Zusammenfassung
- ARINs Vorschlag 2013.2 wollte Akzente im Feld für Kundennamen ermöglichen. ARIN verwies auf einen künftigen Whois-Nachfolger; das aktuelle Vorschlagsregister führt die Sache weiterhin als „On hold“.
- RDAP lief bei ARIN 2015 und wurde 2025 von ARIN als UTF-8-basiert beschrieben. Die aktuelle Reg-RWS-Dokumentation begrenzt XML-Nutzlasten dennoch auf ASCII, abgesehen von ausgewählten Freitextkommentaren.
Ein kleines Zeichen, zwei Systeme
Thomas St.Pierre hielt in seinem Vorschlag vom 14. Februar 2013 fest, welche Zeichen „Customer name“ damals zuließ: einfache lateinische Buchstaben, Ziffern und wenige Satzzeichen. Er wollte Namen mit Akzenten korrekt eintragen können. Als Zeitrahmen nannte er „Immediate“. An der Verständlichkeit der Forderung lag die Verzögerung nicht.
ARIN antwortete am 26. Februar: Die Internationalisierung der Registrierung sei einfach; schwierig werde die Suche und Abfrage über ältere, auf ASCII beruhende Verzeichnisdienste wie Whois. Die IETF-Arbeitsgruppe WEIRDS arbeite an einem Ersatz. Sobald ein vernünftiger Standard vorliege, werde ARIN die Frage erneut behandeln. Der Vorgang zeigt bis heute dieses Datum als letzte Aktualisierung und den Status „On hold“.
Der Ersatz kam schnell genug für die Technik, aber offenbar nicht für den Eintrag. In einem ARIN-Text vom Juni 2015 steht, dass die RDAP-RFCs im März erschienen und ARIN bereits einen RDAP-Verzeichnisdienst betrieb. Eine ARIN-Präsentation von 2025 stellt dem nicht internationalisierbaren alten Whois das international unterstützte, auf UTF-8 beruhende RDAP gegenüber. Die heutige Anleitung beschreibt den produktiven Abfrageweg.
Im aktuellen Vorschlagsindex steht 2013.2 weiterhin unter den aktiven Punkten. Die Notiz nennt noch immer IETF-Standardisierung und Whois-Kompatibilität als Abhängigkeit. Sie erklärt nicht, welche Entscheidung ARIN nach dem Erscheinen des Standards für Kundennamen getroffen hat.
Lesen kann mehr als Schreiben
RDAP beantwortet Abfragen; es ist kein Eingabekanal für neue Kunden. Die Reg-RWS-Dokumentation beschreibt XML-Nutzlasten als auf ASCII beschränkt. Akzentbuchstaben in UTF-8 sind in einigen freien Kommentarfeldern erlaubt. Der Kunden-Datensatz besitzt aber ein eigenes Feld customerName, für das die veröffentlichte Anleitung keine entsprechende Ausnahme ausweist.
Ein aktueller authentifizierter Einreichungsversuch oder eine offizielle Übersicht aller zulässigen Zeichen je Eingabefeld würde das tatsächliche Verhalten der ARIN-Oberflächen klären. Die öffentlichen Unterlagen zeigen bereits die Lücke: UTF-8 beim Lesen, ASCII in der dokumentierten Schreibschnittstelle und ein Ticket, das noch auf einen längst erschienenen Standard verweist.
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