Zusammenfassung
- Der heutige S3-Lifecycle-Standard lässt Objekte unter 128 KB in keine Speicherklasse wechseln. Vor September 2024 konnten sie standardmäßig noch in S3 Glacier Flexible Retrieval oder Deep Archive übergehen.
- Frühere Konfigurationen behalten dieses Verhalten bis zur Änderung. Wer Regeln anlegt, bearbeitet oder löscht, erhält den neueren Standard, sofern er nicht das frühere Verhalten oder einen eigenen Größenfilter festlegt.
Der Schalter sitzt nicht in der bearbeiteten Zeile
Ein Team öffnet die Lifecycle-Regeln eines alten Buckets und verschiebt einen Zeitpunkt. Die Änderung gelingt; die Regel bleibt aktiv. Die AWS-Dokumentation beschreibt jedoch eine zweite Wirkung: Wird eine Konfiguration von vor September 2024 geändert, gilt anschließend der neuere Standard für kleine Objekte. Der betrifft auch Teile der Konfiguration, die das Team in dieser Sitzung gar nicht anfassen wollte.
Früher durften Objekte unter 128 KB standardmäßig nur in Glacier Flexible Retrieval oder Deep Archive wechseln, sofern sie die übrigen Regelbedingungen erfüllten. Jetzt wechseln sie ohne explizite Ausnahme standardmäßig in keine Klasse. Die Daten verschwinden dadurch nicht. Sie bleiben in ihrer aktuellen Klasse, bis eine andere gültige Regel oder ein bewusster Filter etwas anderes vorgibt. Wer eine Archivierungsplanung aus dem Vorjahr einfach fortschreibt, kann den Klassenmix falsch kalkulieren.
AWS begründet die Schwelle mit den Kosten je Objekt. Jeder Übergang verursacht eine berechnete Anfrage; bei sehr kleinen Objekten kann die Anfrage teurer sein als die eingesparte Speichergebühr. In den beiden genannten Glacier-Klassen kommen pro archiviertem Objekt 40 KB berechnete Metadaten hinzu: 8 KB zum S3-Standard-Tarif und 32 KB zum Archivtarif. Der neue Ausgangspunkt verhindert damit häufig unsinnige Kleinsttransfers, ersetzt aber keine Rechnung für den konkreten Datenbestand.
Der Kunde kann die Schwelle verändern. Ein eigener Größenfilter hat Vorrang vor dem Standard; AWS zeigt dafür ein Beispiel. Die Lifecycle-API erlaubt bei allgemeinen Buckets außerdem die Wahl zwischen der alten klassenabhängigen Voreinstellung und der neuen 128-KB-Grenze für alle Klassen. Für diese Wahl zählen Objektzahl, Größenverteilung, Übergangsanfragen, Aufbewahrung und spätere Abrufe. Eine pauschale Ersparnis lässt sich aus der Dokumentation nicht ableiten.
Quellen
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