Zusammenfassung

  • RFC 9877 definiert geofeed1 und den Link rel=geofeed für IP-Netzobjekte.
  • Clients sollten das autoritative RDAP-Bootstrap nutzen, das spezifischste Objekt prüfen und Elternobjekte nur begrenzt durchsuchen.
  • Präfixeinschluss, HTTPS, optionale RPKI-Signaturen, ein diszipliniertes Refresh-Verhalten und Datenschutz begrenzen die Nutzung, garantieren aber keine Genauigkeit.

RDAP stellt den Pfad zur Entdeckung und einen Hinweis auf die Registrierungszuständigkeit bereit. Das Bootstrap aus RFC 9224 kann einen Client zu dem Dienst führen, der für die Ressource autoritativ ist. Nach RFC 9082 liefert eine Adresssuche normalerweise das spezifischste Netzobjekt, das die Adresse abdeckt. Der relevante Geofeed-Link kann jedoch an einem weniger spezifischen Elternobjekt hängen. RFC 9877 erlaubt deshalb einen begrenzten Gang zum Elternobjekt, keine unbegrenzte Suche in der Hierarchie.

Ein Link verwendet rel=geofeed, ein HTTPS-href und möglichst type=application/geofeed+csv. Der registrierte Medientyp kennzeichnet die erwartete CSV-Darstellung. Ein Objekt kann null oder mehrere Links enthalten, meist null oder einen; bei mehreren Sprachversionen sollte hreflang verwendet werden. Das beschreibt die Entdeckung, beweist aber nicht, dass der Feed korrekt, vollständig, aktuell oder überall rechtlich verwendbar ist.

Die entscheidende Grenze ist der Präfixeinschluss. Ein Client muss Feed-Einträge ignorieren, deren Adressbereich außerhalb des Bereichs des RDAP-Objekts liegt, das den Link getragen hat. Diese Prüfung muss erfolgen, bevor die Daten für Dienstlokalisierung, Zugriffskontrolle, Routing oder Analysen verwendet werden. HTTPS schützt die Verbindung zum Endpunkt, beweist allein aber weder Zuständigkeit für jedes Präfix noch die Authentizität jeder Zeile. Eine vorhandene RPKI-Signatur kann ein zusätzliches Validierungssignal sein; sie macht eine geografische Aussage nicht zur gesicherten Tatsache.

RFC 9877 standardisiert Entdeckung und Verknüpfung, nicht das Abrufen und die Nutzung der Daten. Verbraucher brauchen daher Regeln für Annahme, Konflikte und Fallback. Sie sollten Caching und Aktualisierung planvoll gestalten, statt häufige Echtzeitabfragen zu senden. Objekt, Bereich, Link und Abrufzeitpunkt sollten protokolliert werden. Wiederholtes Abrufen macht veraltete Daten nicht automatisch aktuell.

Datenschutz ist eine eigene Kontrollfläche. Auch wenn ein Geofeed Netzbereiche beschreibt, darf der Herausgeber nicht den Standort einer Person offenlegen. Genauigkeit, Verknüpfung mit anderen Daten und Sichtbarkeit der Ergebnisse müssen geprüft werden. Die RFCs belegen weder eine universelle Einführung bei RIRs oder Clients noch Genauigkeit, Vollständigkeit oder rechtliche Zulässigkeit in jeder Jurisdiktion.

Quellen