Zusammenfassung
- Das im September 2025 eingeführte ROA Change Log von ARIN zeigt Änderungen der letzten 365 Tage mit Zeitpunkt, Vorgang, Quelle, Ursprungs-AS, Präfix, maximaler Länge und dem Namen des handelnden Kontos.
- Vorschlag 2026.9 verlangte ein vergleichbares Aktionsprotokoll für IRR-Objekte. ARIN erkannte den Nutzen am 19. Mai 2026 an, verschob die Funktion auf die Routing-Security-Roadmap und schloss den Vorgang ohne Termin.
Ein Filter verwirft eine Route, die gestern noch durchging. Der IRR-Eintrag ist abrufbar; sein heutiger Inhalt steht schwarz auf weiß. Für die Ursachenforschung zählt jedoch der Weg zu diesem Inhalt: Welches Konto hat das Objekt geändert? Kam der Eingriff aus der Weboberfläche, über die API oder aus einem Systemprozess? Wann geschah er? Eine Momentaufnahme beantwortet keine dieser Fragen. ARIN hat für ROAs längst ein Protokoll mit solchen Angaben. Der Vorschlag, es auch für IRR-Objekte bereitzustellen, trägt inzwischen den Status „Closed“.
Randal Kohutek reichte Vorschlag 2026.9 am 11. Mai ein. Er verwies auf das sichtbare Protokoll für das Erstellen, Ändern und Löschen von ROAs und schrieb, im IRR-System scheine eine entsprechende Aufzeichnung zu fehlen. Ein Änderungsnachweis könne bei Routeneffekten und gebrochener ROA/IRR-Verknüpfung helfen. Seine Eingabe liefert keine gemessene Ausfalldauer und keine Häufigkeit solcher Fälle. Der verlangte Gegenstand ist dennoch präzise: ein kundenlesbarer Beleg über die Aktion an einem bestimmten Objekt.
ARIN antwortete am 19. Mai, die Funktion würde Kunden beim Nachverfolgen von IRR-Aktionen helfen. Man habe den Vorschlag in die Routing-Security-Roadmap aufgenommen und an die interne Priorisierung und Umsetzungsplanung übergeben. Anschließend wurde die Eingabe geschlossen. Ein Datum für die Bereitstellung, eine Felddefinition und eine verfügbare Suchmaske nennt die Antwort nicht. Das Verwaltungsticket hat ein Ende; die technische Spur noch keinen Anfang für den Kunden.
Das ROA Change Log wurde am 29. September 2025 eingeführt. Die ROA-Anleitung beschreibt eine Ansicht der letzten 365 Tage für neue und geänderte Ursprungs-AS/Präfix-Paare. Sie enthält Zeitstempel, Added oder Removed, Web User, API User oder ARIN System als Quelle, außerdem AS, Präfix, Max Length und den im damaligen Nutzerprofil hinterlegten Namen. Nach hundert Einträgen wird paginiert. Einen vollständigen CSV-Export fordert der Kunde per Ticket an; ARIN will binnen zwei Werktagen prüfen, danach steht die Datei 90 Tage zum Abruf bereit. Der Rückblick über ein Jahr ist eine andere Frist als die dreimonatige Verfügbarkeit der Exportdatei.
Der IRR-Dienst verarbeitet RPSL-Objekte, die über die Weboberfläche oder REST API eingehen. Andere Netze und Registries können sie über NRTM, komprimierte Datenbankdateien und Whois abrufen. Für Objektaktualisierungen nennt die Funktionsübersicht auf keinem der beiden Eingabekanäle E-Mail-Benachrichtigungen. Einfache und fortgeschrittene Objekte unterscheiden sich zudem bei ihren Bearbeitungsrechten: Das Format und der Erstellungsweg entscheiden, welche Oberfläche Änderungen zulässt. Diese Regeln zeigen die möglichen Türen. Das veröffentlichte Objekt benennt keinen früheren Besucher dieser Türen.
Auch eine ROA-Historie kann die IRR-Historie nicht stellvertretend führen. ARINs IRR Auto-Manager kann aus Ursprungs-AS und Präfix eines ROA ein Route-Objekt erzeugen. Ein Nutzer darf die Erzeugung ablehnen oder ein passendes, nicht verwaltetes Objekt belassen beziehungsweise ersetzen. Danach kann das IRR-Objekt unabhängig vom ROA gelöscht werden. Beim Löschen des ROA kann das verbundene Objekt ebenfalls verschwinden oder als nicht verwalteter Eintrag bestehen bleiben. Aus einer gemeinsamen Entstehung folgen mehrere getrennte Entscheidungswege. Die ROA-Zeile belegt die ROA-Aktion, aber nicht jede spätere IRR-Aktion.
Während einer Störung helfen datierte Kopien des RPSL-Objekts, ein Abschnitt des NRTM-Stroms, eigene API-Protokolle und das ROA Change Log. Damit lässt sich der Zustandswechsel eingrenzen. Der von Kohutek gewünschte ARIN-Beleg würde Objektkennung, Vorgang, Quelle, Zeitpunkt und handelndes Konto am Annahmepunkt der Änderung zusammenführen. Eine solche Zeile erspart dem Netzbetreiber, aus Nebenbelegen eine Identität zu erraten.
Die Grenze der öffentlichen Beweise ist schmal: Die fehlende kundenlesbare IRR-Historie ist Kohuteks Beobachtung, und ARIN erkennt den Nutzen einer Ergänzung an. Ein Verzeichnis interner Logs und ein Lieferdatum wurden nicht veröffentlicht. Ein ausgeliefertes, nach Objekt durchsuchbares IRR-Protokoll mit Akteur, Quelle, Vorgang, Zeit und Aufbewahrungsregel würde die Bewertung ändern.
ARIN hat für ROAs gezeigt, wie ein Jahresprotokoll aussieht. Beim IRR steht derzeit ein geschlossener Vorschlag an der Stelle, an der der Betreiber einen Änderungsbeleg braucht. Die Roadmap ist ein Plan; sie wird nachts am Filter keine Kontonamen nennen.
Vorschlag und ARIN-Antwort · IRR-Anleitung · ROA-Protokoll und Auto-Manager · Freigabe 2025
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