Zusammenfassung

  • Sávyo de Morais von NIC.br stellte am 26. Oktober bei RIPE 93 V6bench vor, ein noch junges offenes Werkzeug für Anwendungstests unter IPv6.
  • Eine OpenAPI-Datei liefert DNS-Bausteine und eine API-Testvorlage. Der Betreiber passt Variablen und Abläufe an, führt die Tests aus und prüft CSV-Ergebnisse. Bisher stehen APIs im Vordergrund.

Das Netz meldet „erreichbar“, die Anmeldung meldet „bitte IPv4“. In dieser kleinen Komödie steckt eine ernste Abnahmefrage. Bei RIPE 93 zeigte Sávyo de Morais, warum eine Verbindung zum Server noch keine erledigte Bestellung, Anmeldung oder Anfrage ist. Entscheidend ist der vollständige Ablauf, wenn IPv4 abgeschaltet wird.

Die Originalfolien führen mögliche Stolperstellen auf: fest einprogrammierte IPv4-Adressen, Prüfmuster, Zugriffskontrollen, Bibliotheken, Datenbankfelder, Geolokalisierung, Authentifizierung, Protokolle und Überwachung. Das sind Suchorte für einen Test. Einen konkreten Ausfall eines benannten Dienstes belegt die Liste nicht.

V6bench macht aus einer OpenAPI-Beschreibung in JSON oder YAML zunächst DNS-Material und eine ScanAPI-Vorlage. Nun muss jemand den Plan und seine Variablen auf den tatsächlichen Dienst zuschneiden. Erst danach werden die Versuche ausgeführt und die CSV-Dateien gelesen. Das Projektarchiv beschreibt einen frühen Entwicklungsstand mit möglichen Fehlern und einem ersten Schwerpunkt auf APIs. Ein Generator spart Tipparbeit; er weiß nicht, welchen Vertrag der Betreiber mit seinen Nutzern hat.

Die Folien stellen IPv4-only, Dual Stack, IPv6-only und IPv6 mit NAT64 auf der Clientseite gegenüber; serverseitig gehört SIIT-DC zu den Möglichkeiten. Für die Laborumgebung werden unter anderem eine IPv6-Docker-Bridge, Kathará und Jool genannt. Ein Erfolg im Dual Stack ist eine Aussage über genau diesen Weg. Für einen IPv6-only-Dienst braucht es den entsprechenden Versuch. Der IETF-Arbeitsentwurf zieht auch Abhängigkeiten, Rechte und Logs in die Anwendungsperspektive.

Wer den Testplan unterzeichnet, setzt damit die Bedeutung des Etiketts „IPv6-fähig“. OpenAPI-Datei, angepasster Plan, gewählte Client- und Servermodi sowie Resultat gehören in dieselbe Akte. Die grüne Lampe darf weiter leuchten, aber dann steht eine überprüfbare Geschichte dahinter.

Originalquellen