Zusammenfassung
- Bei unterstützten Google-Cloud-Storage-Buckets beträgt die voreingestellte Soft-Delete-Frist sieben Tage. Gelöschte Objekte verursachen während dieser Zeit weiterhin Speicherkosten.
- Späteres Abschalten verkürzt bereits laufende Fristen nicht. Ein gleichmäßiger Löschstrom von 1 TiB pro Tag erzeugt bei sieben Tagen Aufbewahrung im eingeschwungenen Zustand etwa 7 TiB zusätzlichen Bestand.
Der neue Bucket hat schon eine Reservierung
Ein Team legt einen Bucket an und übernimmt die Voreinstellungen. Für unterstützte Buckets enthält diese Entscheidung sieben Tage Soft Delete. Erst später zeigt sich, wie viel bezahlter Speicher durch die tägliche Entsorgung läuft.
Die Funktion bewahrt gelöschte oder überschriebene Objekte für eine Wiederherstellung auf. Das schützt gegen versehentliches und böswilliges Löschen. Während des Aufbewahrungsfensters laufen die Speicherkosten weiter. In der Preisliste behandelt Google aktive, nicht aktuelle und per Soft Delete gelöschte Objekte bei den Speicherkosten gleich.
Der Schutz ist ein reales Produkt. Er hat aber eine Mengeneinheit, die eine Anzeige des aktiven Datenbestands allein nicht erklärt: verworfene Bytes mal Aufbewahrungszeit.
Ein kleiner Arbeitsbestand mit großer Warteschlange
Eine vereinfachte Rechnung zeigt den Mechanismus. Angenommen, sämtliche Objekte liegen in der Klasse Standard an einem Standort. Objektversionierung ist ausgeschaltet, zusätzliche wiederhergestellte Kopien gibt es nicht. Der aktive Inhalt bleibt bei 1 TiB. Der Prozess löscht seit mindestens sieben Tagen kontinuierlich und gleichmäßig 1 TiB täglich, bei sieben Tagen Soft Delete.
Im eingeschwungenen Zustand ergibt das ungefähr 7 TiB gelöschten, noch aufbewahrten Inhalt. Zusammen mit 1 TiB aktivem Inhalt entstehen Speicherkosten für etwa 8 TiB. Der aktive Nutzenbestand hat sich nicht vergrößert. Sein Durchsatz hat eine zweite Lagerhalle aufgebaut.
Das ist eine bedingte Mengenrechnung. Für den tatsächlichen Geldbetrag fehlen Löschrate, Objektklasse, Standort und Vertragspreis des konkreten Buckets. Anfragen, Netzwerk und Rabatte gehören in andere Rechenschritte; die gesamte Cloud-Rechnung lässt sich daraus nicht achtfach ansetzen.
Zwei Prozesse mit identischem aktivem Volumen können deshalb sehr unterschiedliche Aufbewahrungsbestände bezahlen. Wer nur das übrig gebliebene Datenvolumen misst, übersieht den geschäftigen Teil der Rechnung.
Abschalten ändert die Zukunft
Soft Delete lässt sich zwischen sieben und neunzig Tagen konfigurieren oder deaktivieren. Auch die Voreinstellung für neue Buckets kann geändert werden. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Die neue Regel gilt für Ressourcen, die nach ihrem Wirksamwerden gelöscht werden.
Ein Objekt, das an Tag null mit sieben Tagen Frist gelöscht wurde, behält diesen ursprünglichen Zeitplan, selbst wenn das Team an Tag eins die Funktion abschaltet. Google schreibt ausdrücklich, dass bestehende Soft-Delete-Objekte bis zum Ablauf ihrer bisherigen Frist erhalten bleiben.
Die künftige Aufnahme zu stoppen und alte Bestände zu räumen sind damit verschiedene Vorgänge. Bereits eingelagerten Kohorten bleibt ihr Ablaufdatum. Das neueste alte Los kann noch fast seine gesamte ursprüngliche Frist vor sich haben. Der Schalter ist kein rückwirkender Mietaufhebungsvertrag.
Auch automatisches Aufräumen liefert ins Zwischenlager
Lifecycle-Regeln können Objekte löschen und damit in Soft Delete schicken. Auf bereits per Soft Delete gelöschte Objekte wirken diese Regeln nicht: Sie können weder die Speicherklasse ändern noch vorzeitig endgültig löschen. Bei aktivierter Versionierung kann ein gelöschtes aktives Objekt zunächst zu einer nicht aktuellen Version werden; deshalb war sie in der Beispielrechnung ausgeschaltet.
Google warnt selbst vor deutlich höheren Speicherkosten bei kurzlebigen temporären Daten. Genannt werden etwa Abfrageergebnisse, Staging-Dateien und hohe Löschfrequenzen. Was in Sekunden neu berechnet werden kann, bleibt dann Tage für eine mögliche Wiederkehr aufbewahrt.
Für unersetzliche Originale ist die Rückholmöglichkeit ein anderes Geschäft als für reproduzierbare Zwischenstände. Die Entscheidung braucht den Wert einer Wiederherstellung und den Aufwand einer Neuberechnung. Pauschales Abschalten spart diese Prüfung ebenso wenig wie pauschales Verlängern.
Die wirtschaftliche Wahl fällt vor dem Datenstrom. Danach laufen die Fristen der aufgenommenen Bestände weiter. Das Aufräumskript kann seine Arbeit perfekt erledigt haben, während der bezahlte Warteraum gerade erst voll wird.
Quellen
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