Summary

  • Dan Gomez Blanco, Josh Suereth, Pablo Baeyens Fernández und Trask Stalnaker wurden für zwei Jahre in das neunköpfige Governance Committee von OpenTelemetry gewählt.
  • 345 von 836 Wahlberechtigten stimmten ab. Gegenüber 2025 wuchs die Wählerliste um 134 Personen und die Zahl der Abstimmenden um 72; die Zahl der Nichtwähler stieg von 429 auf 491.

Mehr Wahlberechtigte, mehr abgegebene Stimmzettel, mehr Menschen ohne Stimmzettel: OpenTelemetry hat bei seiner jüngsten Gremienwahl alle drei Zahlen gleichzeitig vergrößert.

Die am 29. Oktober verkündeten Sieger besetzen vier von neun Sitzen für eine Amtszeit von zwei Jahren. Nach Angaben des Projekts beteiligten sich 2026 insgesamt 345 der 836 Wahlberechtigten, also gerundet 41 Prozent. Im Vorjahr waren es 273 von 702, gerundet 39 Prozent. Die Beteiligungsquote verbessert sich. Zugleich stieg die Zahl der Wahlberechtigten ohne abgegebene Stimme von 429 auf 491. Das ist kein Widerspruch, sondern die Folge einer Wählerliste, die schneller wuchs als die Zahl der Abstimmenden.

Das Governance Committee bestimmt die strategische Richtung des Open-Source-Projekts. Seine Satzung weist ihm die öffentliche Roadmap, die Priorisierung größerer Vorhaben und die letzte Eskalationsstufe bei umstrittenen Entscheidungen zu. Es trägt außerdem Verantwortung für Aufgaben, die nicht ausdrücklich an das Technical Committee oder andere Gruppen delegiert wurden. Vier Gewählte können das neunköpfige Gremium nicht allein steuern. Sie entscheiden aber künftig über fast die Hälfte seiner Stimmen mit.

Wer zur Wahl zugelassen wird, richtet sich unter anderem nach mindestens 20 Beiträgen im vorangegangenen rollierenden Jahr sowie nach der Rolle als Approver oder Maintainer. Für Arbeit, die eine solche Zählung schlecht erfasst, sieht die Satzung Ausnahmen vor; dazu gehört die Erfahrung von Anwendern. Das Projekt hält seinen eigenen Maßstab für unvollständig. Die Wahl liefert nun eine andere Messgröße: Von den Menschen, die den Zugang tatsächlich hatten, nutzten 345 ihr Stimmrecht.

Bei der Zustimmungswahl konnte jede Person bis zu vier Kandidaten unterstützen. Beschäftigte derselben Firma dürfen höchstens zwei Sitze im Ausschuss besetzen; auch Wahlkampf mit der Arbeitgebermarke wird begrenzt. Die offizielle Ergebnismeldung nennt die vier Sieger und die Gesamtbeteiligung. Stimmenzahlen je Kandidat stehen dort nicht. Eine solche Aufschlüsselung würde zeigen, wie breit jeder Sitz innerhalb der 345 abgegebenen Stimmzettel getragen wird.

Aus den 491 Nichtwählern lässt sich keine gemeinsame Haltung herauslesen. Über die Legitimität der nächsten zwei Jahre wird vielmehr das Entscheidungshandwerk Auskunft geben: Welche Vorhaben rücken vor, welche bleiben liegen und wie beantwortet das Gremium Widerspruch? Für ein Projekt, das technische Abläufe beobachtbar machen will, wäre eine ebenso klare Spur der eigenen Machtentscheidungen naheliegend.

Sources