Zusammenfassung

  • RFC 10066 erweitert PCEP um mehrere Pfade pro LSP. PATH-ATTRIB kennzeichnet die einzelnen Routen; Gewichte für Segmentlisten sind optional.
  • Der PCE muss die kleinere wirksame Grenze aus eigener Rechenleistung und der vom PCC gemeldeten Installationsfähigkeit beachten. Überschreitet er sie, antwortet das Headend mit einem Protokollfehler.

Vier berechnete Wege sehen auf einer Folie nach Ausfallsicherheit aus. Kann der Eingangsrouter nur zwei installieren, sind die anderen beiden eine Zeichnung. RFC 10066, im Oktober als IETF Proposed Standard veröffentlicht, gibt PCEP erstmals eine gemeinsame Form für mehrere Segmentlisten innerhalb eines SR-Policy-Kandidatenpfads. RFC 9862 hatte genau diese Mehrfachliste noch ausgespart.

Vor jedem Pfad steht nun PATH-ATTRIB mit einer Pfadkennung. Ein optionales Gewicht beschreibt den vorgesehenen Anteil der Flows. Fehlt es, gilt eins. Gewicht null kann den Verkehr von einer Liste abziehen und ihre Anweisungen stehen lassen; sind alle Gewichte null, ist der Kandidatenpfad ungültig. Das Verhältnis drei zu eins ist eine Sollverteilung der Flows, keine Messung von übertragenen Bytes. Ein Marketingdiagramm sollte diesen Unterschied nicht verwischen.

Die Schranke heißt MULTIPATH-CAP. Beim Aufbau der PCEP-Sitzung meldet der PCE, wie viele Vorwärtspfade er berechnen kann; der PCC meldet, wie viele er in der Weiterleitung installieren kann. Nach der Sitzungsverhandlung darf ein einzelner LSP einen eigenen Wert tragen. Der kleinere der beiden wirksamen Werte bestimmt die Obergrenze. Null bedeutet unbegrenzt. Der Sicherheitsteil empfiehlt einen Wert ungleich null, damit ein defekter oder übernommener Controller den Zustandsbedarf am Headend nicht beliebig ausweitet.

Bei zu vielen Pfaden muss der PCC PCErr Typ 19, Wert 36 senden. Trifft PATH-ATTRIB ohne erfolgreiche Verhandlung ein, folgt Typ 10, Wert 45. Ein Zustandsbericht hat eine andere Regel: Meldet der PCC bereits vorhandene Pfade, darf der PCE diesen Bericht nicht wegen seiner eigenen Rechengrenze verwerfen. Die Fähigkeit, neue Wege zu berechnen, entscheidet nicht darüber, ob die bestehende Netzlage sichtbar bleibt.

Mehr Pfade vergrößern PCEP-Nachrichten und den Zustand je LSP. Unterschiedliche MTUs und Laufzeiten bleiben pro Flow spürbar. Eine Änderung der Gewichte kann Flows verschieben, die Staukontrolle stören und eine neue Path-MTU-Ermittlung auslösen. Der RFC fordert Einblick in ausgehandelte Grenzen, Pfadkennungen, Gewichte, Rückwegzuordnungen und Fehler. Er liefert keine gemessenen Leistungsgewinne oder Zahlen zu produktiven Installationen. Dafür braucht es einen dokumentierten Test unter Last.

Quellen