Zusammenfassung

  • IBM nennt für Cold Vault eine Mindestabrechnungsgröße von 256 KB je Objekt und eine Mindestspeicherdauer von 90 Tagen. Bei einem angenommenen 4-KB-Objekt ist die Kapazitätsbasis damit 64-mal so groß wie der Inhalt.
  • Die Gesamtkosten hängen zusätzlich von Preis, Zeit und Zugriffen ab. Zusammenfassen kann die Zahl der Mindestbeträge senken, verlangt aber eine Lösung für einzelne Lesezugriffe, Änderungen, Löschungen und Wiederherstellungen.

Der Rabatt kommt erst nach der Stückzahl

Ein winziges Objekt belegt in der Abrechnung ein erstaunlich geräumiges Quartier. Wer 4 KB in IBM Cloud Object Storage Cold Vault speichert, trifft auf eine Mindestgröße von 256 KB je Objekt. Der Inhalt sitzt in der Ecke, bezahlt wird die größere Fläche.

Die 4 KB sind eine Rechenannahme. Die 256 KB stehen in IBMs veröffentlichten Regeln, ebenso wie die Mindestdauer von 90 Tagen. Für Vault gelten 128 KB und 30 Tage. Standard und Smart Tier haben weder eine Mindestobjektgröße noch eine Mindestdauer; auch Abrufgebühren entfallen dort. Anfragen und Übertragungen ins öffentliche Internet bleiben eigene Kostenpositionen.Speicherklassen

256 geteilt durch 4 ergibt 64. Dieser Faktor beschreibt die Kapazitätsbasis des angenommenen Objekts in Cold Vault; in Vault wäre es der Faktor 32. Die vollständige Rechnung benötigt anschließend Tarife, Speicherdauer und Operationen. Aus einer präzisen Größenrelation eine pauschale Aussage über die gesamte Rechnung zu machen, würde die interessante Erkenntnis verschenken.

Besteht der gesamte Bestand aus solchen 4-KB-Objekten und erfüllt er die Mindestdauer, muss der Kapazitätspreis von Cold Vault unter einem Vierundsechzigstel des Standard-Preises liegen, damit allein die Kapazitätsposition günstiger ausfällt. Ob das konkrete Angebot diese Bedingung erfüllt, lässt sich ausrechnen. Der Name einer Speicherklasse erledigt diese Arbeit leider nicht.

Dieselben Bytes kaufen unterschiedlich viel Speicher

Budgets beginnen gern bei der Gesamtmenge: heute so viele Daten, nächstes Jahr entsprechend mehr. Eine Mindestgröße je Objekt verlangt eine zweite Zahl. Auf wie viele Einzelobjekte verteilt sich dieser Inhalt?

Viele kleine Datensätze lassen sich einzeln speichern oder in größere Objekte packen. Bei der ersten Variante trifft jeder kleine Datensatz auf seine eigene Untergrenze. Bei der zweiten trifft jedes Paket auf eine Untergrenze. Der Informationsgehalt bleibt gleich, die Zahl der gekauften Abrechnungseinheiten kann sich deutlich ändern.

Auch die durchschnittliche Objektgröße reicht als Antwort nicht aus. Wenige sehr große Objekte können den Durchschnitt anheben, während darunter eine große Zahl winziger Objekte übrig bleibt. Eine Größenverteilung zeigt mehr: Anzahl und Kapazitätsbasis je Größenband. Für die Kapazitätsrechnung wird pro Objekt der größere Wert aus tatsächlicher Größe und Klassenminimum genommen und danach summiert.

IBM erläutert, dass die Nutzung einer Klasse über die Buckets einer Instanz zusammengefasst wird. Diese kaufmännische Aggregation macht aus den einzelnen Mindestgrößen keinen gemeinsamen Freibereich, den große Objekte für kleine auffüllen könnten. Die Abrechnungsdokumentation trennt außerdem Speicher, Anfragen und öffentliche Datenübertragung.Abrechnung

Das erklärt eine unangenehme Erfahrung mit Kompression. Wird ein ohnehin kleineres Objekt nochmals unter 256 KB verkleinert, sinkt sein Inhalt, während die Mindestabrechnungsgröße in Cold Vault bestehen bleibt. Der technische Erfolg ist real. Die erhoffte Verringerung dieser Kapazitätsposition kann trotzdem ausbleiben. Eine bessere Kompressionsquote ist in diesem Bereich kein gleich großer Budgetgewinn.

Pakete brauchen jemanden, der sie wieder öffnet

Zusammenfassen liegt nahe: weniger Objekte, weniger wiederholte Mindestgrößen. Doch ein einzelnes Objekt hatte auch einen einzelnen Namen und eine klare Grenze für Operationen. Diese Eigenschaften müssen nach dem Verpacken an anderer Stelle organisiert werden.

Die Anwendung braucht einen Index für die Position jedes Datensatzes. Sie muss Änderungen und Löschungen umsetzen und bei einer Wiederherstellung Inhalt und Index zusammenbringen. Je nach Format und Zugriff lassen sich Teilbereiche lesen oder es müssen mehr Daten bewegt werden. Das große Paket schenkt der Anwendung die bisherige Beweglichkeit nicht automatisch zurück.

Besonders sichtbar wird das bei häufig veränderten Einträgen. Eine kleine Änderung kann eine größere Neuschreibung auslösen. Soll ein Datensatz einzeln gelöscht werden, braucht es einen Mechanismus, der die Löschung auch im gespeicherten Inhalt verwirklicht. Die Einsparung an Kapazität kann dadurch zusätzliche Anfragen, Abrufe oder Betriebsarbeit finanzieren.

Beide Organisationsformen können wirtschaftlich sinnvoll sein. Einzelobjekte kaufen Unabhängigkeit bei Zugriffen und Änderungen. Pakete können wiederholte Mindestgrößen vermeiden. Verglichen werden sollte die vollständige Leistung, einschließlich der Arbeit, mit der die Anwendung sie erbringt.

Auch der Wechsel der Klasse ist ein Vorgang. IBM zufolge wird die Klasse bei Erstellung des Buckets festgelegt; die Klasse eines bestehenden Buckets lässt sich nicht ändern. Objekte müssen in einen anderen Bucket der gewünschten Klasse verschoben oder kopiert werden.Klassenkonfiguration Bucket-Regeln

Der Plan, später einfach günstiger zu speichern, benötigt deshalb ein Ziel, Kopien, angepasste Verweise und eine Prüfung des Ergebnisses. Eine spätere Wahlmöglichkeit ist wertvoll. Wer ihre Ausübungskosten bereits im ersten Vergleich berücksichtigt, bewertet sie genauer.

Erst den Bestand verstehen

Für die tatsächliche Ersparnis eines bestimmten Kunden fehlen hier dessen Größenverteilung, Aufbewahrungs- und Lesemuster sowie das anwendbare Angebot.

Die Reihenfolge der Beschaffung steht dennoch fest. Zuerst den Objektbestand beschreiben, dann Preise vergleichen. Kleine Objekte, die lange bleiben, verhalten sich wirtschaftlich anders als solche, die bald gelöscht werden. Seltene Nutzung sagt wiederum wenig darüber aus, ob ein einzelner Datensatz im Bedarfsfall unabhängig verfügbar sein muss. Unter dem Etikett „kalte Daten“ wohnen sehr verschiedene Anforderungen.

IBM veröffentlicht die Mindestwerte. Käufer können vor dem Abschluss rechnen. Das organisatorische Problem entsteht, wenn die Entwicklung die Zahl der abrechenbaren Einheiten erzeugt und der Einkauf ausschließlich deren Preis verhandelt. Beide Abteilungen melden Erfolg; die Rechnung führt die Ergebnisse zusammen. Ein besonders guter Rabatt heilt keine unbemerkte Einkaufsmenge.

Originalunterlagen

Grundlage sind die verlinkten IBM-Dokumente. Der Mitgliedereintrag bei RIPE NCC dient ausschließlich zur Identitätsprüfung von International Business Machines Corporation im Verzeichnis. Das 4-KB-Objekt ist eine ausdrücklich gesetzte Rechenannahme.