Zusammenfassung
- Edge Cable Holdings USA will bestehende Anlandestationen in New Jersey und Dänemark nutzen und strebt den 15. Januar 2028 als Termin für die Inbetriebnahme an
- Das offene Kabeldesign von Aurora ermöglicht verschiedenen Fasereigentümern, eigene Endgeräte zu betreiben; Meta hat noch nicht entschieden, wie viel Kapazität zum Start aktiviert wird
Die Fakten
Die Meta-Tochtergesellschaft Edge Cable Holdings USA beantragte am 17. August bei der US Federal Communications Commission eine Anlandelizenz für Aurora, ein geplantes Unterseekabel zwischen Manasquan, New Jersey, und Blaabjerg, Dänemark. Das 7.268 km lange System soll bestehende Anlandestationen nutzen, die NJFX in New Jersey und Arelion in Dänemark gehören. Edge USA strebt den 15. Januar 2028 als Termin für die Inbetriebnahme des Kabels an und hat die FCC gebeten, die Lizenz bis November 2026 zu erteilen.
Aurora ist mit 24 Faserpaaren ausgelegt, die jeweils eine geplante Kapazität von etwa 20,7 Tbit/s bieten; für das Gesamtsystem ergibt sich damit eine Kapazität von rund 497 Tbit/s. Edge USA hat noch nicht entschieden, wie viel Kapazität zum Start aktiviert wird. Der Antrag beschreibt Aurora als offenes Kabel, sodass verschiedene Fasereigentümer ihre eigenen Leitungsendgeräte für Unterseekabel betreiben können. Zudem heißt es darin, Edge USA könne Dark Fibre auf dem Sekundärmarkt anbieten.
Die Einordnung
Das offene Kabeldesign von Aurora trennt zwei Entscheidungen voneinander: den Erwerb von Glasfasern im Unterseesystem und die Entscheidung darüber, wie viel Übertragungskapazität darauf aktiviert wird. Ein Unternehmen, das Dark Fibre erwirbt, könnte seine eigenen Leitungsendgeräte für Unterseekabel betreiben. Dadurch hätte der jeweilige Fasereigentümer die Kontrolle darüber, mit welcher Technik seine Kapazität ausgestattet wird.
Die Glasfaser selbst kann jedoch keinen Datenverkehr übertragen, bevor die erforderlichen Endgeräte und Anlandevorkehrungen eingerichtet und in Betrieb genommen wurden. Meta hat weder Käufer von Dark Fibre offengelegt noch angegeben, welcher Anteil von Aurora bei der Inbetriebnahme aktiviert sein wird. Die Zahl von 497 Tbit/s bleibt daher eine Obergrenze des Designs und entspricht nicht der Startkapazität.
Für die Leserinnen und Leser von BTWmacht Aurora den Erwerb von Glasfasern und die Beschaffung nutzbarer Netzkapazität zu getrennten Entscheidungen. Kommerziell aussagekräftig wird sein, wer Glasfasern übernimmt und wie viel Kapazität jeder Eigentümer tatsächlich ausstattet – nicht allein die plakative Zahl von 497 Tbit/s.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten sind die FCC-Lizenz, die Meilensteine bei Kabellieferung und Verlegung auf See sowie anschließend mögliche Angaben zu Vereinbarungen über Dark Fibre oder Fasereigentum. Die aussagekräftigste Kennzahl zum Start wird die Kapazität sein, die bei der Inbetriebnahme von Aurora im Januar 2028 tatsächlich ausgestattet und aktiviert ist. Sie wird zeigen, welcher Anteil der geplanten Systemkapazität von 497 Tbit/s zum Start für Datenverkehr verfügbar ist.
Quellen
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