Summary

  • Europa schlägt vor, dass die Direktoren aller drei ITU-Büros Umfang und Formen der Anwesenheit, Beteiligung und Mitwirkung junger Menschen erfassen und ihren Beratungsgruppen berichten.
  • Die Staaten sollen junge Mitglieder ihrer offiziellen Konferenzdelegationen erwägen; der Generalsekretär soll dem Rat jährlich schriftlich über die Jugendperspektive berichten.

Auf einem Konferenzfoto sind alle gleich weit vom Verhandlungstisch entfernt. Im wirklichen Verfahren sitzt nicht jeder dort. Europas Änderungsantrag zu ITU-Resolution 198, als Nachtrag 39 zu Beitrag 75 eingereicht, will diese Lücke sichtbar machen. Die Leiter der drei Büros sollen nicht nur Köpfe zählen. Sie sollen Umfang und Art von Anwesenheit, Teilnahme und Engagement junger Menschen in den Sektoraktivitäten erfassen und den zuständigen Beratungsgruppen vorlegen.

Die Resolution von 2022 enthält bereits Jugendförderung, Generation Connect und jährliche Berichte an den Rat; die Arbeit sollte im Rahmen vorhandener Mittel stattfinden. Der neue Text macht daraus präzisere Rechenschaft. Der Generalsekretär soll gemeinsam mit dem Büro für Geschlechterfragen und Jugend Überschneidungen zwischen den Sektoren vermeiden. Zudem soll er jährlich schriftlich zeigen, wie die Jugendperspektive in Arbeitsprogramme, Leitung und Personalentwicklung eingeht. Der Entwurf nennt den Jugendbeirat des Generalsekretärs und Initiativen für Nachwuchskräfte als bestehende Ansätze.

Der politisch interessanteste Satz richtet sich an die Mitgliedstaaten. Sie sollen erwägen, junge Delegierte in ihre offiziellen nationalen Teams für große ITU-Konferenzen aufzunehmen und dabei auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis achten. Über Zusammensetzung und Auftrag einer Delegation entscheidet weiterhin der jeweilige Staat. Wer dort mitarbeitet, trifft aber auf die Beschlussvorlagen und Abwägungen, die ein Jugendforum nebenan oft nur aus der Ferne sieht.

Im November liegt die Entscheidung bei der PP-26. Wird der Entwurf angenommen, sind die späteren Berichte ein guter Prüfstein: Trennen sie Besucherzahlen von konkreter Mitarbeit? Ein Ausweis öffnet die Tür. Erst die Akten zeigen, wer im Raum etwas bewegen konnte.

Sources