Zusammenfassung

  • Im dritten Quartal 2026 zählte ARIN 372.877 IPv4-Äquivalente zu /24 außerhalb von Verträgen – 81 Prozent weniger als im ersten Quartal 2024.
  • Der Rest ist stark konzentriert: 23 Blöcke ab /15 halten 38 Prozent. ARINs Folien führen Datensätze ohne bekannte Inhaberdaten auf einem eigenen Quarantäne- und Freigabepfad.

Die Zahl wirkt wie ein Erfolg der Aufräumarbeit. ARIN meldete für das dritte Quartal 2026 noch 372.877 IPv4-Äquivalente zu /24 außerhalb von Verträgen: 26.313 weniger als im Vorquartal und 81 Prozent weniger als im ersten Quartal 2024. Gemessen wird Adressraum, nicht die Zahl von Organisationen, Datensätzen oder Präfixen. Dieselbe Präsentation zählt 16.212 historische CIDR-Blöcke, 331 weniger als im Vorquartal. Das sind verschiedene Einheiten; daraus eine einzige Zahl „bereinigter Inhaber“ zu machen, wäre Buchführung per Bauchgefühl.

Der verbleibende Raum ist konzentriert. Laut ARIN entfallen 49,1 Prozent auf 715 /16-Blöcke. Eine andere Größenklasse – 23 Blöcke ab /15 – steht für 38 Prozent, verglichen mit 164 solchen Blöcken im ersten Quartal 2024. Die Gruppen lassen sich nicht addieren. Die Grafik behauptet auch nicht, diese Blöcke seien ungenutzt oder umstritten oder gehörten jeweils einer eigenen Organisation. Sie zeigt, dass der Rest trotz des gesunkenen Gesamtvolumens ungleich verteilt ist.

Der größte Quartalsrückgang kam im vierten Quartal 2025: 2.768 Präfixe mit zusammen 1,28 Millionen /24-Äquivalenten wurden in Registration Services Agreements aufgenommen, vor allem große historische Zuteilungen. Das erklärt einen Teil des Rückgangs, aber nicht, welche der verbliebenen großen Blöcke als Nächstes folgen oder wann.

Die Folien teilen die Arbeit außerdem nach der Qualität der Inhaberdaten auf. In der Gruppe „Unknown holder data“ stehen 2.660 Organisationen ohne Nutzerkontakt im Organisationsdatensatz. Die Outreach-Pipeline umfasst 10.218 Organisationen, darunter solche mit Ressourcen unter und außerhalb eines Vertrags sowie Inhaber ohne bestehende Vertragsbeziehung. Das sind Organisationszahlen, keine Blockzahlen. Eine falsche Kontaktadresse ist ein Registerproblem; ein bekannter Inhaber ohne Unterschrift ist ein anderer Fall.

Die Trennung ist wichtig, denn für die unbekannte Gruppe nennt die Folie einen harten Ablauf: Dienste stoppen oder Ressourcen unter Quarantäne stellen, zwölf Monate halten und dann über die Warteliste freigeben – beschrieben als Erlöschen der Rechte. ARINs öffentliche Legacy-FAQ sagt separat, dass Inhaber ohne Vertrag ihre eindeutigen Registrierungsdaten weiter pflegen können und ARIN nicht vorhat, Rechte allein wegen einer fehlenden Unterschrift zu entziehen. RPKI und IRR erfordern laut FAQ einen Vertrag. Die Aussagen betreffen unterschiedliche Voraussetzungen.

Jeden Inhaber ohne Vertrag als unbekannt einzuordnen, würde ARINs eigene Trennlinie verwischen.

Die Folien nennen weder den erforderlichen Nachweis der Kontaktversuche noch die Entscheidungsinstanz, den Einspruchsweg oder die konkrete Evidenz für den Wechsel aus der Outreach-Pipeline in die unbekannte Gruppe. Diese Angaben würden die Bewertung des Freigabepfads verändern. Der Rückgang ist messbar; ob der letzte Schritt trägt, hängt davon ab, ob das Register seine Entscheidung belegen kann.

Quellen: ARIN-58-Folien zur Datenrichtigkeit; Rückblick auf Tag zwei; Historische Ressourcen; FAQ zu historischen Ressourcen. Transkript des zweiten Tages von ARIN 58; Programm zur Verbesserung der Datengenauigkeit.