Zusammenfassung

  • Das Handelsministerium genehmigte im April 2026 einen GeoXO-Plan mit vier statt sechs Satelliten und zwei statt fünf Instrumententypen. Die geschätzten Lebenszykluskosten sanken von 19,6 auf 13 Milliarden US-Dollar.
  • Die vorhandene Reserve soll ihre Nutzungsdauer im Oktober 2032 erreichen. GeoXO Nummer eins soll 2032 starten, laut GAO aber erst Monate später vollständig arbeiten. Fällt in einem möglichen Zeitraum ohne Reserve einer der beiden aktiven Satelliten aus, können geostationäre Wetterdaten fehlen.
  • Der vom GAO geprüfte Notfallplan enthielt keine vollständige Folgenanalyse für Ausfallszenarien und keine konkreten Schritte für alle vorgesehenen Gegenmaßnahmen.

Warum drei nötig sind, wenn zwei arbeiten

Über der Westlichen Hemisphäre beobachten Satelliten an der Ost- und Westposition Wolken, Stürme, Brände und andere Gefahren. Der dritte wartet. Dass er an einem gewöhnlichen Tag kaum eine Schlagzeile erzeugt, macht ihn in einer Störung wertvoll. NOAA verlangt nach ihrer Betriebsregel zwei einsatzfähige Satelliten und eine betriebsbereite Reserve. Ein kaputtes Gerät im Orbit lässt sich nicht rasch ausbauen; ein neues hochzuschicken, zu prüfen und mit dem Bodensystem zu verbinden dauert. Die Reserve spart in einem solchen Moment Zeit, die sich erst nach dem Ausfall beschaffen ließe.

Das im Oktober 2026 veröffentlichte GAO-Gutachten legt zwei Projekttermine übereinander. Für die aktuelle Reserve wird das Lebensende im Oktober 2032 erwartet. Der erste GeoXO soll zwar 2032 starten, doch sein vollständiger Betrieb wird mehrere Monate nach diesem Oktober erwartet. Dann könnten zwei aktive Satelliten zeitweilig ohne dritten einsatzfähigen Apparat arbeiten. Würde einer von ihnen in dieser Phase beeinträchtigt, drohte eine Datenlücke. Die tatsächliche Gefährdung hängt an überprüfbaren Ereignissen: Zustand und Lebensdauer der alten Reserve, Starttermin, Tests und formelle Betriebsfreigabe des Nachfolgers.

Der Start einer Rakete ist ein gutes Bild, aber eine schlechte Abkürzung in einer Betriebsgarantie. Erst müssen Satellit und Instrumente geprüft, die Verbindung zum Boden bestätigt und Datenprodukte für den Wetterdienst abgenommen werden. Die Frage lautet deshalb, an welchem Tag GeoXO tatsächlich eine Funktion übernehmen kann. Ein bloßes Startjahr lässt die kritischen Monate verschwinden.

Weniger Hardware, andere Rechnung

Ursprünglich waren sechs Satelliten und fünf Instrumentenarten vorgesehen; die geschätzten Lebenszykluskosten lagen bei 19,6 Milliarden Dollar. Im August 2025 ordnete das Handelsministerium die Neuplanung an, am 27. April 2026 genehmigte es die neue Basis: vier Satelliten, zwei Instrumentenarten und eine Schätzung von 13 Milliarden. Die Differenz von 6,6 Milliarden vergleicht unterschiedlich große Vorhaben. Ausgaben und tatsächliche Einsparungen ergeben sich erst bei der Umsetzung. Nach dem aktuellen NOAA-Plan sollen zwei GeoXO-Satelliten den Betrieb tragen und zwei spätere sie ersetzen.

Der erste, für 2032 vorgesehene Satellit soll einen Bildgeber der bisherigen GOES-R-Generation und einen neuen Sondierer tragen. Weitere Starts sind für 2034, 2039 und 2043 geplant. Die spätere Gesamtzahl von vier sagt noch nichts darüber, ob im Übergangsmonat eine Reserve einsatzfähig ist. Gerade die erste Übernahme muss neben dem Programmumfang als eigener Vorgang geprüft werden.

Auch die 13-Milliarden-Zahl war zum Prüfzeitpunkt des GAO noch nicht durch eine abgeschlossene unabhängige Kostenschätzung unterlegt. Das GAO bewertete getrennt die Dokumentation der früheren Schätzung von 2022: drei bewährte Dokumentationspraktiken waren teilweise, eine weitgehend erfüllt. Diese Wertung gehört zur alten Planung. Für die neue muss sich nachrechnen lassen, wie sich verspätete Tests, ein Startverzug oder eine längere Nutzung der Reserve auf Kosten und Termine auswirken.

Aus „Notfallplan“ müssen Handgriffe werden

NOAA und NASA haben Strategien für eine eingeschränkte Satellitenverfügbarkeit. Im untersuchten Plan fehlten dem GAO zufolge jedoch Folgenanalysen möglicher Ausfälle und genaue Maßnahmen für die Umsetzung aller Strategien. „Reserve aktivieren“ klingt gut, solange eine Reserve da ist. Ohne sie muss der Plan getrennt erklären, was bei einem Ausfall der Ost- oder Westposition geschieht, welche Datenprodukte weiterlaufen, wer Ersatzpfade freigibt und wie lange die Umstellung dauert.

Hinzu kommt die technische Reife der neuen Instrumente. Das GAO fand für drei von ihnen keine vollständigen Berichte zu den Bewertungen. Ingenieure können angepasste Untersuchungen durchgeführt haben; die geprüften Unterlagen zeigten Ergebnisse und Begründungen nicht umfassend genug für eine nachvollziehbare Entscheidung. Verspätet sich ein Instrument, verschiebt sich womöglich auch die Freigabe des neuen Satelliten. Der Start ist daher nur ein Glied der Kontinuitätskette.

Das GAO empfahl eine besser dokumentierte neue Kostenschätzung, ausgearbeitete Verfahren für Ausfälle und Datenlücken sowie vollständige Berichte zur technischen Reife. NOAA stimmte zu. Die offizielle GeoXO-Zeitleiste nennt die neue Basis von April 2026 und den ersten Start 2032. Daneben gehört eine zweite Zeitleiste: Wie lange funktioniert die alte Reserve, wann wird die neue Maschine abgenommen, und was geschieht bei einem Ausfall dazwischen? Der Preis des Programms steht im Haushalt. Die Haltbarkeit des dritten Platzes steht im Orbit.

Quellen