Zusammenfassung

  • 2027 beträgt der Jahresbeitrag 1.894 Euro je LIR-Konto. Die erste ASN des Kontos ist enthalten; weitere ASNs und bestimmte Ressourceneinträge bleiben separat bepreist.
  • Die veröffentlichten Summen verknüpfen Konten, ASN-Zahlen und direktvertragliche Legacy-IPv4-Registrierungen nicht miteinander. Eine typische Änderung pro Mitglied lässt sich daraus nicht berechnen.

Die Gebührenordnung zählt mehrere Einheiten

Ausgangspunkt ist das LIR-Konto, nicht der Adressblock. Die RIPE-NCC-Gebührenordnung 2027 setzt den Jahresbeitrag auf 1.894 Euro je Konto fest. Bei der Generalversammlung im Mai 2026 entschieden sich die Mitglieder für Modell A: ein Beitrag je LIR-Konto. Das bestimmt die jährliche Grundstruktur, macht aber nicht jede weitere Position zu einer Kontogebühr.

An der ASN-Regel wird der Unterschied sichtbar. Die erste einem LIR-Konto zugeordnete ASN ist im Jahresbeitrag enthalten; jede weitere kostet 50 Euro. 2026 waren 50 Euro je ASN-Zuteilung fällig. In einem Vorher-nachher-Vergleich können deshalb eine höhere Kontogebühr und ein entfallender Erst-ASN-Posten zusammentreffen, während zusätzliche ASNs weiter berechnet werden.

Andere Positionen haben wiederum eine eigene Einheit. Die Gebühr von 75 Euro je unabhängiger Zuteilung einer Internetnummernressource bleibt für IPv4- und IPv6-PI-, Anycast- sowie IPv4- und IPv6-IXP-Zuteilungen bestehen. Sie gilt für die genannten Zuteilungsklassen, nicht für jede Adresse innerhalb eines zugeteilten Blocks. Bei einer konkreten Rechnung sollte sie getrennt vom Jahresbeitrag betrachtet werden.

Ein eng begrenztes Beispiel macht die Rechnung nachvollziehbar. Bei einem unveränderten Konto mit genau einer berechtigten ASN beliefen sich die zwei hier relevanten wiederkehrenden Positionen 2026 auf 1.800 plus 50 Euro. 2027 sind es 1.894 Euro, weil die erste ASN enthalten ist: zusammen 44 Euro mehr. Ohne ASN steigt allein die Kontoposition um 94 Euro. Unabhängige Zuteilungen, neue Konten, Legacy-Ressourcen und andere Rechnungspositionen sind nicht enthalten. Das ist kein typisches Mitgliederprofil.

Bei Legacy-IPv4 zählt der Vertragsweg

Auch Legacy-IPv4-Einträge unterscheidet die Ordnung nach dem Vertragsverhältnis. Über ein Sponsoring-LIR registrierte Ressourcen kosten weiterhin je 75 Euro. Ab 2027 kosten Registrierungen auf Grundlage eines direkten Vertrags mit RIPE NCC ebenfalls 75 Euro je Ressource; 2026 stand für diese direkte Registrierungsposition noch 0 Euro. Der Jahresbeitrag eines direktvertraglichen Legacy-Inhabers entspricht dem LIR-Jahresbeitrag und beträgt 2027 1.894 Euro.

Für einen unveränderten Direktvertragsinhaber mit N registrierten Legacy-IPv4-Ressourcen ändern sich die beiden hier betrachteten Positionen um 94 Euro plus 75 Euro je Ressource, bevor weitere Posten berücksichtigt werden. Das ist eine Formel für einen definierten Einzelfall, keine Schätzung der Zahl betroffener Inhaber oder Ressourcen. Sponsoring und Direktvertrag dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Was die öffentlichen Summen offenlassen

Der RIPE-NCC-Mitgliederbericht für August 2026 nennt 20.687 LIR-Konten und 19.977 Mitglieder. Die getrennten Summen sind keine gemeinsame Aufstellung der Konten, der ASNs je Konto, unabhängiger Zuteilungen und Legacy-IPv4-Registrierungen nach Vertragsweg. Sie verraten weder, wie viele Mitglieder mehrere Konten haben, noch wo zusätzliche ASNs liegen oder wie viele direkte Legacy-Einträge die neue Position betreffen.

Für eine Folgenabschätzung braucht man die Verteilung der Einheiten, auf die sich die Regeln beziehen. Die Zahl der Konten und die Zahl der Mitglieder zeigen nicht, welche Kombination von Positionen für einen Betreiber gilt. Ohne diese Verknüpfung lässt sich die Vorschrift erläutern, aber ihre Belastung nicht auf Mitgliedergruppen verteilen.

Mehr Transparenz erfordert keine Veröffentlichung identifizierbarer Kontodaten. Ein Rechner mit klaren Einheiten und Ausschlüssen oder anonymisierte Auswirkungsbänder samt Nennern könnten Mitgliedern die Prüfung erleichtern. Solange diese Angaben fehlen, belegen die Quellen die Gebührenregel – nicht, wer künftig mehr bezahlt.

Quellen