Zusammenfassung

  • RFC 9873 definiert eine EPP-Kommando-Antwort-Erweiterung für eine zusätzliche E-Mail-Adresse am Kontaktobjekt.
  • Die Adresse kann ASCII oder internationalisiert mit SMTPUTF8 sein; primary bezeichnet die Präferenz innerhalb dieser Erweiterung.
  • Ein leeres addlEmail entfernt die zweite Adresse; dabei darf primary nicht vorhanden sein.

Die Protokollautorität ist eng begrenzt. RFC 5730 stellt den Rahmen für EPP-Kommandos und Antworten bereit, RFC 5733 definiert Kontaktobjekte und Offenlegung, und RFC 9873 ergänzt das Feld sowie seine Aktualisierungsregeln. Das Offenlegungsflag des Kontakts gilt auch für die zusätzliche E-Mail-Adresse; beide Felder müssen daher gleich behandelt werden. Ausgehandelte Unterstützung bedeutet außerdem, ASCII- und SMTPUTF8-Adressen zu verarbeiten und SMTPUTF8 beim Senden und Empfangen zu unterstützen. RFC 6530 und RFC 6531 liefern den Kontext für internationalisierte E-Mail.

Die RFC etabliert Datenmodell und Protokollverhalten. Sie überprüft weder die Inhaberschaft einer Mailbox noch garantiert sie Zustellung. Sie beweist nicht, dass SMTPUTF8 bei allen Registries oder Registraren allgemein eingesetzt wird. Die Kennzeichnung als primär ändert nicht automatisch jeden nachgelagerten Registry-Prozess. Eine zweite Adresse beseitigt nicht alle Datenschutz-, Abuse-Kontakt- oder Domain-Transfer-Probleme. Aus der RFC allein lassen sich außerdem keine Aussagen über Adoption, Leistung, Vorfälle oder den Einsatz eines namentlich genannten Betreibers ableiten.

Betreiber sollten Unicode-Verwechslungsgefahr, Syntax der Mail-Domain und Erreichbarkeit prüfen. Das sind ergänzende Richtlinienkontrollen, keine Garantie des EPP-Feldes.

Quellen