Zusammenfassung

  • Prapls Mitteilung vom 10. September bewirbt geplante Windows-Datenbanksicherungen auf lokale oder unterstützte Cloud-Speicher nach Wahl des Kunden.
  • Softwareabonnement und Speicherrechnung werden getrennt; eine nutzbare Wiederherstellung ist damit noch nicht nachgewiesen.

Wo die Kopie liegt, bestimmt einen Teil der Abhängigkeit

Ein Anbieterwechsel lässt sich anders planen, wenn der Kunde das Konto mit den Sicherungskopien selbst kontrolliert. Genau diese Trennung betont Prapl: Die Windows-Software plant die Datenbanksicherungen, der Kunde bestimmt einen lokalen oder unterstützten Cloud-Speicher. Die vom Anbieter bereitgestellte Mitteilung vom 10. September nennt außerdem unbegrenzt viele Server und Datenbanken, Warnmeldungen und eine Aufzeichnung der Auftragsergebnisse. Sie ist eine Angebotsankündigung, kein unabhängiger Wiederherstellungstest und kein Beleg für eine erstmalige Verfügbarkeit an diesem Tag. Mitteilung des Anbieters.

Auch die Zahlungsbeziehung wird getrennt. Nach Angaben der Website nutzt der Kunde eigene Speicherkonten und bezahlt deren Anbieter direkt, ohne Prapls Aufschlag je Gigabyte. Die ausdrückliche Softwareangabe lautet 9 US-Dollar monatlich bei jährlicher Abrechnung; die PostgreSQL-Seite nennt 108 US-Dollar pro Jahr. Daraus sollte weder eine Dauerlizenz noch kostenloser Speicher kalkuliert werden. Lokale Datenträger benötigen Kapazität und Betreuung, Cloud-Aufbewahrung und Übertragung verursachen eigene Kosten. Eine unbegrenzte Datenbankzahl beseitigt keine physischen Grenzen. Offizielle Produktseite.

Ein Standardformat braucht den richtigen Wiederanlauf

Der Anbieter beschreibt das Auffinden, gegebenenfalls Herunterladen, Entschlüsseln und Entpacken der Kopie sowie den Neuaufbau mit nativen Datenbankwerkzeugen. Für PostgreSQL nennt er pg_dump im benutzerdefinierten Archivformat und pg_restore. Daneben wird ein Weg zur Wiederherstellung des gesamten PostgreSQL-Servers für selbst betriebene physische Sicherungen ab Version 17 beschrieben. Unterschiedliche Verfahren sind keine einheitliche Zusage für jeden verwalteten Datenbankdienst. Auch ein anderes Wiederherstellungsziel statt des ursprünglichen Systems wird beschrieben; ausgeführt wurden diese Funktionen für den Bericht nicht. PostgreSQL-Produktbeschreibung.

Die PostgreSQL-Dokumentation grenzt die Aussagekraft eines Exports ein. pg_dump erzeugt konsistente Exporte bei gleichzeitiger Nutzung, erfasst aber jeweils eine Datenbank. Clusterweite Objekte wie Rollen und Tablespaces verlangen eine gesonderte Behandlung mit pg_dumpall. Die Dokumentation warnt außerdem, pg_dump sei außer in einfachen Fällen im Allgemeinen nicht die richtige Wahl für regelmäßige Produktionssicherungen. Das verlangt eine Auswahl nach Wiederherstellungsbedarf, belegt aber nicht das Fehlen des von Prapl gesondert beworbenen physischen Verfahrens. Ein Archiv ist kein vollständiger Wiederanlaufplan für Server und Anwendung. PostgreSQL-Dokumentation.

Zum Besitz der Dateien kommt die Schlüsselverwaltung. Prapl beschreibt clientseitige Verschlüsselung, Datenbankzugänge im Windows Credential Manager und eine optionale Online-Überwachung, die Auftragsname, Ergebnis, Größe und Dauer meldet. Das sind Herstellerangaben, keine Ergebnisse einer Sicherheitsprüfung. Die verschlüsselte äußere Datei muss korrekt geöffnet werden, bevor ein natives Werkzeug das enthaltene Archiv verwenden kann. Datenbankzugang und Backup-Passwort sind verschiedene Voraussetzungen.

Für die Beschaffung ist deshalb entscheidend, ob eine andere berechtigte Person die nötigen Daten wiederherstellen kann, wenn der ursprüngliche Sicherungsrechner ausfällt. Erfolgreiche Aufträge und intakte Dateien liefern Teilnachweise. Dass die Anwendung wieder ihren Dienst erfüllt, zeigen sie allein nicht.