Zusammenfassung

  • RFC 6428 verbindet Continuity Check (CC), proaktive Connectivity Verification (CV) und Remote Defect Indication (RDI) in einer BFD-Sitzung.
  • CC und CV werden verschachtelt; normalerweise folgt auf CC-Pakete eine CV-Nachricht pro Sekunde. Die G-ACh-Codepoints sind verschieden: 0x0022 für BFD CC und 0x0023 für BFD proactive CV.
  • CV enthält ein unveränderliches Source-MEP-ID-TLV. Der empfangende MEP kann damit Fehlkonnektivität erkennen. RDI steht nur im Diagnostic-Feld von CC; das Diagnostic-Feld von CV muss ignoriert werden.

Was die Sitzung tatsächlich beweist

Der Betreiber konfiguriert MEG, MEP-ID, CC-Periodizität, gewünschten CV-Zustand, Authentisierungszustand und gegebenenfalls den Schlüssel. Der Peer-Discriminator kann ebenfalls konfiguriert oder lokal vergeben werden. Der Source MEP sendet Evidenz, kann aber am Empfänger nicht allein korrekte Konnektivität erklären. Der Sink MEP prüft Source-MEP-ID und Typ, Kapselung, Discriminator, Label und Authentisierung und klassifiziert anschließend den Defekt. Die clientseitige Wirkung folgt der Consequent-Action-Regel des MPLS-TP-OAM-Rahmens; der bloße Empfang eines Pakets darf nicht eigenständig das Blockieren auslösen.

CC trägt alle BFD-Zustandsänderungen sowie Poll/Final-Austausch. Zustandsinformation und Poll/Final aus CV sind zu ignorieren. Der Verlust von Kontinuität tritt nach Sitzungsperiodizität multipliziert mit dem entfernten Detect Multiplier 3 ein; Fehlkonnektivität wird innerhalb einer Sekunde erkannt. Eintrittsbedingungen umfassen falsche Kapselung, eine unerwartete Source-MEP-ID oder einen unerwarteten Typ, einen Discriminator, der einem anderen Label zugeordnet ist, einen erwarteten Discriminator auf dem falschen Label sowie ungültige Authentisierung, sofern sie aktiviert ist. Beim Eintritt meldet der Sink MEP Signal Fail an Client-Prozesse.

Der Austritt aus einem Fehlkonnektivitätsdefekt verlangt 3,5 Sekunden ohne CV-Nachricht, die einen solchen Defekt zeigt.

Im koordinierten Betrieb verfolgt eine bidirektionale BFD-Sitzung den Defektzustand. Im unabhängigen Betrieb gibt es zwei Sitzungen; eine Sitzung kann UP bleiben, während RDI empfangen wird. UP beweist daher weder Anwendungsgesundheit noch einen richtigen Pfad. Die Quellen nennen keine Hersteller, Betreiber, Einsatzquote, Fehlalarmrate, kommerziellen Werte oder beobachteten Kundenergebnisse. Ebenso wählen die Spezifikationen nicht das MEG-Design, die Authentisierungspolitik, die Eskalationsschwelle oder die Reaktion auf Kundenverkehr.

Operator-Entscheidungspfad

  1. Erfasse ein CC- und ein CV-Paket. Wenn GAL verwendet wird, prüfe, dass er am Stack-Ende liegt und TTL mindestens eins beträgt. Prüfe außerdem den G-ACh-Codepoint: 0x0022 für CC, 0x0023 für CV.
  2. Lies im CV das Source-MEP-ID-TLV und den Typ; kein Knoten darf den TLV-Wert ändern. Vergleiche ihn mit dem erwarteten MEG/MEP.
  3. Prüfe die Zuordnung von Discriminator und Label in beiden Richtungen sowie Kapselung und Authentisierung. Beachte: Das Source-MEP-ID-TLV liegt außerhalb der BFD-Control-Packet-Länge und wird bei BFD-Digest-Authentisierung nicht in den Digest einbezogen; das ist eine konkrete Integritätsfrage.
  4. Interpretiere RDI ausschließlich im CC-Diagnostic-Feld. Ignoriere das CV-Diagnostic-Feld und verwende CC für Zustandswechsel und Poll/Final.
  5. Prüfe die Zeitlogik: Detection-Time-Expiry bedeutet Diagnostic 1, Link Down Diagnostic 5, erkannte Fehlkonnektivität Diagnostic 9. Für die Rückkehr gilt die 3,5-Sekunden-Bedingung.
  6. Bestimme koordinierten oder unabhängigen Betrieb und wende danach die vereinbarte OAM-Consequent-Action an, statt Paketempfang automatisch mit Blockieren gleichzusetzen.

Die Zuständigkeit bleibt getrennt: Der Betreiber konfiguriert die Maintenance-Beziehung, der Source MEP liefert Identitätsbelege, der Sink MEP klassifiziert den Defekt, und RFC 6371 begrenzt die nachfolgende Konsequenz. Der Nutzen liegt beim Transportbetreiber, der Stille von Zustellung aus der falschen Quelle unterscheiden kann. Kosten entstehen durch kontinuierlichen CC-Verkehr, CV pro Sekunde, Identitäts- und Discriminator-Konfiguration, Timer, zwei Betriebsarten, Authentisierungsgrenzen und Fehlerkorrelation.

Quellen

Die unterstützenden RFCs haben abgegrenzte Rollen: RFC 5880 liefert BFD-Zustandsautomat und Diagnostik, RFC 5586 die GAL/G-ACh-Kapselung, RFC 5921 Rahmen und Identifikatoren für MPLS-TP, RFC 5860 und RFC 6371 Anforderungen und Consequent-Action-Kontext, RFC 5884 BFD für MPLS-LSPs und RFC 5885 BFD VCCV sowie CC-only-Kompatibilität. Keine dieser Quellen ersetzt die Verarbeitungsregeln von RFC 6428. Die Errata-Seite ist nur ein eingefrorener Abruf-Snapshot; daraus wird keine Korrekturbehauptung abgeleitet.