Zusammenfassung
- MasOrange und Ericsson testeten 6-GHz-Spektrum mit einer aktiven Antennenarchitektur, bei der die Zahl der Sende- und Empfangselemente von 64TR auf 256TR steigt
- Im Versuch kam auch fortschrittliches Beamforming zum Einsatz, doch die Unternehmen veröffentlichten keine Messwerte zu Durchsatz, Abdeckung oder Energieeffizienz
Die Fakten
MasOrange und Ericsson haben in Spanien Mobilfunktechnik im 6-GHz-Band getestet, während sich der Betreiber auf künftige 6G-Netze vorbereitet. Bei dem Versuch kamen fortschrittliche aktive Antennenarchitekturen zum Einsatz, die von den derzeitigen Konfigurationen mit 64 Sende- und Empfangselementen, bekannt als 64TR, auf 256TR-Systeme übergehen. Die Unternehmen testeten außerdem Beamforming, das Funksignale gezielt auf einzelne Nutzer richtet, anstatt sie gleichmäßig über ein Gebiet auszusenden.
MasOrange zufolge könnte die Kombination die Nutzung des verfügbaren Spektrums verbessern und potenziell die vierfache Kapazität heutiger Konfigurationen bereitstellen. Dabei handelt es sich um eine angegebene Fähigkeit der Architektur und nicht um ein veröffentlichtes Messergebnis dieses Versuchs. Weder MasOrange noch Ericsson machten Angaben zur genutzten Bandbreite, zum Durchsatz, zur Abdeckung, zum Energieverbrauch oder zu anderen Leistungswerten. MasOrange erwartet, dass 6G ab etwa 2030 in Spanien eingeführt wird.
Die Einordnung
Mit dem Versuch wird eine mögliche Funkarchitektur für das 6-GHz-Band vor einer kommerziellen 6G-Einführung praktisch erprobt. Die Erweiterung der Antennenkonfiguration von 64TR auf 256TR stellt mehr Funkelemente zum Senden, Empfangen und Formen von Signalen bereit. Beamforming soll diese Elemente nutzen, um Kapazität präziser auszurichten.
Noch zeigt der Test jedoch nicht, welchen Nutzen diese Architektur in einem betriebenen Netz tatsächlich bringt. Die von MasOrange genannte vierfache Kapazität beschreibt das Potenzial der Konfiguration. Ohne veröffentlichte Ergebnisse zu Durchsatz, Abdeckung oder Effizienz sollte sie nicht als im Versuch gemessene Vervierfachung verstanden werden.
Für die Leser von BTW ist entscheidend, dass MasOrange die mögliche Nutzung künftigen 6-GHz-Spektrums erprobt, bevor das Unternehmen die Technik für eine kommerzielle Einführung fest einplant. Die nächsten Belege müssen aus gemessener Netzleistung und der späteren Verfügbarkeit des Spektrums hervorgehen, nicht allein aus der Zahl der Antennenelemente.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten ist, ob MasOrange und Ericsson bei weiteren 6-GHz-Versuchen Messwerte zu Durchsatz, Abdeckung und Energieeffizienz sowie Angaben zum genutzten Spektrum veröffentlichen. Regulierungsentscheidungen zum oberen 6-GHz-Bereich in Spanien und spätere Tests in kommerziellen Netzen werden zeigen, ob sich die 256TR-Architektur in Richtung einer Einführung entwickelt.
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