• Der Test im Raum Miami kombinierte das Spektrum von Verizon mit ODC-RAN-Software, NVIDIA AI Aerial, der HF-Simulation von Keysight und der Verfolgungstechnologie von Lockheed Martin
  • Piloteinsätze sind für die zweite Hälfte 2026 und Anfang 2027 geplant, vor der für 2027 angestrebten allgemeinen Verfügbarkeit

Der Sachverhalt

Lockheed Martin hat sein System NetSense Airspace Awareness-as-a-Service in einem stark frequentierten Stadtgebiet im Raum Miami demonstriert und dabei das 5G-Netzspektrum von Verizon genutzt, um unbemannte Luftfahrzeugsysteme zu erkennen und zu verfolgen. Der Test kombinierte die KI-native Funkzugangsnetz-Software von ODC, NVIDIA AI Aerial und die Hochfrequenz-Simulationsplattform von Keysight mit der Warn- und Verfolgungstechnologie von Lockheed Martin. Laut Telecoms.com erkannte NetSense Drohnen und hielt die Verfolgung während der gesamten Flüge aufrecht.

Das System nutzt KI, um Störungen in Hochfrequenzsignalen zu analysieren, Flugbahnen von Luftfahrzeugen vorherzusagen und Alarmmeldungen zu erzeugen. Nach Angaben der Unternehmen kann NetSense die Erfassung ohne Änderungen an bestehenden Mobilfunk-Funkinstallationen durchführen. Die Demonstration lieferte keine Daten zu Erkennungsreichweite, Genauigkeit oder Fehlalarmen. Lockheed Martin plant, NetSense als Abonnement anzubieten, das sich an bestehende Sicherheitsprozesse anbinden lässt. Piloteinsätze sind für die zweite Hälfte 2026 und Anfang 2027 geplant, die allgemeine Verfügbarkeit wird für 2027 angestrebt.

Die Einordnung

NetSense bindet den Mobilfunkbetreiber in die Lieferkette der Drohnenerkennung ein, statt das Mobilfunknetz nur für Konnektivität zu nutzen. Verizon stellt die 5G-Funkumgebung bereit, während Software der anderen Partner Störungen im Hochfrequenzbereich analysiert und Erkennungsinformationen in das Sicherheitssystem von Lockheed Martin einspeist. Ein kommerzieller Einsatz hinge daher von der Integration des Betreibernetzes mit der Erfassungs- und Sicherheitsplattform ab.

Die Unternehmen erklären, dies sei ohne Änderungen an bestehenden Mobilfunk-Funkinstallationen möglich. Sollte sich das in den geplanten Piloten bestätigen, könnten Kunden netzbasierte Luftraumerfassung nutzen und weniger separate Erfassungsinfrastruktur an jedem geschützten Standort benötigen. Die Demonstration in Miami belegt noch nicht, wie zuverlässig der Ansatz über verschiedene Netzstrukturen und Betriebsbedingungen hinweg funktioniert, da Erkennungsreichweite, Genauigkeit, Fehlalarmraten und Ergebnisse zur Verfolgungskontinuität nicht offengelegt wurden.

Für BTW-Leserinnen und -Leser besteht die praktische Veränderung darin, dass ein bestehendes Mobilfunknetz als Eingangsgröße für einen Luftraumüberwachungsdienst dienen könnte. Der nächste Schritt besteht darin zu zeigen, dass sich Betreibernetz, Erfassungssoftware und Sicherheitsplattform über mehrere Piloteinsätze hinweg wiederholt integrieren lassen.

Worauf zu achten ist

Die geplanten Piloteinsätze in der zweiten Hälfte 2026 und Anfang 2027 sind der nächste Test. Benannte Einsatzstandorte, zusätzliche Betreiberbeteiligung und die Bestätigung, dass bestehende Funkinstallationen unverändert bleiben, würden das Betriebsmodell klarer machen. Erkennungsreichweite, Fehlalarmraten und Ergebnisse zur Verfolgungskontinuität wären stärkere Belege für die von Lockheed Martin für 2027 angestrebte allgemeine Verfügbarkeit.