- Prometheus Hyperscale und Istmo Energy planen im Reeves County in Texas eine erste Phase mit 1,5 GW und eine spätere Erweiterung auf 2,5 GW
- Der Campus soll Strom hinter dem Zähler erzeugen und dafür Pipeline-Erdgas sowie vor Ort gewonnenes Ethan nutzen; die erste Strombereitstellung ist für 2027 vorgesehen
Die Fakten
Prometheus Hyperscale und Istmo Energy planen die Entwicklung eines KI-Rechenzentrumscampus im Reeves County in Texas. Die erste Phase soll über 1,5 GW Rechenhallenkapazität verfügen und in späteren Phasen auf 2,5 GW erweitert werden können. Die Unternehmen streben die erste Strombereitstellung im Jahr 2027 durch modulare Inbetriebnahmen an; speziell errichtete Anlagen könnten 2028 folgen.
Der Pecos-Campus ist darauf ausgelegt, seinen Strom hinter dem Zähler selbst zu erzeugen. Dafür sollen Pipeline-Erdgas und Ethan aus der am selben Standort betriebenen Fraktionierungsanlage von Istmo verwendet werden. Die Unternehmen planen außerdem eine Kühlung mit geschlossenem Kreislauf. Sie haben weder einen Kunden noch einen Anbieter der Erzeugungsanlagen, einen Finanzierungsabschluss oder einen detaillierten Bauzeitplan genannt. Die Angaben von 1,5 GW und 2,5 GW bezeichnen daher weiterhin geplante Kapazität und keine in Betrieb befindliche Last.
Die Bewertung
Das Projekt legt die Stromerzeugung auf denselben Zeitplan wie das Rechenzentrum. Statt für die Versorgung der ersten Phase auf einen Anschluss an das öffentliche Stromnetz zu warten, plant Prometheus, den Campus durch eine Stromerzeugung vor Ort zu versorgen, deren Brennstoff über die Infrastruktur von Istmo bereitgestellt wird. Die ersten Module können daher erst in Betrieb gehen, wenn die Erzeugungsanlagen, die Brennstoffversorgung und die elektrischen Systeme des Standorts zusammen mit den Rechenhallen bereitstehen.
Die nahe gelegenen Erdgas- und Ethanvorkommen verschaffen dem Projekt Zugang zu Brennstoffen, aber nicht zu 1,5 GW nutzbarem Strom. Für die erste Phase benötigen die Unternehmen weiterhin Erzeugungsanlagen, Genehmigungen, Finanzierung und verbindlich zugesagte Kundenlast. Bis diese Voraussetzungen erfüllt und die erforderliche Infrastruktur errichtet sind, bleiben die angekündigten Gigawattwerte geplante Kapazität und keine für Kunden nutzbare Leistung.
Für die Leserinnen und Leser von BTW hängt das Ziel für 2027 davon ab, dass das Stromsystem und die ersten Rechenzentrumsmodule gemeinsam fertiggestellt werden. Der deutlichste Fortschrittsnachweis wäre ein klar definierter Erzeugungsblock, der mit verbindlich zugesagter Kundenlast verknüpft ist, und nicht das längerfristige Campusziel von 2,5 GW.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten sind die Nennung eines Kunden und eines Anbieters der Erzeugungsanlagen sowie verbindliche Brennstoffvereinbarungen, Luftreinhaltegenehmigungen und die Finanzierung der ersten Phase. Diese Meilensteine werden zeigen, ob das Ziel für 2027 durch ein realisierbares Stromerzeugungsprogramm gestützt wird. Der deutlichste Nachweis wäre ein erster Erzeugungsblock, der mit einer definierten Rechenzentrumslast und einem Bauzeitplan verknüpft ist.
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