Zusammenfassung
- ARIN konsultiert die Gemeinschaft zur Abschaltung von Whois-RWS, RWhois und Port-43-Whois zugunsten eines einzigen standardisierten RDAP-Zugangs.
- Die genannten Daten sind früheste Planungsgrenzen, keine endgültigen Abschaltzusagen; für jeden Dienst gelten eigene Voraussetzungen.
- Das Ende eines Protokolls löscht keine Registrierungsdaten, überträgt keine Nummernressourcen und belegt keinen BGP-Betrieb.
Vier Zugänge, drei Zeitpläne
ARIN eröffnete die Konsultation am 14. August 2026; Stellungnahmen sind bis zum 14. September um 17 Uhr US-Ostküstenzeit möglich. Derzeit betreibt die Organisation Whois-RWS, RWhois, klassisches Whois über Port 43 und RDAP. Mehrere überlappende Dienste erhöhen Wartungsaufwand und Angriffsfläche. Als Ziel nennt ARIN RDAP, den HTTP- und JSON-basierten Internetstandard.
Die alten Zugänge sollen nicht gleichzeitig abgeschaltet werden. Für die Whois-RWS-API ist ein 180-tägiges Kundenprogramm vorgesehen. Die Weboberfläche bleibt verfügbar, bis eine gleichwertige, RDAP-gestützte Suche bereitsteht. Vor ihrer Abschaltung verspricht ARIN mindestens 30 Tage Vorlauf.
Bei RWhois geht es zusätzlich um Datenmigration. ARIN will eine quelloffene RDAP-Implementierung empfehlen und ein Konvertierungswerkzeug für bestehende RWhois-Daten bereitstellen. Erst wenn dieses Werkzeug verfügbar ist, würde der vorgeschlagene Zeitraum von 365 Tagen beginnen.
Port-43-Whois erhält mit zwei Jahren den längsten Übergang, begleitet von Kommunikation über die ARIN-Gemeinschaft hinaus. Welche Organisationen oder Nutzer im öffentlichen Interesse noch davon abhängen, führt die Konsultation nicht auf; diese Abhängigkeiten müssen erhoben statt unterstellt werden.
Frühestmöglich ist nicht endgültig
ARIN nennt für Whois-RWS den 1. Juli 2027 oder später, für RWhois frühestens den 1. Januar 2028 und für Port 43 den 1. Januar 2029 oder später. Die Zusätze gehören zur Aussage. Ohne sie wird aus einer offenen Konsultation ein angeblich beschlossener Abschaltplan.
Eine belastbare Planung hält deshalb zwei Zeitpunkte auseinander: die veröffentlichte Untergrenze und das Ereignis, das den wirklichen Übergang startet. Das kann eine endgültige Mitteilung, die Freigabe des Konverters oder der Nachweis funktionaler Gleichwertigkeit sein. Insbesondere bei RWhois kommt die technische Voraussetzung vor dem Countdown.
Zugriffsschicht und Datensatz sind nicht identisch
ARINs Verzeichnisdienste liefern Registrierungsinformationen über IP-Ressourcen, AS-Nummern, Organisationen, Kunden und Kontakte. RDAP verändert den technischen Vertrag durch HTTP, strukturierte JSON-Objekte, standardisierte Ermittlung und Sicherheitsmechanismen. Anwendungen müssen Abfragen, Felder, Caches und Fehlerpfade prüfen, auch wenn die zugrunde liegende Registrierung gleich bleibt.
Der Wechsel verändert für sich genommen nicht die Bedeutung einer Zuteilung, Zuweisung, ASN- oder Kontaktangabe und belegt nichts über den laufenden BGP-Betrieb. Er betrifft die Zugangsinfrastruktur des Verzeichnisses.
In der Parallelphase sollten Protokoll, Endpunkt, Abfrage, Abrufzeit und Antwort gemeinsam archiviert werden. Darstellung, Verweise, Feldnamen oder Ergebnisgrenzen können abweichen. Fehlt ein Objekt in einer Ansicht, muss zuerst der Abfragevertrag geprüft werden, bevor aus der Lücke eine Aussage über die Ressource entsteht.
Tests müssen reale Arbeitsabläufe abdecken: IP-Adressen, ASN, Entitäten, Kontakte und Domains. Die gleiche Antwort auf eine einzelne Abfrage beweist keine Gleichwertigkeit bei Authentifizierung, Verweisen oder Fehlern.
Quellen
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