Zusammenfassung

  • Der 2-GW-Standort Sweetwater von IREN sowie die Projekte Helios I und II von Galaxy erhielten im Verfahren „Batch Zero“ von ERCOT bedingte Einstufungen als „Base Load“
  • Die Galaxy-Projekte Caspian, Selene und Helios III wurden als „Studied Load“ eingestuft; damit bleibt ihre beantragte Kapazität von einer Zuteilung abhängig

Der Sachverhalt

IREN und Galaxy gaben am 8. September bedingte Einstufungen für große Rechenzentrumslasten im Verfahren „Batch Zero“ von ERCOT in Texas bekannt.

IREN erklärte, Sweetwater 1 und Sweetwater 2 mit zusammen 2 GW seien bedingt als „Base Load“ eingestuft worden. Sweetwater 1 verfügt über ein unter Spannung gesetztes Hochspannungsumspannwerk, während der Bau von Rechenzentrumskapazität mit einer Bruttoleistung von 300 MW fortgesetzt wird; Ziel ist die Übergabe im vierten Quartal 2027.

Galaxy teilte mit, dass fünf Projekte mit zusammen rund 4,2 GW bedingte Einstufungen erhielten. Helios I mit 800 MW und Helios II mit 830 MW wurden als „Base Load“ eingestuft. Caspian mit 700 MW, Selene mit 900 MW und der Antrag für Helios III über 1 GW wurden als „Studied Load“ eingestuft. Galaxy hatte Caspian als „Base Load“ eingereicht.

Projekte mit der Einstufung „Base Load“ werden ohne weitere Kapazitätszuteilung in die Studie aufgenommen. Für Projekte mit der Einstufung „Studied Load“ ist weiterhin eine Zuteilung erforderlich. Die Einstufungen bleiben bedingt, während ERCOT die Verifizierungs- und Prüfarbeiten abschließt.

Die Einordnung

Für einen Mieter bedeuten die beiden Einstufungen unterschiedliche noch offene Schritte. Ein Projekt mit der Einstufung „Base Load“ muss innerhalb von „Batch Zero“ nicht um eine weitere Kapazitätszuteilung konkurrieren. Ein Projekt mit der Einstufung „Studied Load“ muss die systemweite Studie noch durchlaufen und eine Zuteilung erhalten. Damit stehen die Galaxy-Projekte Helios I und Helios II in einer anderen Position als Caspian, Selene und Helios III, obwohl sie zum selben Entwicklungsportfolio gehören.

Caspian zeigt, warum die tatsächlich erteilte Einstufung entscheidend ist. Galaxy hatte das Projekt als „Base Load“ eingereicht, ERCOT stufte es jedoch bedingt als „Studied Load“ ein. Sweetwater verdeutlicht einen anderen Punkt: IREN hat bereits ein Umspannwerk unter Spannung gesetzt und mit dem Bau begonnen, doch die verbleibende Rechenzentrumskapazität muss noch errichtet und in Betrieb genommen werden. Netzstatus und physische Umsetzung sind unterschiedliche Bestandteile des Zeitplans.

Für Leserinnen und Leser von BTW gilt: Ein Kunde, der einen dieser Standorte erwägt, muss wissen, welchen Status die konkrete Ausbaustufe hat, die für die Nutzung infrage kommt. Ein Projekt, das noch auf eine Kapazitätszuteilung wartet, birgt ein anderes Risiko für die Stromversorgung als eines mit der Einstufung „Base Load“. Keine der beiden Einstufungen bedeutet jedoch, dass die gesamte Rechenzentrumskapazität bereits gebaut oder für Kundenanwendungen betriebsbereit ist; Bruttoleistungswerte dürfen nicht mit nutzbarer IT-Last gleichgesetzt werden.

Worauf jetzt zu achten ist

Zu beobachten ist, ob ERCOT die bedingten Einstufungen bestätigt und den Projekten mit der Einstufung „Studied Load“ Kapazität zuteilt. Danach sollten an jedem Standort die Vereinbarungen mit Versorgungsunternehmen, die Spannungszuschaltung der Umspannwerke, der Baufortschritt und die Inbetriebnahme verfolgt werden. Caspian sollte besonders genau beobachtet werden, weil seine beantragte Einstufung „Base Load“ in „Studied Load“ geändert wurde.

Quellen

  1. https://www.globenewswire.com/news-release/2026/09/08/3357498/0/en/iren-s-2gw-sweetwater-hub-included-as-base-load-in-ercot-batch-zero.html

  2. https://investor.galaxy.com/news-releases/news-release-details/galaxy-provides-update-ercot-batch-zero-large-load

  3. https://investor.galaxy.com/news-releases/news-release-details/galaxy-completes-ercot-interconnection-studies-and-secures

  4. https://www.ercot.com/services/comm/mkt_notices/M-A080326-04