- Der Galaxy Campus umfasst ein 120.000 Quadratmeter großes Supercomputing-Gebäude und ist darauf ausgelegt, über 2 GW hinaus zu skalieren.
- Envision hat weder die derzeit am Standort betriebene IT-Last noch die Anzahl der Beschleuniger offengelegt.
Der Fakt
Envision hat den Galaxy Campus in Ulanqab in der Inneren Mongolei in Betrieb genommen. Der mit erneuerbarer Energie betriebene KI-Standort umfasst eine 120.000 Quadratmeter große Supercomputing-Anlage und ist darauf ausgelegt, über 2 GW hinaus zu skalieren. Bei vollständigem Ausbau könnte der Campus laut Envision bis zu eine Million KI-Beschleuniger unterstützen und eine Rechenleistung von einer Million PFLOPS erbringen.
Der Campus kombiniert direkt angebundene erneuerbare Energie mit dedizierter Übertragungsinfrastruktur, Energiespeichern und dem AI Power System von Envision. Es handelt sich um das erste Flaggschiffprojekt im Rahmen der Mission Gobi, über die Envision bis 2030 eine KI-Rechenkapazität von 5 GW in Wüsten- und Trockengebieten entwickeln will. Das Unternehmen hat weder die aktuelle IT-Last des Standorts, die installierte Zahl an Beschleunigern noch Kunden offengelegt; die Angabe von 2 GW bezieht sich daher auf die geplante Skalierung und nicht auf bestätigte Betriebskapazität.
Die Bewertung
Die Inbetriebnahme bestätigt, dass Galaxy den Betrieb aufgenommen hat, belegt aber nicht, dass die angekündigte Größenordnung von 2 GW bereits online ist. Die Angaben von Envision beschreiben den Campus im vollständigen Ausbau; aussagekräftiger ist derzeit, wie viel IT-Kapazität tatsächlich mit Energie versorgt und in Betrieb genommen wurde.
Der Campus ist darauf ausgelegt, Rechenleistung mit eigener erneuerbarer Erzeugung, Übertragung und Speicherung zu verbinden. Eine Skalierung in Richtung 2 GW erfordert daher, dass diese Systeme zusammen mit zusätzlicher Rechentechnik ausgebaut werden. Auch die Zahl von einer Million Beschleunigern bleibt ein Ziel für den vollständigen Ausbau und ist keine installierte Flotte.
Für BTW-Leser ist Ulanqab nun der erste in Betrieb genommene Standort unter der Mission Gobi. Angaben zur aktiven IT-Kapazität, zu installierten Beschleunigern und zu Kundenbereitstellungen werden zeigen, wie viel der von Envision geplanten Energie- und Recheninfrastruktur tatsächlich in Betrieb gegangen ist.
Worauf zu achten ist
Es ist darauf zu achten, dass Envision seine aktuell mit Energie versorgte IT-Last, die installierte Zahl an Beschleunigern und namentlich genannte Kundenbereitstellungen offenlegt. Angaben zur erneuerbaren Erzeugung, Übertragung und Speicherkapazität würden ebenfalls zeigen, wie viel des integrierten Stromsystems den Campus unterstützt. Diese Angaben werden ein klareres Bild davon liefern, wie weit der Standort in Richtung der geplanten Skalierung von mehr als 2 GW fortgeschritten ist.

