Zusammenfassung
- Ein kompatibler Merge Point für Knotenschutz erhält den LSP-Zustand nach einem Conditional PathTear. Ein Empfänger ohne diese Rolle muss ihn löschen und eine gewöhnliche Abbaunachricht weitergeben.
- Remote PathTear ermöglicht gezielte Bereinigung am Merge Point, bevor die Ersatzsignalisierung abgeschlossen ist oder wenn der bisherige Schutzbezug entfällt.
- Falsch angekündigte Unterstützung kann veralteten Zustand lange bestehen lassen oder benötigten Zustand vorzeitig zerstören. Mischbetrieb wird je Richtung und LSP beurteilt.
Die leere Tabelle kann das falsche Ergebnis sein
Nach einem Ausfall löscht ein Router seine Reservierung und sendet eine Abbaunachricht. Der nächste empfängt sie, behält den Zustand aber bei. Wer nur die Anzahl verbliebener Einträge betrachtet, könnte dort einen Bereinigungsfehler vermuten. Tatsächlich kann gerade das Behalten die vorgeschriebene Schutzmaßnahme sein.
Der im März 2025 veröffentlichte Standards-Track-RFC 9705 macht diesen Unterschied ausdrücklich. Conditional PathTear ist kein pauschaler Löschbefehl an jeden Empfänger. Seine Wirkung hängt von dessen zuvor festgestellter Rolle ab. Die folgenden Abläufe sind Beispiele aus der Spezifikation, keine Beobachtungen eines realen Netzausfalls.
Das Problem entstand an der Grenze zwischen Warten und Aufräumen. Die Facility-Backup-Verfahren aus RFC 4090 stützten einen Teil der Bereinigung auf ausbleibende Refresh-Nachrichten. Traf eine gewöhnliche Abbaunachricht vor der Ersatzsignalisierung ein, konnte benötigter Zustand am Merge Point verschwinden. Verlängerte Refresh-Intervalle verschärften dagegen die Dauer veralteter Einträge. RFC 9705 beschreibt konkrete Gründe zum Erhalten und konkrete Ereignisse zum Beenden dieses Erhalts.
Eine Rolle gehört zu einem bestimmten Pfad
Ein Label Switched Path, LSP, besitzt RSVP-Pfad- und Reservierungszustand, PSB und RSB. Der Point of Local Repair, PLR, führt den geschützten Pfad über einen Bypass. Am Merge Point, MP, wird die Schutzführung mit dem fortgesetzten LSP verbunden.
Ein LP-MP gehört zum Linkschutz des vorherigen Hops. Ein NP-MP gehört zum Knotenschutz des zwei Hops entfernten PLR, der den dazwischenliegenden Router umgeht. Ein Gerät kann beide Rollen zugleich tragen. Das sind jedoch Eigenschaften einer bestimmten LSP-Beziehung, keine dauerhaften Löschrechte für alle Einträge des Geräts.
Die Beziehung muss durch passende B-SFRR-Ready-Angaben belegt sein, die den Empfänger als Bypass-Ziel benennen. Hinzu kommen eine funktionsfähige Node-ID-Signalisierungsnachbarschaft zum bezeichneten PLR und dessen angekündigte RI-RSVP-Fähigkeit. Die Zuordnung verwendet Mechanismen aus RFC 8796. Unterstützung für dessen Summary FRR beweist noch keine Unterstützung der neuen Bereinigung. Fehlende Node-ID-Angaben über IGP-Bereichsgrenzen können ebenfalls Kompatibilitätsverfahren erforderlich machen.
Die Rolle muss also vorhanden sein, bevor der Ausfall ihre Bedeutung offenlegt. Ein Router kann die spätere Aufbewahrung nicht allein damit rechtfertigen, dass er laut Plan als Merge Point gedacht war.
Eine Bedingung, zwei Pflichten
Die Spezifikation verwendet den Pfad A–B–C–D. A kann B über einen Bypass umgehen und bei C zurückkehren; C ist damit A zugeordneter NP-MP. Fällt A–B aus und ist B selbst kein MP dieses LSP, entfernt B PSB und RSB. Wurde Knotenschutz angefordert und hat B keinen PathTear von oben erhalten, sendet B einen Conditional PathTear.
C muss den LSP-Zustand erhalten. Ein Empfänger, der kein NP-MP ist, entfernt dagegen PSB und RSB, nimmt das optionale CONDITIONS-Objekt heraus und sendet einen normalen PathTear weiter. Die Bedingung wird nicht ungeprüft entlang des gesamten Pfads transportiert.
Eine weitere Voraussetzung liegt beim Absender. Hat der Nachbar die neuen Verfahren nicht angekündigt, wird auch sein Conditional PathTear wie eine gewöhnliche Abbaunachricht behandelt: Zustand löschen und Abbau weitergeben. Das optionale Objekt ersetzt die Fähigkeitserklärung nicht.
CONDITIONS nutzt Klasse 135 und C-Type 1. Ein gesetztes Merge-Point-Bedingungsbit aktiviert die rollenabhängige Verarbeitung; ohne dieses Bit gilt das normale Verfahren. Die detaillierte Empfangsregel nennt ausdrücklich NP-MP. Die Kurzbezeichnung des Bits darf nicht als Erhaltungsrecht für jeden beliebigen MP gelesen werden.
Den Pfad erhalten, eine alte Schutzbeziehung entfernen
Angenommen, B hatte seinerseits Knotenschutz mit D als Merge Point angekündigt. Nachdem B den eigenen Zustand gelöscht hat, darf D nicht weiter auf diese alte Schutzbeziehung vertrauen. C muss den LSP für A dennoch erhalten.
C entfernt dazu die B-SFRR-Ready-Zuordnung von B und löst eine Path-Aktualisierung an D aus. D löscht den zu B gehörenden entfernten Pfadzustand. Ist das Entfernen dieser Zuordnung die einzige Änderung, verbreitet D die Path-Nachricht nicht weiter. Die nützliche Reservierung bleibt bestehen, während die überholte Rolle eines anderen Schutzgebers endet.
Dieser entfernte Pfadzustand dient als Zuordnung für einen späteren ausdrücklichen Abbau. Sein RSVP_HOP verwendet die Node-ID-Adresse des PLR. Er ist keine zusätzliche Kundenreservierung. Sein Verschwinden bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der geschützte PSB und RSB ebenfalls gelöscht wurden.
Auch die Aufbewahrung hat Grenzen. Ein LP-MP erhält Zustand nach Ausfall des vorherigen Links bei fortbestehender PLR-Nachbarschaft; der Ausfall des vorherigen Routers verlangt normalen Abbau. Ein NP-MP kann den Ausfall des dazwischenliegenden Links oder Knotens überstehen, solange der weiter entfernte PLR und die übrigen Erhaltungsbedingungen bestehen. Normale oder entfernte PathTear-Nachrichten, ResvTear und die vorgesehenen Nachbarschaftsausfälle beenden den jeweiligen Zustand. Bei einer Doppelrolle reicht nach einem Linkausfall der Verlust nur einer Nachbarschaft nicht zwangsläufig.
Fristen für einen Graceful Restart sind vor einer Ausfallerklärung zu berücksichtigen.
Das Ende der Wartepflicht direkt zustellen
Remote PathTear behandelt den Fall, in dem das Warten keinen Zweck mehr hat. Am Eingang wird ein LSP administrativ aufgehoben, während der PLR gerade die lokale Reparatur beginnt. Die Ersatzsignalisierung ist noch nicht abgeschlossen. Würde der PLR nur seinen eigenen Zustand löschen, könnte der MP weiterhin auf den bereits abgesagten Vorgang warten.
Der PLR adressiert deshalb den MP direkt über dessen Node-ID und die Identität der Signalisierungsnachbarschaft. Ein funktionierender Bypass und abgeschlossene Ersatzsignalisierung sind dafür nicht erforderlich. Der PLR löscht seinen Zustand; der MP entfernt die entsprechenden PSB und RSB. Scheitert die lokale Reparatur, gibt der MP den Abbau nach seiner Verarbeitung auch in Richtung Ausgang weiter.
Ein geänderter Resv-Routenbericht, RRO, kann außerdem zeigen, dass der bisherige NP-MP nicht mehr auf dem LSP liegt. Der PLR muss ihn dann direkt mit Remote PathTear erreichen. Im RFC-Beispiel hat B bereits die Ersatzsignalisierung nach D abgeschlossen, wenn A den früheren Merge Point C bereinigt. C sendet einen normalen PathTear an D, aber D behält den von B inzwischen gestützten Zustand. Entfernter Abbau ist somit kein pauschaler Befehl, sämtliche Zustände aller nachfolgenden Router zu löschen.
Präemption schafft eine andere Reihenfolge. Verliert ein MP seine Reservierung nach dem Ausfall des vorherigen Links, aber vor der Ersatzsignalisierung, endet sein Grund zum Erhalten. Er löscht den Zustand und sendet normalen Abbau. Der RFC beschreibt eine später eintreffende Ersatz-Path-Nachricht, die mangels benötigten Zustands zurückgewiesen wird. Daraus folgt kein Befund über einen heutigen Produktfehler.
Falsche Unterstützung kann zu wenig oder zu viel löschen
RFC 8370 verbindet lange Refresh-Intervalle mit zuverlässiger Übermittlung, Bestätigungen und Nachbarschaftsüberwachung. RFC 2961 liefert die Grundlage für zuverlässige Nachrichtenübermittlung. RFC 9705 schließt die Lücke für den Lebenszyklus bei Facility Backup. Wer diese Schutzform nutzt, darf RI-RSVP nicht ankündigen, ohne sämtliche neuen Verfahren zu unterstützen.
Ein falsch ankündigender B kann die erwarteten Conditional oder Remote PathTear-Nachrichten auslassen und veralteten Zustand lange bestehen lassen. Ein ebenso falsch ankündigender C kann CONDITIONS ignorieren und die gewöhnliche Löschung durchführen, obwohl er den LSP erhalten müsste. Der gleiche falsche Fähigkeitsanspruch erzeugt je nach Rolle gegensätzliche Symptome.
Korrekte Teilunterstützung fällt bewusst auf kurze Intervalle zurück. Fehlende Unterstützung abwärts verkürzt das in Path angegebene Intervall und unterbindet die neuen bedingten oder entfernten Abbaunachrichten auf diesem Abschnitt. Fehlende Unterstützung aufwärts ändert die betreffenden Resv-Werte, teilweise auch Path, und deaktiviert die neuen MP-Erhaltungsverfahren. Knotenschutz verlangt auch Unterstützung des dazwischenliegenden Routers. Beide Richtungen eines Geräts können deshalb berechtigt unterschiedliche Betriebsarten verwenden.
Die Quellen belegen diese Regeln, keine Verbreitung am Markt, gemessene Wiederherstellungszeit oder erreichte Dienstqualität. Ihr besonderer Wert liegt in einer überprüfbaren Begründung für jede Aufbewahrung und jede Löschung.
Quellen
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