Summary

  • Das ARIN-Original verzeichnet am 11. und 12. Februar 2021 insgesamt 911 Übertragungszeilen von Windstream Communications LLC an EarthLink. Sie umfassen 485.632 verschiedene IPv4-Adressen. Am 18. April 2023 laufen 411 Zeilen mit 228.352 Adressen in Gegenrichtung; jede dieser Adressen gehörte zum 2021er Bestand.
  • Die Gegenbewegung erfasst 47,02 Prozent der damaligen Adressen. Bei 24.235.64.0/20 ging nur die obere /21-Hälfte zurück an Windstream und 2024 weiter an Amazon. Die untere Hälfte führt ARINs aktuelles RDAP weiterhin unter EarthLink.

Zwei Pfeile zwischen denselben Namen verleiten zu einer Bilanz, die niemand gezogen hat. Der erste Pfeil in ARINs Transferdatei zeigt im Februar 2021 von Windstream Communications LLC auf EarthLink, der zweite im April 2023 zurück. Doch die Breite der Pfeile beträgt 485.632 beziehungsweise 228.352 IPv4-Adressen. Das ist eine präzise Teilmenge, keine Rückabwicklung des ganzen Pakets. Wer nur die Firmenzeile liest, übersieht den halben Adressraum und dessen spätere Wege.

2021 kamen zunächst 50 Einträge am 11. Februar um 21:06:48 UTC. Sie tragen 12.800 Adressen. Einen Tag später um 22:04:47 UTC folgten 861 Einträge mit 472.832 Adressen. Alle 911 sind als MERGER_ACQUISITION klassifiziert, mit ARIN auf beiden Seiten, und jede Zeile enthält ein IPv4-Transferintervall. Die Intervalle überschneiden sich innerhalb dieser Gruppe nicht. Erst die numerische Auswertung ihrer Start- und Endwerte ergibt 485.632. Der Eintrag ist eine Verwaltungseinheit, keine fest genormte Paketgröße.

Am 18. April 2023 um 14:15:50 UTC stempelt ARIN 411 Einträge EarthLink an Windstream, erneut MERGER_ACQUISITION. Ihre Intervalle zählen zusammen 228.352 verschiedene Adressen. Ein Schnitt der Adressmengen zeigt: Sämtliche Adressen aus 2023 waren bereits in den beiden 2021er Gruppen enthalten. Die 12.800 vom ersten Tag sind vollständig dabei; von den 472.832 des zweiten Tages sind es 215.552. Das entspricht 47,02 Prozent der gesamten früheren Menge. 257.280 Adressen aus 2021 fehlen in genau dieser Gegenbewegung. Das sagt noch nichts über ihren heutigen Registereintrag; ein Teil wanderte später zu anderen Empfängern.

Eine einzelne /20-Fläche zeigt den Mechanismus besser als die große Zahl. 24.235.64.0 bis 24.235.79.255 enthält 4.096 Adressen. 2018 erfasste ARIN sie als Earthlink, Inc. an Windstream. 2021 übertrug Windstream denselben ganzen Bereich an den im Datensatz EarthLink genannten Empfänger. Die Schreibweisen von 2018 und 2021 bleiben hier getrennte Registerbezeichnungen; eine Ähnlichkeit ersetzt keinen Nachweis der juristischen Identität. 2023 ging nur 24.235.72.0/21, die obere Hälfte mit 2.048 Adressen, an Windstream zurück. 2024 gab Windstream exakt diese Hälfte unter RESOURCE_TRANSFER an Amazon.com, Inc. weiter.

Die heutigen RDAP-Antworten bilden die Schere ab. Für 24.235.64.0/21 nennt ARIN EarthLink als Registrant. Für 24.235.72.0/21 nennt ARIN Amazon. Wer den alten /20 als Abfrage verwendet, erhält stattdessen einen breiten ARIN-Elterneintrag und sieht diese zwei registrierten Kinder nicht. Beim unteren /21 liegt das letzte Änderungsereignis am 18. April 2023, kurz vor dem UTC-Zeitstempel der Gegenbewegung. Beim oberen /21 stammen Registrierung und letzte Änderung vom 26. März 2024. Das historische /20-Dokument und die heutigen /21-Objekte sind verschiedene Schnitte derselben Adressfläche.

Andere Teile des 2021er Pakets nahmen gar nicht den Rückweg. 24.40.128.0/18 wurde am 22. März 2022 von EarthLink an 1&1 Versatel Deutschland GmbH und zugleich von ARIN zu RIPE NCC übertragen. Das exakte RIPE-RDAP nennt heute 1&1 Versatel GmbH. Der /18 liegt außerhalb der 411 Rückzeilen. Damit ist die Rechnung „485.632 minus 228.352 gleich heutiger EarthLink-Bestand“ schon an einem überprüfbaren Beispiel gescheitert. Die Differenz misst historische Mengen, keine aktuelle Eigentümerliste.

ARIN veröffentlicht Grenzen, Zeitpunkte und Empfängernamen. Die Datei verrät keinen Kaufpreis und keinen Termin für die Umstellung von Routen; dafür wären ein datierter Vertrag und operative Routenprotokolle erforderlich. Der eigentliche Lesefehler ist einfacher: Die zweite Sammelbuchung beseitigt die erste nicht. Aus einem /20-Transfer wurden zwei /21-Antworten und für eine Hälfte ein dritter Empfänger. Ein ordentliches Register darf ordentlich sein. Der Leser muss trotzdem die Schubladen öffnen.

Originale der RIR