- New Mining wird Standort-, Engineering- und Stromnutzungsdaten für eine erste Studie bereitstellen, die etwa 30 MWe an operativer Rechenzentrumslast abdeckt.
- Die Studie könnte auf bis zu 100 MWe ausgeweitet werden, während sich Morpheus noch in einer vorkonzeptionellen Phase befindet und das MoU keine Stromliefer- oder Abnahmeverpflichtung enthält.
Der Sachverhalt
Nuclea Energy und New Mining haben eine unverbindliche Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet, um zu prüfen, ob die modulare Nukleartechnologie von Nuclea die Rechenzentren von New Mining in den USA hinter dem Zähler mit Strom versorgen könnte. Die erste Phase konzentriert sich auf eine technische Untersuchung für etwa 30 MWe der derzeitigen Betriebslast, während eine zweite Phase möglicherweise eine Erweiterung auf bis zu 100 MWe bewertet. New Mining mit Hauptsitz in Miami betreibt etwa 65 MW an Bitcoin-Mining-Infrastruktur in North Dakota und Minnesota.
Nuclea, ein kanadischer Entwickler fortschrittlicher Nukleartechnologien, entwickelt den Mikroreaktor Morpheus, der sich noch in einem vorkonzeptionellen Stadium befindet. Im Rahmen des MoU wird Nuclea technische Spezifikationen, die Planung der Mikronetzarchitektur sowie eine Strategie für regulatorische und baurechtliche Voranträge bereitstellen, während New Mining Standort-, Engineering- und Stromnutzungsdaten liefert. Bei der Vereinbarung handelt es sich weder um einen Stromliefer- noch um einen Abnahmevertrag und sie verpflichtet keines der beiden Unternehmen zur Stromlieferung.
Sollte das Projekt voranschreiten, müssten Stromerzeugung und -lieferung von einem qualifizierten Drittversorger oder einem spezialisierten Kernkraftbetreiber übernommen werden.
Die Bewertung
Der Ausgangspunkt einer bestehenden Betriebslast verändert die Untersuchungsmöglichkeiten. Statt die Nachfrage nur zu modellieren, kann Nuclea die Standort-, Engineering- und Stromnutzungsdaten von New Mining nutzen, um zu untersuchen, wie ein reaktorgestütztes Mikronetz mit den bereits in Betrieb befindlichen rund 30 MWe integriert werden könnte. Dadurch erhält die Machbarkeitsstudie eine definierte elektrische Anforderung, ohne dass damit eine gesicherte Kernkraftstromerzeugung impliziert wird.
Die verbleibenden Schritte sind erheblich. Morpheus ist noch in der vorkonzeptionellen Phase, und das MoU benennt weder einen standortspezifischen regulatorischen Pfad, einen Drittbetreiber noch einen verbindlichen Stromliefervertrag. Die Studie kann die technischen und standortbezogenen Anforderungen für einen möglichen Einsatz eingrenzen, aber sie kann nicht klären, ob oder wann Kernkraftwerksstrom für New Mining zur Verfügung stehen wird. Für BTW-Leser ist der Wert von 30 MWe eine Planungsgröße, keine zugesicherte Kernkraftkapazität.
Das Projekt würde erst dann über die Machbarkeitsphase hinausgehen, wenn diese Betriebslast an einen konkreten Standort, eine Reaktorkonfiguration, einen regulatorischen Pfad, einen Betreiber und eine kommerzielle Vereinbarung gebunden ist.
Was zu beobachten ist
Die ersten Meilensteine, auf die zu achten ist, sind ein konkreter Standort sowie eine standortspezifische Reaktor- und Mikronetzkonfiguration. Ein Drittbetreiber, ein definierter regulatorischer Pfad und ein verbindlicher Stromliefer- oder Abnahmevertrag würden das Vorhaben über die technische Untersuchung hinaus in Richtung einer konkreten Umsetzung bewegen.


