Zusammenfassung

  • Japans Institute for Molecular Science hat Shunkai in Betrieb genommen, einen Neutralatom-Quantencomputer mit einer QPU von Infleqtion und gemeinsam mit Hitachi entwickelter Software
  • Das System startet mit rund 50 Qubits und soll auf etwa 500 skaliert werden, während das übergeordnete Moonshot-Programm bis 2031 bis zu 10.000 physische Qubits anstrebt

Die Fakten

Japans Institute for Molecular Science hat Shunkai in Betrieb genommen und bezeichnet das System als den ersten vollständigen Neutralatom-Quantencomputer des Landes. Entwickelt wurde es von einem Team unter der Leitung von Professor Kenji Ohmori im Rahmen des japanischen Moonshot Research and Development Programme. Infleqtion lieferte die Quantenprozessoreinheit, während Hitachi gemeinsam mit dem Forschungsteam am Software-Stack arbeitete.

Shunkai wird zunächst mit rund 50 Qubits betrieben und soll im weiteren Entwicklungsverlauf auf etwa 500 erweitert werden. Das System hält neutrale Atome mithilfe optischer Pinzetten fest, die durch fokussiertes Laserlicht erzeugt werden. Laser und Mikrowellen dienen zur Steuerung der Atome, während Kameras deren Quantenzustände erfassen.

Eine zweite Phase des Moonshot-Projekts begann im April 2026. Das Team wird an Systemintegration, Stabilität und Skalierung arbeiten. Langfristig sollen bis März 2031 bis zu 10.000 physische Qubits mit Quantenerkennung und -korrektur von Fehlern erreicht werden. IMS plant außerdem, einen Teil des Systems externen Nutzern aus Wissenschaft und Industrie zugänglich zu machen.

Die Einordnung

Shunkai ist nicht länger nur eine Sammlung von Komponenten, die noch zusammengesetzt werden müssen. Das vollständige System ist in Betrieb. Damit kann das Forschungsteam nun über längere Zeiträume testen, wie Prozessor, Steuerungstechnik und Software zusammenarbeiten.

Die Skalierung von rund 50 auf 500 Qubits wird diese Aufgabe erschweren. Mehr Atome müssen zuverlässig gesteuert und gemessen werden, während die zugehörige Elektronik und Software das größere System bewältigen muss. Das spätere Ziel von 10.000 Qubits bringt eine weitere Herausforderung mit sich: Fehlererkennung und -korrektur müssen gut genug funktionieren, damit die zusätzlichen Qubits tatsächlich nutzbar sind, statt lediglich die öffentlich genannte Gesamtzahl zu erhöhen.

Für die Leser von BTW muss Shunkai nun beweisen, dass das System auch beim Wachstum stabil bleibt. Verfügbarkeit, Fehlerraten, längere Betriebsphasen und reproduzierbare Arbeiten externer Nutzer werden mehr über die Fortschritte des Systems aussagen als die geplante Zahl der Qubits allein.

Worauf zu achten ist

Entscheidend wird sein, wann externe Forschende Shunkai nutzen können und ob das Team Daten zu Verfügbarkeit, Fidelität oder Fehlerraten veröffentlicht. Der Ausbau von rund 50 auf 500 Qubits wird den ersten großen Skalierungstest darstellen. Spätere Arbeiten an der Fehlerkorrektur werden zeigen, wie weit sich das Projekt seinem Ziel von 10.000 physischen Qubits nähert.