Zusammenfassung
- Kunden mit Käufen in allen fünf untersuchten Softwarebereichen bringen den Großteil des Umsatzes. Die meisten Kunden kaufen dagegen nur in einem Bereich.
- Ein praktikabler Produktwechsel muss nützliche Verbindungen erhalten, ohne den Käufer dauerhaft an das ganze Paket zu binden.
Eine Firma will ihre Sicherheitssoftware wechseln, nicht ihr gesamtes Büro neu einrichten. Als gedanklicher Test klingt das bescheiden. In einer eng verbundenen IT-Umgebung kann schon dieser Schritt jedoch neue Anschlüsse an die Benutzerverwaltung, zusätzliche Schulung und vorübergehend zwei laufende Lizenzen verlangen. Der Preis des neuen Produkts ist dann nur der Anfang der Rechnung.
Die von Jigsaw für die CMA geführten Interviews beschreiben solche Schwierigkeiten aus Sicht von IT-Verantwortlichen. Zugleich zeigen sie, warum Microsoft attraktiv bleibt: Identitäten, Geräte, Sicherheit und Arbeitsprogramme lassen sich zusammen verwalten. Beschäftigte kennen die Anwendungen. Die Integration spart Arbeit, die bei einem anderen Aufbau wieder anfällt.
Manche Befragte nutzten Konkurrenzprodukte deshalb zusätzlich zu Microsoft, nicht an dessen Stelle. Andere entschieden bei der Vertragsverlängerung vor allem über Zahl und Stufe der Microsoft-Lizenzen. Einzelne berichteten, für benötigte Sicherheitsfunktionen auf eine höhere Microsoft-365-Stufe zu wechseln, obwohl sie deren übrige Zusatzfunktionen nicht brauchten. Ein Spezialanbieter konkurriert damit nicht bloß mit einem Sicherheitsprodukt, sondern mit einem eingespielten Gesamtpaket.
Viele Kunden, wenig Umsatz
Wie unterschiedlich die Käufer sind, zeigt die Kundendatenanalyse für 2025. 80 bis 90 Prozent kauften nur in einem der fünf untersuchten Bereiche. Ihr Umsatzanteil lag bei 0 bis 5 Prozent. Am anderen Ende standen Kunden, die alle fünf Bereiche abdeckten: 0 bis 5 Prozent der Kunden, aber 80 bis 90 Prozent des Umsatzes.
Untersucht wurden Produktivitätssoftware, PC-Betriebssysteme, Sicherheitssoftware, Server-Betriebssysteme und relationale Datenbanken. Zwischen den beiden Extremen gibt es auch Käufe in zwei, drei oder vier Bereichen. Die Daten bilden also keine lückenlose Zweiteilung ab. Kundenkonten sind zudem weder Beschäftigte noch einzelne Arbeitsplätze, und aus dem Einkaufsbetrag lässt sich nicht jede Unternehmensgröße ableiten.
Der durchschnittliche Jahresbetrag betrug bei Käufern aller fünf Bereiche 600.000 bis 700.000 US-Dollar. Bei Kunden mit einem Bereich waren es 200 bis 300 Dollar, überwiegend für Produktivitätssoftware. Beide Angaben sind Bandbreiten in US-Dollar, keine präzisen Pfundbeträge.
Hier liegt eine Schwäche jeder Bewertung, die allein auf Vertragsvolumen schaut. Wenige erfolgreiche Wechsel großer Käufer könnten viel Geld betreffen, ohne der großen Zahl niedrig spendender Kunden weiterzuhelfen. Umgekehrt wäre eine leicht nutzbare Ausstiegsoption für diese Kunden im Umsatz zunächst kaum sichtbar.
Die Maßnahmen sind noch nicht beschlossen
Die CMA hat am 16. Oktober 2026 vorgeschlagen, Microsoft für sein Unternehmenssoftware-Ökosystem strategischen Marktstatus zuzuweisen. Die Anhörung läuft bis zum 13. November um 17 Uhr, die endgültige Entscheidung muss bis zum 13. Februar 2027 fallen. Eine solche Einstufung setzt kein Fehlverhalten voraus und ist noch keine konkrete Auflage.
Auch die Interviews liefern nicht für alle Käufer dieselbe Antwort. Die 80 Gespräche betrafen Organisationen mit mindestens zehn Beschäftigten und mindestens 7.500 Pfund jährlichen Microsoft-Softwareausgaben; Bildungseinrichtungen waren ausgeschlossen. Es handelt sich um qualitative Forschung, nicht um eine repräsentative Befragung. Was diese Käufer über Wechselkosten berichten, lässt sich nicht einfach der Gruppe mit durchschnittlich einigen Hundert Dollar Jahresausgaben zuschreiben.
Die vorläufige Arbeitsplanung nennt Cloud-Lizenzen, KI in Produktivitätssoftware, Kommunikation und Zusammenarbeit sowie Sicherheit. Weitere Prüfung und Konsultation stehen aus. Für umfangreiche IT-Umgebungen wäre ein sinnvoller Test der Austausch einer einzelnen Komponente bei funktionierendem Rest. Bei kleinen Budgets dürfte eher zählen, ob Gesamtkosten verständlich und Daten tatsächlich übertragbar sind. Gute Wahlmöglichkeiten müssen nicht jeden zum Wechsel bewegen. Sie müssen einen Wechsel ermöglichen, wenn er sich lohnt.
Aktualisiert am 26. Oktober 2026: Zwischenkategorien und Forschungszeitraum wurden präzisiert. Jigsaws Pilotinterviews fanden im Juni statt, die weitere Feldarbeit lief bis Ende Juli. Der Bericht trägt das Datum September und wurde von der CMA am 16. Oktober veröffentlicht. Ursprüngliche Adresse und Veröffentlichungsdatum bleiben erhalten.
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