Zusammenfassung

  • SEMIFIVE hat die Serienfertigung des KI-Inferenzbeschleunigers Bertha von HyperAccel im 4-nm-Prozess von Samsung Foundry aufgenommen
  • Der erste Produktionsvertrag ist gesichert; weitere Bestellungen werden erwartet, wenn HyperAccel seine Dienste ausweitet

Die Fakten

SEMIFIVE teilte am 8. September mit, dass das Unternehmen die Serienfertigung des KI-Inferenzbeschleunigers Bertha von HyperAccel im 4-nm-Prozess von Samsung Foundry aufgenommen habe. Der Chip ist für die Inferenz großer Sprachmodelle ausgelegt und hat eine Chipfläche von mehr als 500 Quadratmillimetern.

SEMIFIVE übernimmt Leistungen vom Design und der Verifizierung über die Chipgehäusefertigung und Tests bis hin zur Serienbelieferung. Die Unternehmen gaben ihre Produktionsvereinbarung erstmals im Oktober 2024 bekannt. Laut SEMIFIVE ist nun ein erster Produktionsvertrag gesichert; das Unternehmen erwartet weitere Bestellungen, wenn HyperAccel seine Dienste ausweitet. Nicht offengelegt wurden die Zahl der produzierten Chips, die Versandmengen oder ein Plan für regelmäßig wiederkehrende Produktionsläufe.

Die Einordnung

Für Bertha verfügt HyperAccel nun über Hardware aus der Serienfertigung und nicht mehr nur über einen Entwicklungsplan. Damit erhalten Kunden einen Chip, den sie für ihre eigenen Inferenzlasten bewerten können, und das Vorhaben rückt näher an den Einsatz in Rechenzentrumssystemen.

Die Produktionsankündigung zeigt noch nicht, wie viel Hardware verfügbar sein wird. SEMIFIVE hat den ersten Auftrag gesichert, doch die weitere Fertigung hängt davon ab, dass HyperAccel mit der Ausweitung seiner Dienste zusätzliche Bestellungen aufgibt. Ein Kunde, der Kapazitäten rund um Bertha plant, müsste daher verstehen, wie der Chip arbeitet und welche Liefermengen HyperAccel sichern kann.

Für die Leserschaft von BTW ist Bertha damit dem Einsatz als nutzbare KI-Infrastruktur näher gekommen, doch der Umfang dieses Einsatzes bleibt unklar. Wiederholte Produktionsaufträge und namentlich genannte Kundeneinsätze würden zeigen, ob aus dem ersten Fertigungslauf dauerhaft verfügbare Kapazität entsteht.

Worauf Sie achten sollten

Achten Sie auf Folgeaufträge, offengelegte Versandmengen und namentlich genannte Einsätze von Bertha. Ergebnisse mit Inferenzlasten von Kunden würden belegen, wie der Chip nach der Installation arbeitet, während wiederholte Fertigungsaufträge zeigen würden, ob HyperAccel über den ersten Produktionslauf hinaus expandiert.