Zusammenfassung

  • PDU-Concat bündelt meist kurze PDUs unter einem gemeinsamen ULE-Typ und gegebenenfalls einer NPA-Adresse; dadurch sinkt der Overhead, während Prüfung und Verwerfung gemeinsam werden.
  • Ein sinnvoller Grenzwert muss eingesparte Bytes und Verarbeitung gegen zusätzliche Wartezeit und die Zahl der durch einen Hüllenfehler gleichzeitig gefährdeten PDUs abwägen.

Der Sender hat mehrere kleine PDUs in der Warteschlange. Jede könnte sofort abgehen. Ein wenig mehr Wartezeit verspricht jedoch ein besser gefülltes gemeinsames Paket und weniger wiederholte Link-Header. RFC 5163 erlaubt diese Wette, setzt ihr aber eine klare Bedingung: Der PDU Packing Threshold muss begrenzt sein und sollte konfigurierbar bleiben.

Die Grenze verhindert unendliches Warten. Sie sagt noch nicht, dass der gewählte Wert für den Dienst richtig ist.

Effizienz hat eine Uhr

Ein größerer Schwellenwert kann die Übertragung effizienter machen. Der RFC nennt zugleich zwei Kosten: mehr Jitter und möglicherweise eine höhere Wahrscheinlichkeit der Beschädigung. Kommt bis zum Fristende keine weitere PDU, muss der Kapseler alle wartenden PDUs sofort senden.

Es gibt keinen universellen Wert. Ein Betrieb sollte deshalb nicht nur Auslastung oder gesparte Header messen, sondern die tatsächliche Wartezeitverteilung und die Zahl der Mitglieder, die bei einem gemeinsamen Fehler verloren gehen. Die Optimierung ist nur dann vollständig beschrieben, wenn ihr Nutzen und ihr neuer Ausfallumfang nebeneinanderstehen.

TS-Concat zeigt dieselbe Logik bei festem Raster. Es verpackt 188-Byte-MPEG-2-TS-Pakete. Ergibt die verbleibende Länge keine ganze Zahl solcher Pakete, muss der Empfänger sämtliche enthaltenen TS-Pakete verwerfen. Auch sein Packing Threshold ist begrenzt. Bündelung legt also nicht nur die Effizienz, sondern auch die Fehlergranularität fest.

Gemeinsamer Typ und gemeinsames Ziel

PDU-Concat ist der verpflichtende ULE-Erweiterungstyp 3. Die Basislänge umfasst die gesamte SNDU. Ein PDU-Concat-Type beschreibt alle enthaltenen PDUs; Rekursion ist verboten, und jedes Mitglied muss denselben ULE-Typ haben. Pro Mitglied bleiben eine 15-Bit-Länge und der Inhalt.

Ist eine NPA-Zieladresse vorhanden, muss der Empfänger sie allen PDUs zuordnen. Fehlt sie, werden alle ohne NPA behandelt. Vorherige Erweiterungen wie TimeStamp gelten für das zusammengesetzte Gebilde.

Diese Gemeinsamkeit spart Wiederholungen. Sie beweist aber weder eine gemeinsame Anwendungstransaktion noch eine sichere Identität. RFC 4259 bezeichnet NPA-Filterung als schwache Sicherheit, die oft softwareseitig veränderbar ist. Ein Link-Ziel ist keine Authentisierung oder Berechtigung.

Zwei Prüfungen, zwei Belege

ULE prüft CRC-32 über die SNDU. Fragmentiertes GSE trägt den CRC im letzten Fragment und entfernt ihn nach dem Zusammensetzen. RFC 5163 warnt zugleich, dass Flags und Längenrechnung der beiden Formate verschieden sind. Ein erfolgreicher äußerer Integritätstest ist deshalb nur ein Beleg für seinen Bereich.

Danach muss der Empfänger den PDU-Concat-Type unterstützen, jede Mitgliedslänge prüfen und die Summe mit der Basislänge abgleichen. Nicht unterstützte Typen sind zu verwerfen; ein PDU-Type-Fehler sollte protokolliert werden.

Passen Summe und Größen nicht, sollte die gesamte SNDU verworfen und ein Größenfehler registriert werden. Behauptet ein Mitglied mehr Bytes, als noch übrig sind, darf die Teil-PDU nicht weitergereicht werden. Das erste ist SHOULD, das zweite MUST NOT. Aus einem gültigen CRC wird dadurch keine pauschale Freigabe.

Die Nachweiskette umfasst Aufnahme in das Bündel, Ablauf oder Auslösebedingung, NPA-Kontext, Sendung, Integrität, Typunterstützung, jede Längengrenze, Summenabschluss, Extraktion, Weitergabe und Ergebnis der höheren Schicht. Eine IANA-Zuteilung beweist nur den registrierten Typ. Eine vollständige Link-PDU beweist keine Anwendungsausführung.

Optional überspringen, Pflichtformat verstehen

RFC 4326 macht optionale Erweiterungen durch ihre Längenangabe überspringbar. TimeStamp ist optional: Ein Empfänger darf es verwenden oder auslassen, muss aber die weitere SNDU verarbeiten. Für Einwegverzögerung braucht es eine synchronisierte Senderuhr; für Verlust zusätzliche Senderinformationen.

PDU-Concat verändert dagegen die Aufteilung der folgenden Bytes. Wer es nicht versteht, kann nicht sicher weiterspringen. Verpflichtend bedeutet hier: für die Syntax unverzichtbar. Es bedeutet nicht: als Dienst erfolgreich.

Quellen