Zusammenfassung

  • Die Communications and Media Commission (CMC) kündigte am 2. Juni 2026 die Vergleichsvereinbarung vom September 2025 und ordnete die Aussetzung des Betriebs an.
  • Die Frist für Korek-Nutzer zur Sicherung ihrer digitalen Konten lief am 30. September 2026 ab; die CMC kündigte eine schrittweise Abschaltung der Vermittlungsstellen danach an.

Der Stand der Dinge lässt sich in einem Satz umreißen: Die irakische Regulierungsbehörde hat ihre Sanktionen gegen Korek Telecom weitgehend durchgesetzt, während die Rechtslage und die Forderungshöhe weiterhin umstritten sind. Am 2. Juni 2026 kündigte die Communications and Media Commission (CMC) die im September 2025 geschlossene Vergleichsvereinbarung mit Korek Telecom, begründete den Schritt mit der Nichteinhaltung vertraglicher Pflichten trotz mehrfacher Fristen, ordnete die Aussetzung des Betriebs an und kündigte an, rechtliche, regulatorische und technische Maßnahmen zur Rückforderung von rund 1,5 Milliarden US-Dollar einzuleiten (Shafaq News; Rudaw). Seit dem 30. September 2026 läuft die Frist, bis zu der die CMC Korek-Nutzern die Sicherung ihrer digitalen Konten eingeräumt hat; danach sollen die Vermittlungsstellen in Bagdad und anderen Provinzen schrittweise abgeschaltet werden (Rudaw). Ob es dazu kommt, ist die zentrale Prüfbedingung der kommenden Tage.

Der Forderungspfad: drei Zahlen, ein Mechanismus

Der Streit geht auf 375 Millionen US-Dollar zurück, die mit der Mobilfunk-Lizenzauktion von 2007 verbunden sind. Korek erklärt, die Zahlung sei an die Übertragung des früheren Iraqna-Teilnehmerbestands geknüpft gewesen, die nie erfolgt sei, und verweist darauf, dass der Vergleich durch einen beim Amt des Ministerpräsidenten eingerichteten Ausschuss angestoßen wurde und an eine 4G-Lizenz gebunden war (964media; Rudaw). Die Summen haben sich seither verschoben: Unter der inzwischen annullierten Vereinbarung vom September 2025 bezifferte die CMC den Rückstand auf rund 1,4 Billionen irakische Dinar (etwa 1,06 Milliarden US-Dollar) (Shafaq News). Im September 2026 erklärte CMC-Chef Baligh Abu Kalal, Korek schulde mehr als zwei Billionen Dinar (rund 1,5 Milliarden US-Dollar) zuzüglich ausländischer Verbindlichkeiten von über einer Milliarde US-Dollar, und bezeichnete die Verhandlungen als gescheitert (Rudaw). Diese Angaben sind behördliche Positionen in einem laufenden Streit, keine festgestellten Zahlungsbilanzen; der Artikel attribuiert jede Zahl ihrer Quelle.