Zusammenfassung
- Die Fassung vom 28. Oktober eines individuellen Entwurfs zur bandbreitenbewussten Routenwahl streicht zwei bisherige Auslöser für die Rückverlagerung von Verkehr.
- Nach der neuen ersten Bedingung muss sämtlicher Verkehr bereits auf dem Primärpfad sein und dessen Auslastung unter einer Schwelle bleiben. Ein Test vor dem ersten Schritt steht nicht im Text.
Der Umweg ist geplant. Die Heimfahrt steht vor verschlossener Tür.
Ein Bündel-Link kann einen Teil seiner Fasern verlieren und trotzdem als verbunden erscheinen. Die kürzeste Route bleibt bestehen, obwohl ihre verfügbare Kapazität sinkt. Der überarbeitete Entwurf will die Reaktion an den betroffenen Knoten verlagern. Er misst Auslastung, berechnet zusätzliche Pfade und verteilt ausgewählte Datenströme bei Überschreiten einer Stauschwelle. Strikte Segment-Routing-Pfade führen die Umleitung; UCMP-Gewichte berücksichtigen freie Bandbreite und Auslastung. Die lokale Entscheidung soll helfen, während die globale Verkehrsplanung noch rechnet.
Eine Umleitung braucht aber auch ein Ende. Abschnitt 4.4 definiert „Traffic Fallback“ als die Rückverlagerung von den Ausweichpfaden auf den Primärpfad. Anschließend nennt er zwei Bedingungen. Die erste verlangt, dass der gesamte Verkehr schon zurückgeschaltet wurde und die Auslastung des Primärpfads nicht über dem Post-restore Threshold liegt. Die zweite fordert, dass dies während einer konfigurierbaren Restore Period so bleibt. Wer die Rückkehr beginnen will, soll zuerst ihren Abschluss nachweisen.
Die Fassung 00 vom Juli hatte zwei andere Startpunkte: eine unter die Restore Threshold gesunkene Auslastung des zuvor überlasteten Links oder eine dynamische Beurteilung, dass der lokale Link den gesamten Verkehr ohne Stau tragen kann. Beide verlangten eine anhaltende Bedingung. In der Oktoberfassung fallen diese Methoden weg. Die allgemeine Beschreibung spricht weiterhin von einer fallenden Auslastung; das detaillierte Verfahren setzt hingegen den Endzustand voraus.
Man könnte die spätere Auslastung vorab berechnen. Man könnte Datenströme auch schrittweise zurückholen und bei erneutem Stau stoppen. Abschnitt 4.4 beschreibt weder eine solche Vorhersage noch eine Probe oder eine Reihenfolge der Rückschaltung. Ein leer wirkender Primärpfad ist gerade dann wenig aussagekräftig, wenn ein Teil der Last anderswo liegt. Es fehlt eine prüfbare Aussage vor dem ersten Schritt. Eine nächste Fassung mit diesem Test würde den Befund ändern.
Der IETF-Eintrag führt das Papier als individuellen Internet-Draft. Berichtet wird ein Widerspruch im veröffentlichten Vorschlag, kein Ausfall eines betriebenen Netzes. Gerade der Anspruch lokaler Selbstständigkeit macht die Lücke bemerkenswert: Der Knoten soll den Stau selbst umgehen und braucht deshalb auch eine ausführbare Regel für die Rückkehr. Der Entwurf beschreibt den Zielzustand, überlässt den Auslöser dorthin aber den späteren Implementierungen.
Quellen
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