Zusammenfassung
- RFC 9903 ist ein IETF Standards Track-Dokument. Es definiert
ietf-ospf-sr-mplsfür OSPFv2 und OSPFv3 und erweitert das OSPF-Modell aus RFC 9129. - RFC 9020 liefert die protokollunabhängigen SR-Ressourcen: Mapping-Server-Bindings auf Instanzebene, ein SRGB je Protokoll und Interface-Adj-SIDs.
- Die Aktivierung auf Area-Ebene schaltet SR-MPLS auf allen Interfaces dieser Area frei und bewirkt entsprechende LSA-Ankündigungen. Sie ist deshalb nicht auf ein einzelnes Interface beschränkt.
Der zentrale Mechanismus ist eine gemeinsame Verwaltungssicht, nicht eine gemeinsame Wire-Codierung. Bei OSPFv2 werden Prefix Range und Prefix-SID in Extended Prefix Opaque LSAs abgebildet; Algorithmus, SID/Label Range, SR Local Block und SRMS Preference erscheinen in Router Information Opaque LSAs. OSPFv3 verteilt Prefix Range und Prefix-SID über Extended-Prefix-LSAs und TLVs. Adj-SID und LAN Adj-SID stehen in Router-Link-TLVs, während Algorithmus, Range, Local Block und SRMS Preference in Router Information LSAs erscheinen. Ein Controller muss daher die richtige Evidenzfamilie für die laufende Version prüfen.
RFC 9129 ist die OSPF-Basis, die RFC 9903 augmentiert; RFC 9020 trägt die gemeinsamen SR-Gruppierungen. Die Konfiguration hat bewusst mehrere Reichweiten: Instanzressourcen und Bindings, Area-weite Aktivierung und Interface-Adj-SIDs für bestimmte Nachbarn auf Broadcast- oder NBMA-Multiaccess-Interfaces. TI-LFA über MPLS sowie SR-basiertes Remote LFA sind optionale Funktionen. Remote LFA darf für diese Funktion nur als Grundlage dienen, wenn Remote LFA aktiviert ist. Das Modell selbst leitet keine Pfade weiter, berechnet sie nicht und weist keine Labels zu.
Preflight: OSPF-Version und betroffene Areas festhalten; alle Interfaces der Area inventarisieren; das protokollspezifische SRGB und Mapping-Server-Bindings prüfen; Nachbarn und Adj-SIDs auf Broadcast/NBMA kontrollieren; TI-LFA und remote-lfa-sr ausdrücklich als gewünschte Optionen markieren. Danach muss der Readback zur Version passen: Opaque-LSA-Familien für v2, Extended-LSA/TLV-Familien für v3.
NETCONF und RESTCONF gehören hinter sichere Transporte und gegenseitige Authentisierung. NACM kann Nutzer auf berechtigte Operationen und Inhalte begrenzen. Unautorisierte Änderungen an SR-Aktivierung, Bindings, SRGB, Adj-SIDs oder TI-LFA können Verkehr stören, umleiten oder blockieren. Lesbarer OSPFv2- und OSPFv3-LSDB-Zustand kann Präfixe, Algorithmen, Ranges, Local Blocks, SRMS-Daten und Topologie offenlegen und ist deshalb ebenfalls schützenswert.
Entscheidungspfad für Betreiber: Ohne versionsbewussten Readback nicht aktivieren. Bei bestandenem Preflight eine Area auswählen, die tatsächlichen LSDB-Einträge prüfen und die Ergebnisse sichern. Erst dann erweitern. Rollback-Nachweise müssen für jede LSA-Familie getrennt vorhanden sein; Schwellenwerte und Rückkehrkriterien sind netzspezifisch festzulegen und dürfen nicht als RFC-Default behandelt werden.
Quellen
- RFC 9903: A YANG Data Model for OSPF Segment Routing over the MPLS Data Plane
- RFC 9020: YANG Data Model for Segment Routing
- RFC 9129: YANG Data Model for the OSPF Protocol
- RFC 8665: OSPF Extensions for Segment Routing
- RFC 8666: OSPFv3 Extensions for Segment Routing
- RFC 9587: YANG Data Model for OSPFv3 Extended LSAs
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