration und Demonstration, nicht die Bereitstellung eines vollständigen Netzes mit mehreren Anbietern. Das SDN Backbone ist ein separates Programm, für das SpaceX im Mai einen Auftrag über 2,29 Mrd. US-Dollar erhielt. Ein einsatzfähiger Prototyp soll bis Ende 2027 vorliegen.
Die Einordnung
Die Aufträge finanzieren nicht fünf Alternativen zum Backbone des Space Data Network. Vielmehr wird erprobt, ob Raumfahrzeuge und Kommunikationssysteme verschiedener Anbieter über gemeinsame physische, elektrische und Datenschnittstellen an dieses Backbone angebunden werden können. Neu ist das Verfahren zur Einbindung eines weiteren Anbieters: Die Space Force will, dass Anbieter einen gemeinsamen Integrationsstandard erfüllen, statt für jedes Raumfahrzeug oder Netz eine eigene neue Verbindung zu entwickeln.
Die Arbeiten am Space Exchange Point übertragen denselben Ansatz in den Orbit. Diese Satelliten sollen Datenverkehr zwischen ansonsten getrennten Netzen weiterleiten, doch mit den aktuellen Aufträgen wird ihre Entwicklung lediglich angestoßen. Die ersten Demonstrationen müssen noch zeigen, dass unabhängig voneinander gebaute Systeme mithilfe der vorgeschlagenen Standards Daten über das Backbone austauschen können. Für die BTW-Leserschaft ist eine offene Architektur betrieblich erst dann nützlich, wenn sich ein neuer Anbieter ohne ein eigens zugeschnittenes Integrationsprogramm anbinden lässt.
Die nächsten sechs bis neun Monate werden zeigen, ob der gemeinsame Schnittstellenstandard dies in der Praxis ermöglicht.
Worauf zu achten ist
Entscheidend ist bei den sechs bis neun Monate dauernden Demonstrationen, ob zwischen Anbietersystemen und dem SDN Backbone live Daten vom Boden ins All und zwischen Systemen im All übertragen werden. Die Arbeiten am Space Exchange Point im Umfang von 2 Mio. US-Dollar sollten zudem erkennen lassen, ob Orbitalrouter-Prototypen einem Flugeinsatz näherkommen. Folgebeschaffungen werden klären, ob neue Anbieter über die gemeinsamen Schnittstellenstandards eingebunden werden können oder weiterhin eine umfangreiche anbieterspezifische Integration benötigen.
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