Summary

  • Der IPFIX-Mikroburst-Entwurf vom 2. November schlägt je Ausgangswarteschlange und Messfenster zwei neue Zähler vor: erkannte Ereignisse insgesamt und Ereignisse, bei denen mindestens ein Paket durch Überlast verloren ging.
  • Die Schwelle zur Erkennung wird vor Ort eingestellt. Die Zahl der Ereignisse mit Verlust ist eine andere Größe als die Zahl verworfener Pakete.

In der Monatsübersicht hat der Anschluss reichlich Luft. Eine einzelne Ausgangswarteschlange kann zwischen zwei Messpunkten trotzdem volllaufen. Der Zufluss übersteigt für kurze Zeit die Bedienrate; eine lange Durchschnittsbildung glättet die Spitze weg. Der neue Text setzt die Messung an dieser Warteschlange an. Laut IETF-Dokumenteintrag wurde er am 2. November als individueller Internet-Draft eingereicht.

Zur Identität einer Messung gehören die Observation Domain ID im IPFIX-Nachrichtenkopf sowie observationPointId, egressInterface und die vorgeschlagene geräteinterne egressQueueId. Bestehende Millisekundenfelder begrenzen das Messfenster. Ein Mittelwert über den ganzen Port kann nicht zeigen, welche Ausgangswarteschlange unter Druck geriet. RFC 7011 beschreibt das IPFIX-Nachrichtenformat und die Beobachtungsdomäne; das IANA-Verzeichnis enthält die bereits vorhandenen Felder für Port, Messpunkt, verworfene Pakete und Intervall.

Die neuen Felder messen Häufigkeit und Schaden getrennt. microburstEventDeltaCount zählt erkannte Bursts. microburstLossEventDeltaCount zählt die Bursts, in denen mindestens ein Paket wegen Überlast verloren ging. Das zweite Feld zählt Verlustereignisse, keine verlorenen Pakete. Für die Paketmenge verwendet der Entwurf das vorhandene droppedPacketDeltaCount. Eine kurzfristig volle Warteschlange kann auch ohne Paketverlust auftreten. Wer Ereignisse und verworfene Pakete gleichsetzt, macht aus einem Hinweis eine erfundene Schadenssumme.

Was als Ereignis gilt, legt die örtliche Erkennung fest. Als übliches Verfahren nennt der Entwurf steigende und fallende Belegungsschwellen in Oktetten oder als Anteil des Puffers. Weder Wert noch Puffermodell oder Algorithmus sind vorgeschrieben.

Zwei Geräte können daher bei ähnlichem Druck verschiedene Zählerstände liefern. Ein Vergleich braucht die konfigurierte Schwelle und die verwendete Puffergröße. Die vorgeschlagene Ausgabe sind aggregierte Verwaltungsdaten für Analyse und Planung; Abschnitte zum Daten- oder Options-Template, zur Sicherheit und zur IANA sind noch offen.

Ein benanntes Implementierungsprotokoll mit Rohbelegung, Schwellen, IPFIX-Ausgabe und tatsächlichen Paketverlusten fehlt in den Originalunterlagen. Damit ließe sich prüfen, welche Kapazitätsentscheidung der Entwurf trägt.